WARSCHAU - Tausende polnische Familien warten schon seit 70 Jahren auf eine Nachricht über das Schicksal von Angehörigen, die nach dem Einmarsch der roten Armee im September 1939 im damaligen Ostpolen gefangen genommen wurden und seitdem als verschollen gelten. Mindestens 21.857 Polen sollen im Jahre 1940 durch Mordtruppen des sowjetischen Geheimdienstes NKWD, in Katyn bei Smolensk (Russland), Piatichatki bei Charkow (Ukraine) und Miednoje bei Twer in Weissrussland, durch Genickschuss getötet worden sein. Doch immer noch konnte ein großer Teil der Opfer nicht identifiziert werden, da diesbezügliche Namenslisten teils noch in Archiven von Geheimdiensten lagern. Der russische Premier Putin, der seinen polnischen Amtskollegen Donald Tusk am 7. April im Rahmen einer Feierstunde in Katyn treffen will, hat nach Angaben der Gazeta Wyborcza nun "Experten" nach Weissrussland entsandt, die in Minsker Archiven die Opferliste von Miednoje aufspüren und nach Moskau tragen sollen. Putin will damit offenbar in Katyn auftrumpfen um den Streit mit Polen um die Massaker zu entschärfen.
Die meisten polnischen Opfer des NKWD mussten in der Nähe von Twer in Weissrussland ihr Leben lassen. Es sollen hauptsächlich Polizisten, Geheimdienstler, Beamte, Grundbesitzer, Lehrer und Ärzte gewesen sein, hierunter auch viele Juden die zur polnischen Intelligenz zählten. In einem Wald bei Katyn und in Piatichatki bei Charkow ermordete man hauptsächlich polnische Militärs. Die Exekutionen wurden zwischen dem 3. April und dem 19. Mai 1940 vom NKWD ausgeführt. Nur am 1. Mai war Ruhetag, ansonsten ermordete man täglich hunderte Menschen. In Miednoje sollen es 250 gewesen sein, die pro Tag in einem schalldichten Raum getötet wurden. Ihre Leichen verscharrte man in Massengräbern in der Nähe. Ihre Identitäten beruhen weitestgehends auf Vermutungen und Hinweisen. Eine Liste mit den Namen von mehreren Tausend Miednoje Opfern, soll sich aber im Archiv des belarussischen Geheimdienstes befinden. Genau dort suchen denn auch wahrscheinlich Putins Gesandte derzeit nach ihr.
Die Opferzahlen des NKWD vom April / Mai 1940 werden von vielen öffentlichen Stellen sehr unterschiedlich angegeben. Polen korrigiert schon seit einiger Zeit die eigenen Opfer nach unten, hierbei auch die der nicht etnischen Polen. Auf der Miednoje- Liste vermutet man aktuell die Namen von knapp 4000 ermordeten Polen. In kommunistischen Zeiten wurde stets in Osteuropa gelehrt, dass es die Deutschen waren, die in Katyn und anderswo "polnische Intelligenzen", Frauen und Kinder, sowie Militärs ermordet haben. Immer öfters findet man heute allerdings Hinweise darauf, dass vor allen Dingen auch Sowjets und Ukrainer für solche Massaker verantwortlich waren. Gleichwohl mordeten auch Polen nach dem Angriff Hitlers auf Russland. Sie rächten sich an Kollaborateuren und Mördern ihrer Angehörigen. Im Osten Polens gab es von 1939 bis 1945 zahlreiche Massenmorde an Zivilisten. Hier bekämpften sich hauptsächlich die polnische Heimatarmee (AK), jüdische- , sowjetische und ukrainische Partisanen. Dieser Völkermord karrte später als "Verbrechen der Wehrmacht" durch Deutschland.
Katyn ist ein eindeutiger Beweis dafür, wie Stalin die Geschichte in seinem Interesse fälschte. Gleichwohl regte er Polen, Ukrainer, Ungarn und andere okkupierten Staaten nach dem Kriege an, auch ihre Verbrechen den Deutschen anzulasten. Daran arbeitet man noch heute, in Russland, wo die Kommunisten gerade wieder einen Film über Katyn veröffentlicht haben, der beweisen soll, dass doch die Deutschen hier Täter waren, und in Polen wo zum Jedwabne Pogrom nun erneut durch das IPN nach deutschen Spuren gesucht wird. Kein Problem, die Deutschen sind bereits daran gewöhnt für alles vor 1945 verantwortlich gemacht zu werden. Ihre Masse an dubiosen Historikern, Journalisten, Literaturkritikern und Politikern wird ihnen auch Jedwabne erneut als deutsches Verbrechen verkaufen und die Nachkommen von Opfern und Tätern großzügig entschädigen. Aber jetzt freuen wir uns erst einmal darauf, was Vladimir Putin am 7. April zu sagen und zu verschenken hat.
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Die wirklichen Schuldigen
Geschrieben von: otto sturhahn () am 20-03-2010 20:19