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Den Stolz der polnischen Flotte versenkt

Veröffentlicht in : Nachrichten, Aktuelles




Polnischer Luxusliner PilsudskiDanzig - Haben Sie schon einmal von der "MS Pilsudski" gehört ? "Der MS Batory" ? Die Namen Pilsudski und Batory dürften Ihnen aber sicherlich geläufig sein, wenn Sie auch nicht wissen, dass Polen zu Beginn des zweiten Weltkrieges zwei riesige Kreuzfahrtschiffe besaß, die mit über 160 Metern Länge in etwa die Ausmaße der heutigen "MS Deutschland" hatten. Diese Ozean Liner, die meist zwischen Gdynia und New York verkehrten, waren mit Recht der Stolz der polnischen Flotte und nicht weniger luxeriös als andere vergleichbare Passagierschiffe jener Zeit. Leider beendete der Angriff Nazi-Deutschlands und der Sowjetunion im September 1939 auf das damalige Polen mit einem Schlag das Luxusleben an Bord dieser Prachtstücke, denn sie wurden noch im gleichen Monat in Großbritannien für den Kriegseinsatz umfunktioniert. Während die MS Batory es sogar schaffte den ganzen Krieg unbeschadet zu überleben, ging das Leben ihres Schwesterschiffes "MS Pilsudski" schon am 26. November 1939 zuende, sie sank aus noch ungeklärten Gründen vor der Küste von England.



Gesunkener polnischer Luxus- Liner wird untersucht

Eine Gruppe von polnischen Tauchern hatte sich schon vor einiger Zeit entschlossen, das Geheimnis um die Ursache des Unterganges eines der schönsten Schiffe in der Geschichte der polnischen Flotte zu lüften, worüber sich schon seit Jahrzehnten heimische Historiker die Köpfe zerbrachen. Die Tauchgänge zu der etwa dreißig Meilen von der britischen Küste entfernt liegenden "MS Pilsudski", die in 34 Metern Tiefe vor sich hinrostet, ist für die erfahrenen Wracktaucher aus Polen etwas ganz besonderes. Dies wahrscheinlich deshalb, weil die Geschichte dieses Schiffes tragisch und romantisch zugleich erscheint und zudem noch der Name des berühmten polnischen Marschall Pilsudskis über allem schwebt. Speziell zum 70. Jahrestag ihres Unterganges hatte die Gruppe sich ein großes, schnelles Tauchboot vom "Typ XS-Ribs" angeschafft, um der im dritten Kriegsmonat ums Leben gekommenen Besatzung die letzte Ehre zu geben und gleichzeitig das Rätsel ihres Unterganges zu klären.

Italiener lieferten Ozeandampfer gegen Kohle


Die Passagierdampfer "MS Pilsudski" wurde im Jahre 1935 in einer Einheit mit Schwesterschiff "MS Batory" in Triest gebaut. Sie diente ursprünglich als Passagierschiff, das auf Strecke zwischen Gdynia und New York verkehrte. Es war damals ein mit Spannung erwartetes Projekt einer polnischen Regierung mit sehr begrenzten finanziellen Ressourcen. Allerdings hatte man vorab eine recht originelle Lösung für den Kauf der Schiffe gefunden, denn Polen sollte im Gegenzug einzig hierfür Kohle an Italien liefern. Das besondere an der "MS Pilsudski" war aber das Interieur welches von erstklassigen polnische Möbel-Designern und Künstlern geschaffen worden war. Die Passagiere sollten sich fernab der Heimat auf dem Ozean wie Zuhause fühlen. Schnell wurde das Schiff zu einer Brücke zwischen den polnischen Einwanderer in Amerika und Polen. Die "MS Pilsudski" wurde zu jener Zeit das Flaggschiff der polnischen Flotte. Auch technisch gehörte sie zu den fortschrittlichsten Schiffen dieser Zeit und war sogar mit einem Hallenbad ausgerüstet.

Das tragische Ende der "MS Pilsudski"

Nach nur drei Jahren seiner Dienstzeit und genau fünfunddreißig Reisen, befand sich die "MS Pilsudski" am 1. September 1939 auf dem Rückweg von New York vor der Küste von England, als der zweite Weltkrieg begann. Das Schiff, mit seiner gemischten polnisch-englische Besatzung, fuhr in den Hafen von Newcastle. Alle Passagiere mussten an Land gehen. In allerkürzester Zeit wurde dann die "MS Pilsudski" zu einem Militärtranporter umgebaut und fuhr alsdann unter der Flagge der britischen Admiralität. Schon am folgenden 26. November machte sich der Dampfer angeblich von Newcastle nach Neuseeland auf, seine letzte und kürzeste Fahrt. An Bord des Schiffes sollen etwa 200 Mann gewesen sein. 29 Meilen südöstlich von Kap Flamborough sank das Schiff dann plötzlich. Ein britisches Schiff kam schnell zur Hilfe, sodass es nur wenige Opfer gab, unter diesen der Kapitän, welcher bis zuletzt an Bord geblieben war und dann sich im eiskalten Wasser der Nordsee unterkühlte, entkräftete und starb. Bis heute konnte die Ursache ihres Untergangs nicht ausreichend geklärt werden. Es gibt aber drei Hypothesen: ein deutsches Minenfeld, ein Torpedo aus einem deutschen U-Boot, oder gar Sabotage.

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Dienstag, 15. September 2009
 

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