Über die Hälfte der Geistlichen in Polen wünschen sich Frau und Kinder. 12% der Priester haben eine ständige Geliebte und über ein Drittel hatten schon einmal eine Beziehung und Intimverkehr mit Frauen geht aus den Untersuchungen des Soziologen Prof. Józef Baniak hervor, der an der Adam Mickiewicz Universität in Posen lehrt. Das Untersuchungsergebnis, welches Prof. Baniak aus Gesprächen zum Thema Einhaltung des Zölibats mit über 800 Priestern geführt hatte, gebe dennoch kaum das Ausmaß der wahren Situation wieder, da sicherlich nicht alle Befragten ihre wirklichen Gefühle vor ihm ausbreiteten, warnte der Wissenschaftler. Nach seiner Meinung sind die Ergebnisse einer solchen Umfrage für die katholische Kirche ein tiefernstes Problem, denn für die Liebe zu einer Frau seien viele Geistliche bereit ihren Priesterrock an den Nagel zu hängen. Demnach seien bis zu 68% der Befragten bereit in einem solchen Falle ihren Beruf tatsächlich aufzugeben, wenn nicht eine Abschaffung oder Änderung des Zölibats ihnen andere Möglichkeiten einräume, damit ein Familienleben sich mit ihren Aufgaben bei der Kirche in Einklang bringen lasse.
Das Zölibat verpflichtet einen Priester für sein Leben ehe- und kinderlos zu bleiben. Neben der römisch-katholischen und der orthodoxen Kirche findet man auch im Buddhismus für Mönche und Nonnen die Zölibatsverpflichtung. Diese Tradition geht wahrscheinlich schon auf apostolische Zeit zurück. Die Kirche ist auch in diesem Zusammenhang dabei den Anschluss an der Evolution zu verlieren. Man kann heutzutage niemandem mehr weissmachen, dass es mit der Natur in Einklang zu bringen ist, dass Geistliche sich nicht fortpflanzen dürfen, das kann nicht der Wille Gottes sein. Darüberhinaus versuchen die Kirchen auch im neuen Jahrtausend eine immer mehr aufgeklärtere Welt den Glauben an Gott weiterhin mit bildlichen Szenen aus aus der Zeit von Jesus Christus näher zu bringen, weil man befürchtet dass anders die Menschen die wahren Zusammenhänge um den Glauben nicht verstehen würden. Man hat damit ganz einfach den Anschluss verpasst.
Einzig mit dem Kampf gegen die unnatürliche Abtreibung schafft es die Kirche allerdings, neben der großen Anhängerschaft unter den älteren Menschen, noch junge Generationen zum Nachdenken und Beitritt zu bewegen. Dies kann aber doch wirklich nicht alles sein. Der Glaube ist wichtig und damit die Kirche auch, aber man muss von ihr in diesem Zusammenhang revolutionäre Änderungen im Sinne einer neuen Zeit fordern. Die Notwendigkeit des Glaubens an Gott und die hiermit verbundenen Naturgesetze kann heutzutage viel einfacher und plausibler den aufgeklärten Generationen an nachweisbaren Beispielen aus der der Neuzeit deutlich gemacht werden. Eine revolutionäre Reformierung würde die Kirche mit Sicherheit nicht nur geistlich, sondern auch politisch enorm aufwerten, was die Menschheit in den nächsten Jahrhunderten, mit den wachsenden Herausforderungen, als Gegenpol zu den negativen Kräften auf dem Globus wirklich brauchen wird. Papst Benedikt XVI ist selbst in seinem hohen Alter noch frisch genug sich mit dem Thema Reformen eingehend zu befassen, bevor die Talfahrt der Kirche so richtig beginnt.
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