Der polnische Zloty wird seit Wochen von einer beispielslosen Abwertung getrieben und es trifft ihn jeden Tag härter. Am Dienstag musste man bereits 4, 94 zł für einen Euro auf den Tisch legen und es ist unschwer am Inflations-Rhymus zu erraten, dass der Euro für Polen noch in dieser Woche schon mehr als 5 Zloty kosten wird. "Wenn der Euro die 5zł überschreiten sollte wird die Regierung handeln. Wir sollten aber Ruhe bewahren wenn es um die derzeitigen Währungsschwankungen geht" - sagt der polnische Premier Donald Tusk am Dienstag auf einer Pressekonferenz. Wie Tusk sich das Handeln seiner Regierung bei einem weiteren Währungsverfall vorstellt liess er allerdings offen. Fraglich ist ob er überhaupt einen Plan hierzu hat, denn auch gegen die rasant ansteigende Arbeitslosigkeit im Lande hat man auch nicht mehr Mittel gefunden, als die Dramatik der kommenden Krise gewaltig herunterzuspielen. Vorzustellen könnte man sich allerdings, dass man mit den bei der polnischen Nationalbank parkenden Euros der EU Zloty kaufen wird, um hiermit zumindest erst einmal die Talfahrt der eigenen Währung zu bremsen.
Spekulationen mit den Währungen können allerdings auch in die Hose gehen wodurch Millionen der zweckgebundenen Euros in den Sand gesetzt würden. An der Warschauer Börse herrschte am Dienstag wieder einmal Panik. Es war besonders der Wertverlust von Aktien großer Banken welcher regelrecht schockierte. Der WIG20, als Index für die 20 größten polnischen Unternehmen hatte im Laufe des Tages bis zu 7,5 Prozent verloren und liegt nun nur noch bei 1327 Punkten. Am meisten hatten hierbei die Banken verloren, denn die Aktieninhaber fürchten nicht zu Unrecht, dass die Wirtschaftskrise eine große Masse der Kreditnehmer in den Bankrott treibt. Die Aktien der Pekao SA die von der UniCredit kontrolliert wird, verloren fast 19 Prozent. Ach die zur deutschen Commerzbank gehörende BRE Bank verlor 13% Aktienwert und PKO BP liess satte 11 Prozent. Ein wahrhaftiger Erdrutsch für diese polnischen Kreditinstitute.
Die Banken sind es die zur Zeit weltweit rasant an Wert verlieren. Doch für Polen gehörte die Warschauerbörse am Dienstag, durch den schockierenden Wertverlust der heimischen Banken, neben Prag und Budapest zu den Schwächsten in ganz Europa. Die Wirtschaft Polens baut derzeit im Eilschritt Arbeitsplätze ab. Nachdem die Autoindustrie schon vor Weihnachten damit anfing, legte im Februar dann auch die Möbelindustrie und große Dienstleister wie PKP Cargo mit Beurlaubungen und Entlassungen los. So z.B. der größte Möbelproduzent Polens "Nowe Styl" gab die Entlassung von 25 % ihrer Mitarbeiter bekannt und PKP Cargo entlässt tausende Arbeiter. Der polnische Präsident Lech Kaczynski bot der Regierung seine Mitarbeit im Kampf gegen die Wirtschaftskrise an, doch bevor sich hierzu ein Verantwortlicher der Regierung äussern konnte, hatte Lechs Zwillingsbruder Jaroslaw ihm solche "Eskapaden" bereits verboten.
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