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Stürme bedrohen die Sicherheit von Flugzeugen

Veröffentlicht in : Nachrichten, Aktuelles




Airbus A330 KatastropheWird der Flug über den Atlantik bald zu einem Albtraum ? Solche Szenarien werden, zumindest nach Angaben von Piloten der polnischen "LOT Airlines", alsbald keine Seltenheit mehr sein. Verschiedene Zwischenfälle, in Zusammenhang mit Stürmen über den Weltmeeren, wie z.B. zuletzt die Notlandung einer polnischen Boeing 767 kurz nach dem Start aus Chicago und auch die Katastrophe eines Air France Airbus-A330 auf der Haupt- Transatlantik Strecke nach Europa, weisen darauf hin, dass das Fliegen durch die schnell steigende Erderwärmung und die hieraus resultierenden Unwetter gefährlicher geworden ist. Ein neuzeitlicher, leistungsfähiger Sturm in großer Höhe ist heute bereits in der Lage ein Flugzeug bis an den Rand der Schallgeschwindigkeit zu treiben. Für solch eine Geschwindigkeit sind allerdings Passagiermaschinen nicht geeignet und können in der Luft auseinanderbrechen. Von daher warnen LOT- Piloten: Das friedliche Fliegen über die Ozeane ist vorbei. Das Risiko im Luftverkehr hat sich erhöht.

"Das Wetter macht Probleme" , warnen Piloten der "LOT Airlines". "Man kann den Klimawechsel mit bloßem Auge bereits über den Wolken erkennen. Passagiere müssen sich zwangsläufig auf die Tatsache einstellen, dass Fliegen weniger komfortabe wird" - bestätigte auch Jan Kreczmar, Direktor im Kommunikations- Büro der LOT in Warschau. Verschiedene Lot Maschinen die in den letzten 3 Wochen wegen angeblich kleineren "technischen" Problemen umkehrten oder notlanden mussten lassen vermuten, dass es nicht die Technik, sondern das Wetter war was diese Flugabbrüche verursacht haben könnte. Doch die Airlines schweigen sich meist über die wahren Hintergründe von Notlandungen aus und das Flugpersonal darf nichts sagen. Bezeichnend für eine wachsende Bedrohung für Flugzeuge durch das Wetter sind auch die zunehmenden Kündigungen "aus persönlichen Gründen" von Piloten bei der LOT und sicherlich auch bei anderen Airlines. Auch Stewards- und Stewardessen fühlen sich immer mehr überfordert, Passagiere noch lächelnd zu beruhigen, während schon Gepäck und Sauerstoffmasken aus den Behältern fliegen.

Polnische Piloten geben bereits offen zu, dass das Flugrisiko sich gegenüber früher und trotz viel besserer elektronischer Ausstattung erhöht hat. Dieses Risiko besteht aus zwei Faktoren, also einmal dem Unwetter was heutzutage über den Ozeanen in nie dagewesener Stärke tobt und was oft nicht einmal zu überfliegen ist, da es noch über der für Menschen ohne Raumanzüge zugänglichen Obergrenze weilt und zum zweiten die finanzielle Lage der Gesellschaften, die durch Annullierung oder Verspätungen immer höhere Verluste erleiden. Von daher liegt auch ein großen Druck bei den Pioten, die ihre Flugzeuge, selbst unter schwierigsten Wetter- Bedingungen, pünktlich ans Ziel bringen müssen. Leider schweigen auch die Personalereinigungen weitestgehends zu diesen wachsenden Risiken. Weltweit gibt es allerdings schon sichtbare Tendenzen, dass viele Piloten sich dem Druck ihrer Gesellschaften nicht beugen und auch schon mal ohne sich bereits in Unwettern zu befinden, aus Sicherheitsgründen auf dem nächsten Flughafen landen oder zurückkehrenden. Der gesunde Menschenverstand in der Verantwortung für die Menschen an Bord ist meist stärker als die Furcht vor dem Verlust des Arbeitsplatzes.

