ZAKOPANE - "Wir verlieren den Kampf um ausländische Touristen und wir sind selbst daran Schuld" - erklärte das Zakopane-Promotion-Büro nach einer Analyse des Saisongeschäftes 2009/2010. Hiernach sollen die Umsätze von Hotels, Pensionen, Händlern und sogar Prostituierten bis zu 50% zurückgegangen sein. Ein Drittel aller Betten von Stadt und Umgebung standen permanent leer, was für das eigentlich bisher sehr populäre Zakopane ein Novum war. Die Schuldigen an der Misere will man auch schon ausgemacht haben. So seien es vor allen Dingen die neureichen Ukrainer und Russen die immer weniger kommen, dafür bestimmen aber jetzt "betrunkene Briten - meist Studenten und Klempner aus England, Wales und Irland" das Stadtbild - heisst es. Den Verlust des Interesses ausländischer Touristen an dem Wintersportort bestätigte auch der polnische Tourismus- Verband.
Wenn z.B. ein Brite, Deutscher oder Schweizer mal eben nach Zakopane will, ist dies überhaupt kein Problem. Nicht nur der nahe Krakauer Flughafen verbindet schnell mit Europa und der Welt, sondern auch zahlreiche Billigflieger aus London, Manchester, Dublin, Brüssel oder Basel, die auf dem für Wintersportler noch zentraler liegenden Airport der slowakischen Stadt Poprad, am Fuße der Hohen Tatra starten und landen. Zakopane wird aber nicht nur im Winter, sondern auch im Sommer eigentlich gerne besucht. Dann sind es aber meist die Wochenendausflügler, die auch an Feiertagen den Ort und die umliegendende Natur bevölkern. Nach einer aktuellen Schätzung des Stadtrates, habe man aber auch bei dieser Form des Tourismus zuletzt rund 20 Prozent weniger Besucher als im gleichen Zeitraum des Vorjahres Jahr notiert. Die offiziellen Zahlen hierzu sollen im April veröffentlicht werden.
Doch gerade bei der Konkurrenz in Poprad scheint man zu wissen warum es beim Nachbarn immer schlechter läuft und bei den Slowaken immer besser. "Zakopane hat vielleicht bessere Folklore und Restaurants, aber wir haben dafür eine hervorragende Infrastruktur. Sogar unsere Thermen haben in 2009 einen unerwarteten Sturm von Touristen aus der Tschechischen Republik, Russland, Ukraine, Rumänien, Deutschland und Polen erlebt" - behauptet das Poprader Touristenbüro. Über die Pläne der Zakopaner Stadtväter schütteln die Slowaken aber nur den Kopf. Einen "Platz zum Ausruhen für die Elite" will man schaffen. Neue Strassen sollen gebaut werden, mehrstöckige Parkhäuser und sogar einen Landeplatz für private Hubschrauber. Bei solchen Plänen sind britische Klempner und Studenten natürlich unerwünscht und fehl am Platze.
Jedes Jahr zieht es rund 12 Millionen Touristen nach Zakopane. Die meisten hiervon sind Wochenend- Ausflügler. Polen insgesamt wurde 2009 von rund 5 Prozent weniger Touristen als in den Vorjahren besucht. Hierfür waren vor allen Dingen steigende Übernachtungspreise verantwortlich. Die meisten Touristen kamen aus Deutschland (1,1 Millionen), Großbritannien (340 Tausend) Italien (180 Tausend) Und Frankreich (174 Tausend). Im Trend ist Polen aber immer mehr bei jungen Leuten, Ältere kommen dagegen immer weniger.
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Klempner verloren
Geschrieben von: Bloggerworld () am 08-04-2010 11:52