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Familien der Opfer von Smolensk beantragen Exhumierungen

Veröffentlicht in : Nachrichten, Aktuelles




Warschau - Erst der vergangenen Woche hatte Russlands Vizepremier Sergej Iwanow auf einer Pressekonferenz in Moskau erklärt, dass Polen im Besitz von Kopien aller Materialien zu den Ermittlungen der Ursache des Flugzeugabsturzes vom 10. April bei Smolensk sei. Auch habe man alle persönlichen Dinge der Toten bereits nach Warschau übersandt - hiess es. Vertreter der polnischen Regierung bestätigten dies bisher nicht in vollem Umfang, sondern drucksen wie üblich weiter rum. Die Familien der Opfer der Katastrophe beklagen nach wie vor, dass Sie so gut wie nichts aus Moskau bekommen haben, weiterhin fehlen Handies, Notebooks etc. und sogar Kopien ärztlicher Befunde wie beispielsweise zu den Obduktionen ihrer Angehörigen. Seit Tagen diskutieren sie schon gemeinsam mit ihren Anwälten was man tun kann um endlich zumindest die Gewissheit zu haben, woran denn ihre Lieben tatsächlich starben und ob sie auch wirklich in den Särgen lagen die man zu Grabe trug. Am Dienstag hat man nun den Entschluss gefasst Exhumierungen der Leichen bei der zuständigen Warschauer Staatsanwaltschaft zu beantragen.

"Ich bin mir nicht sicher, was in dem Sarg war"


Die Ehefrau des bei dem Absturz der Präsidentenmaschine getöteten Ex- Vize-Premiers Przemyslaw Gosiewski war nach eigener Aussage die erste Angehörige welche eine Obduktion der Leiche ihres Mannes beantragt hat. Schon vor zwei Wochen hatte ihr Rechtsbeistand auch eine Vernehmung von Donald Tusk und Bronislaw Komorowski vor einem Staatsanwalt in der Sache beantragt, welche allerdings jetzt abgelehnt wurde. Beata Gosiewska sagte kürzlich in einem Interview mit der polnischen Presse-Agentur PAP, dass sie sich nicht sicher sei, was sich wirklich in dem Sarg befinde, der angeblich den Leichnam ihres Mannes enthalten soll. Ihr sei es nicht erlaubt worden diesen zu öffnen. "Fehlende Autopsie- Protokolle und Ungereimtheiten bei den Identifizierungen verstärken in mir dieses Gefühl noch" - betonte die Witwe.

"Ich glaube mein Vater lebt noch"

Malgorzata Wassermann, Tochter des ehemaligen Geheimdienst- Koordinators der IV Republik Zbigniew Wassermann, bekräftigte in einem anderen Interview, dass man auch um die Exhumierung der Leichen bitte, weil Moskau offenbar keinerlei  toxykologisch-chemische Expertisen angefertigt habe. "Der Vorschlag ist völlig gerechtfertigt. Wir werden immer noch mit der Information gefüttert, dass Moskau alles getan hat und alle notwendigen Untersuchungen durchgeführt habe, aber gesehen haben wir hiervon noch garnichts. Frau Wassermann hatte vor zwei Wochen davon erzählt, dass sie das Gefühl habe ihr Vater sei nicht tot, sondern an einem unbekannten Ort in Russland lebe. Auf jeden Fall kann sie es immer noch nicht fassen, dass er auf einmal nicht mehr nach Hause kam.

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Dienstag, 13. Juli 2010
 

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