An den Grenzübergangsstellen Frankfurt/Oder -Świecko, Frankfurt/Oder - Słubicach, Görlitz-Zgorzelec, Kudowa - Tschechien, Cieszyn - Tschechien finden am 1. Mai wieder Zollkontrollen an alter Stelle statt. Doch die Befürworter der offenen Grenzen mit freiem Warenverkehr können unbesorgt sein, denn die Zöllner werden nur symbolisch für eine Stunde, von 12 bis 13 Uhr, an den genannten Übergängen kontrollieren. "Grund dieser Maßnahme ist die Umsetzung der Idee, den fünften Jahrestag des polnischen Beitritts zur Europäischen Union, auf ungewöhnlichem Wege zu feiern" - rechtfertigte der Sprecher der polnischen Zollbehörden Witold Lisicki diesen "lustigen" Einfall. Erst kürzlich hatte man während des gemeinsamen Nato Gipfels in Deutschland und Frankreich an den polnischen Grenzen wieder normale Personenkontrollen eingeführt. Es ist nicht auszuschliessen, dass solche Manöver von Zoll und Grenzschutz schon in naher Zukunft auch mal über längere Zeiträume durchgeführt werden, denn der Schmuggel von Zigaretten, Drogen, Menschen und Diebesgut aller Art nimmt immer dramatischere Ausmaße an. "Polskaweb" alamiert schon seit längerer Zeit, dass die Statistiken zur Grenzüberschreitenden Kriminalität regelmäßig von den deutschen und österreichischen Innenministerium schöngefärbt werden.
Mit dem Beitritt Polens und Tschechiens zur Europäischen Union am 1. Mai 2004 wurden auch die Kontrollen des Warenverkehrs an den jeweiligen Grenzen zu Deutschland und Österreich abgeschafft. Viele Zöllner in den Beitrittsländern hatten damals ihre Arbeit verloren oder wurden an andere Grenzen weiter östlich verlegt. Am kommenden Freitag müssen sie aber noch mal ran und für eine Stunde ihren Job wieder am ehemaligen Arbeitsplatz aufnehmen. Den Reisenden soll der Stop an der Grenze aber mit gelben und blauen Rosen, den Farben der EU, leichter gemacht werden. Unschwer zu erraten wie sich die betroffenen Zöllner am ersten Mai wohl fühlen mögen.
Wie "Polskaweb" aus einer diplomatischen Quelle in Berlin erfuhr, ist die deutsche Bundesregierung keinesfalls unbesorgt oder uninformiert über den dramatischen Anstieg der grenzüberschreitenden Kriminalität. Man sei sehr besorgt und ebenso ratlos, hiess es. Vermutlich wird aber vor den Wahlen zum Bundestag im September sich kein Politiker mehr die Zunge verbrennen. Dies bedeutet im Klartext, dass es bis dahin noch einige (Alibi) Großkontrollen auf den Autobahnen von und nach dem Osten geben wird, aber mit Sicherheit keine neuen und echten Statistiken. Polen wird sich auch nicht für die deutschen- oder österreichischen Probleme mit Schmugglern und anderen Verbrechern buckeln wollen, denn für gefälschte Waren aus China, Zigaretten aus Russland und Drogen aus der ganzen Welt ist man meist sowieso nur Transitland. So müssen sich Berlin und Wien tatsächlich recht bald etwas einfallen lassen.
Diskutieren Sie diesen Artikel in unserem News Forum
Top Artikel
Neuere Artikel
Beliebte Artikel dieser Kategorie |
|
|
Benutzerkommentare  |
|
Durschnittliche Benutzerbewertung
|
|
Fügen Sie Ihren Kommentar hinzu
|