Moskau (Polskaweb) - Er kann Wahlplakate kleben, Ernten einbringen, aber auch eine gute Figur hinterm Schreibtisch abgeben und hat irgendwann einmal ein Praktikum bei der St. Petersburger AvtoVazBank gemacht. Sein Familienname sagt uns allerdings mehr, denn er ist ein waschechter Putin und dies kann verständlicherweise weder mit Armut noch Dummheit etwas zu tun haben. Wen wundert es also wenn russische Medien jetzt melden, dass Wladimir Wladimirowitschs Cousin Igor, als "Experte" der Geldwirtschaft, nun das Amt des Vizepräsidenten in der Zentrale der Moskauer "Master Bank" übernehmen musste, um mit Hilfe seiner Erfahrung das Institut zu einem ernstzunehmenden Konkurrenten im weltweiten Bankgeschäft zu machen. Und dass ein Putin für Erfolg steht beweist die Tatsache, dass schon kurz nach dem Erscheinen des Namens "Putin" auf dem Direkoren Board der Master Bank, sich ihr aktiver Wert von 5- auf 13,6 Milliarden Rubel erhöhte.
Gute Namen mit jüdischer Abstammung sind auch im heutigen Russland wesentlich mehr wert als hohe Qualifikationen. Der neue Job des Cousins vom russischen Premier als Vize- Präsident der Master Bank würde jeden "Nobody" mit ähnlicher Vorbildung völlig überfordern, nicht aber einen Putin. So ganz unbedarft ist Igor ja nun auch nicht. Schliesslich wurde er an der Offiziersschule für Armeefahrzeuge ausgebildet und sein Drei-Jahres-Praktikum im Bankwesen, mit nur 420 Fehltagen, schloss der heute 57-jährige mit besten Referenzen ab. Und Pläne sind ehrgeizig, will er doch die Master-Bank die heute auf Platz 59 unter den russischen Banken in Bezug auf ihre Vermögenswerte klebt, innerhalb kürzester Zeit in die Top 50 führen.
Jegor Altman, CEO der Master Bank, frohlockte in den Medien und lobte den Neuzugang der am kommenden Montag offiziell sein Amt antritt schon vorab in höchsten Tönen: " Wir sind absolut zuversichtlich, dass uns die Gewinnung eines Spezialisten wie Igor Putin ermöglichen wird, die Qualität unserer Arbeit noch weiter zu verbessern, womit wir auch in der Lage sein werden, schneller als je zuvor unsere Pläne umzusetzen. Etwas deutlicher drückte sich hierzu der Leiter der Research-Agentur "Finexpertiza" Agvan Mikayelyan aus:"Putins Rolle ist es die Schlagkraft dieser Bank zu erhöhen. Familiäre Verbindungen sind immer noch ein wichtiger Faktor des Wettbewerbs in unserem Land". Tatsächlich sind Russlands Wirtschaft und Finanzen fast komplett in den Händen von nur wenigen Familien und ihren Freundeskreisen. Hier kann man nur von ihren Gnaden reich werden, oder einen hochbezahlten Job bekommen, worunter natürlich das ganze Land in seiner Entwicklung schon ewig leidet.
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