Ein deutliches Beispiel für eine solche Situation war die Notlandung einer LOT Boeing 767 Ende Juni auf dem Flughafen von Toronto. Das Flugzeug war von Chikago nach Warschau unterwegs und wurde nach knapp einer Stunde Flugzeit plötzlich urkräftig durchgeschüttelt. Der Jet verlor in 150 Sekunden 3 Kilometer Höhe. Der Pilot beschloss keinerlei Risiko einzugehen und dem Sturm in Richtung seines Zieles zu entkommen, sondern drehte nach Links Richtung Kanada ab. Inzwischen weiss man dass der Mann richtig gehandelt hatte. Nach der inzwischen vorgenommenen Prüfung der Flugschreiber und des Voice Rekorders kam u.a. heraus, dass die Boeing 767 fast Schallgeschwindikeit erreicht hatte. Diese Entscheidung hatte vermutlich die Besatzung des kürzlich über dem Atlantik abgestürzten Air- France Airbus aus Zeitdruck nicht gefällt und war ins Meer gestürzt. Das Wetter Radar in Boeing und Airbus zeigt nur das Geschehen in einigen Dutzend Meilen Entfernung an, alles danach fällt in die Entscheidungs- Kategorie "Roulette".

Flugzeuge werden auf den Atlantik Routen, vor allen Dingen von Europa nach Südamerika regelmäßig von Winden angegriffen, die dann die bekannten Turbolenzen erzeugen. Doch diese Winde sind heutzutage schnell einmal auch Stürme von bisher unbekannter Heftigkeit. Meist bricht dann nur durch professionelle Stewardessen keine Panik an Bord aus. Es kommt hierbei vor, dass den Passagieren gesagt wird, dass es sich nur um einen Mini- Sturm handele und in Wirklichkeit die Piloten des Flugzeuges schon um ihr und das Leben der Passagiere kämpfen. Ein LOT Pilot: "Ich habe lange mit meiner Frau über die wachsenden Probleme über dem Atlantik gesprochen. Sie wollte dass ich diese Arbeit nicht mehr mache. Doch am Ende war sie dann doch wieder dafür. Mir hat dies geholfen, denn für einen Piloten ist der Transatlantikflug die höchste Auszeichnung und nur die besten können damit umgehen. Natürlich habe auch ich Angst vor solchen Flügen. Wer keine Angst hat, ist entweder dumm oder sieht die Risiken nicht. Ich habe viele Tausend Flugstunden hinter mir und ich weiß, dass alles passieren kann. Unsere jungen Piloten haben alles gelernt, sie sprechen Sprachen, kennen die Computersysteme unserer Maschinen wie ihre Westentasche, doch wenn im Ernstfalle ein Flugzeug manuell geflogen werden muss, ist wieder die Erfahrung der älteren Piloten gefragt".

Passagiere und Bordpersonal müssen nun zwangsläufig sich darauf einstellen, dass das Fliegen jetzt und in Zukunft abenteuerlicher und risikoreicher werden kann. Es spielt hierbei auch keine Rolle ob man in einem Airbus oder einer Boeing fliegt, die Ausrüstungen der Maschinen und die Ausbildung der Piloten liegen auf gleichem Level. Eine vorläufige Besserung könnte man allerdings durch das (auch spontane) Ändern von Flugrouten und unerwarteten Zwischenlandungen erreichen, doch dazu fehlt den Airlines das Geld. Das Geschäft mit den Flugreisen hat sich nämlich in den letzten Jahren für die meisten Gesellschaften zur Konkursverwaltung entwickelt. Ohne staatliche Unterstützungen und höheren Flugpreisen, wird in Punto Sicherheit die Lage sich in den nächsten Jahren noch erheblich verschlechtern und man muss weitere Abstürze von Passagiermaschinen befürchten. Oberste Priorität hierzu ist aber hierzu auch eine Ehrlichkeit der Fluggesellschaften gegenüber ihren Kunden sein, denn sie müssen verstehen, warum man die Preise, vor allem für Transatlantikflüge, erheblich erhöhen muss.

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Montag, 6. Juli 2009
 

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