Warschau - Widersprüchliche Angaben zwischen dem polnischen Präsidenten Lech Kaczynsky, Premier Donald Tusk und dem neuen US Botschafter in Polen Lee A. Feinstein werfen neues Licht auf den wahren Hintergrund der Reise des US- Vizepräsidenten Joe Biden in der vergangenen Woche nach Warschau, Prag und Bukarest, wobei sich herauskristallisiert , dass der Amerikaner wohl kaum zum "Streicheln der polnischen Seele" an die Weichsel gekommen war, sondern zum Verhandeln. Feinstein sagte nämlich heute in einem Fernsehinterview, was die Führung des Landes in Warschau sich weigert zuzugeben, nämlich dass Polen alsbald bis zu Eintausend zusätzliche Soldaten nach Afghanistan entsenden werde. Dies wäre der Preis für ein Versprechen auf die Stationierung von SM-3 Raketen- Systeme in Polen - heisst es hierzu aus gut informierter Quelle. Die große öffentliche Freude von Premier Tusk über ein "neues" US Raketenschild im Lande beweist somit, dass man einer Aufstockung am Hindukusch längst zugestimmt hat.
US- Vize Präsident Joe Bidens Reise nach Warschau war also kein Besuch vom reichen Onkel aus Amerika, sondern eines Mannes der im Auftrage von Barack Obama energisch darauf bestand, dass Polen zusätzliche Truppen in den Krieg mit den Taliban sendet. Man kann es auch nicht als Zufall bezeichnen, dass am Wochenende ein riesiger US- Zerstörer, die USS Ramage, im polnischen Ostsee- Hafen Gdynia einlief. Die Bewaffnung dieses Kriegsschiffes sollte Politiker und Bevölkerung gleichwohl beeindrucken und schon einmal mit einem Vorgeschmack dessen locken, was denn Polen durch die US- Regierung in Aussicht gestellt wurde, denn der Zerstörer war mit den begehrten SM-3 Raketen bestückt.
Beim derzeitigen Treffen der Verteidigungsminister der Nato Mitgliedsstaaten in Bratislava spricht man offziell nicht über das Thema von Truppenaufstockungen in Afghanistan. Die Entscheidung hierzu sei verschoben worden, hiess es in einer Pressemitteilung. Doch der Druck Bidens in Warschau, der er auch bei seinen Besuchen in Tschechien und Rumänien sicherlich zum Einsatz gekommen sein wird, beweist, dass man längst im Hintergrund schon an der Realisierung des Wunsches vom Kommandeur der NATO-Streitkräfte in Afghanistan, General Stanley McChrystal, 40 Tausend zusätzliche Truppen zu erhalten, mit Vehemenz und Druck auf einzelne Regierungen arbeitet.
Die USA weiss, dass der Krieg mit den Taliban unter Umständen verloren gehen kann, wenn nicht viele Nato Staaten gemeinsam hier an einem Strang ziehen. Die Terroristen werden vor allen Dingen durch Politiker jener Nato Staaten die Kontingente in Afghanistan haben gestärkt, die alle drei Monate mit Rückzugsabsichtserklärungen an die Öffentlichkeit gehen. Auch linke- und grüne Parteien haben noch nicht verstanden warum es in Afghanistan eigentlich geht. Afghanistan ist nicht der Irak, wo die USA, Großbritannien und Polen unter sehr dubiosen Umständen einmarschiert waren und neben der Infrastruktur auch uralte Kulturstätten, wie z.B.. die Ruinenstadt Babylon, weitestgehend zerstörten. Es ist vor allen Dingen ein Land dessen eigentliche Herrscher die Produktion und die Wege zur Herstellung und Vertrieb der schlimmsten aller Drogen "Heroin" unterstützen und zudem den weltweiten Terror fördern.
Personalmangel in Afghanistan ist natürlich das größe Problem der Nato und einer der Hauptgründe, warum die gesamte Mission in eine spektakulären Katastrophe enden könnte, ähnlich wie sie bereits in den 80er Jahren die Sowjetunion schon in Afghanistan erlebt hatte. Die Verbündeten insgesamt sind wenig bestrebt neue Soldaten in den Krieg zu schicken. Dies gilt insbesondere für die Deutschen, Spanier und Niederländer, aber auch die Dänen, die ihre eigenen Gründe haben. Rumänien und Bulgaren geben offen zu, dass sie nicht das Geld haben, ihre Präsenz in Afghanistan zu erhöhen. Vor diesem Hintergrund ist eine Aufstockung von weiteren mindestens 600 polnischen Soldaten schon eine absolute Sensation, auch unter Berücksichtigung der finanziellen und militärischen Fähigkeiten Polens.
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Kommentar von: yakko () Publiziert am 02-12-2009 10:53