Moskau - Im Hauptsitz der Moskauer Nachrichtenagentur Interfax veröffentlichte das russische Inter-Aviations Kommittee (MAK), am Mittwoch Vormittag einen ersten offiziellen Vor- Bericht zu dem Absturz der Tupulew 154M mit dem polnischen Präsidenten Lech Kaczynski am 10. April bei Smolensk. Bei der Bekanntgabe anwesend war auch der Leiter der staatlichen polnischen Kommission für die Untersuchung von Flug- Unfällen Edmund Klich, der über die Erkenntnisse von eines in Polen auswerteten Flugschreibers Auskunft geben sollte. Demnach hat der Technische Ausschuss keinerlei Merkmale eines terroristischen Anschlages identifizieren können. Es wurde jedoch festgestellt, dass sich ca. 16 bis 20 Minuten vor dem Absturz im Cockpit der Maschine zwei Menschen befanden, die nicht zur Crew gehörten. Die Stimme einer dieser Personen konnte noch nicht identifiziert werden. Ausgeschlossen hat man ebenso einen Brand an Bord der Tupolew, TARS- und GSS-Navigationssystem haben darüberhinaus einwandfrei funktioniert.
"Wir haben die Arbeiten vor Ort abgeschlossen. Alle Elemente des Flugzeugs befinden sich an einem speziell gesicherten Ort. Gemeinsam mit den polnischen Kollegen arbeiten wir nun noch an der Identifizierung der Stimmen auf dem Voicercorder" - sagte die Leiterin der russischen Kommission Tatiana Anodina bei Interfax. Edmund Klich erklärte aber, dass die Auswertung des Stimmen- Rekordes keine Auswirkungen auf den weiteren Verlauf der Ereignisse habe. Er räumte auch (wider der Wahrheit) ein, dass die polnische Seite keine Probleme mit der Zusammenarbeit mit russischen Spezialisten habe.
"Die Mannschaft der Tupolew wurde ein paar Tage vor dem tragischen Flug zusammengestellt. Das Flugzeug war nach Ansicht von Fachleuten in einem Top- Zustand und hatte genügend Treibstoff. Der Jet hatte drei Mal den Flugplatz umkreist und sich danach trotz der Wetterlage entschieden einen Landeversuch zu machen. Den Piloten war frühzeitig mitgeteilt worden, dass dichter Nebel die Sicht behindere. Den ersten Kontakt mit der Erde hatte die Tupolew etwa 1100 Meter vor der Start-und Landebahn. Der Absturz ereignete sich um 10,41 russischer Zeit (MEZ 8.41). Das Flugzeug zerbrach in der Luft. Das TAWS- Annäherungs-System gab 18 Sekunden vor dem Absturz eine Warnung ab. Die technische Untersuchung steht im Einklang mit den Vorschriften nach der Konvention von Chicago. Wir wollen diese Methode als die objektivste etablieren" - sagte Tatiana Anodina.
Edmund Klich: "Die Crew war sich bewusst, wie wichtig die Teilnahme des polnischen Präsidenten an der Zeremonie in Katyn war. Der Pilot musste aber selbst entscheiden, ob der Flugplatz zur Benutzung geeignet war. Die Besatzung erhielt Informationen über alternative Flughäfen. Es gab kein Attentat, Brand, Explosion oder einen Unfall an Bord der Tu-154. Die Motoren arbeiteten bis zu ihrem Aufprall am Boden. Die Tür des Cockpits war offen während des Landeanfluges. Es gibt keine Probleme in der Zusammenarbeit bei den Untersuchungen. Polnische Vertreter hatten vollen Zugriff auf alle Informationen aus Smolensk und Moskau. Sie haben auch an den Auslesungen der Black- Boxen sowie an Zeugenvernehmungen teilgenommen. Der Informationsfluss kam nicht so schnell, wie man wollte und einige Dokumente sind vertraulich, weil es ein militärisches Flugzeug war".
Klich sagt im Bezug auf die gute Zusammenarbeit mit den russischen Ermittlern nicht die Wahrheit, wie auch die jetzt vorgelegten Ergebnisse kaum Neues bringen. Man eiert nach wie vor herum. In einem zivilisierten Land wäre man längst abgelöst, wenn nicht sogar wegen Verdunklungsgefahr eingesperrt worden. Nach Ansicht von "Polskaweb" sind die ganzen Ermittlungen zu dem Flugzeugabsturz nicht mehr als nur eine Farce. Gestern ist der Stabschef und stellvertretende Kommandant der polnischen Luftwaffe, General Zaleski, von seinem Amt zurückgetreten. Laut "Rzeczpospolita" hängt seine Entscheidung mit "Unregelmäßigkeiten" (Abstürzen) bei der Luftwaffe zusammen. Zaleski sollte jetzt eigentlich seinen bei dem Flugzeugabsturz am 10. April in Smolensk ebenso getöteten Vorgesetzten General Blasik ersetzen.
Update:
Soeben wurde bekannt, dass auch der neue Oberbefehlshaber aller polnischen Waffengattungen, erst vor wenigen Tagen ernannt, jetzt um seine Entlassung gebeten hat. Offiziell heisst es "aus gesundheitlichen Gründen", gemunkelt wird allerdings, dass Kritiker der Regierung zum Rücktritt getrieben werden. Die polnische Nachrichtenagentur PAP berichtete vor wenigen Minuten, dass die nicht identifizierte Stimme im Cockpit der Tupolew General Blasik gehört haben soll. Diese Information habe man aus Kreisen der Ermittler - heisst es. Als nächstes wird man jetzt suggerieren, dass der Luftwaffenchef die Piloten zur Landung zwang, womit wir wieder bei Lech Kaczynski wären.
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Polskaweb zu Smolensk: GUT!
Geschrieben von: Bruno Buike () am 21-05-2010 22:06