Schwarze Gewitterwolken ziehen sich über der Ukraine zusammen. Das zweitgrößte Land Europas kämpft ums Überleben, doch die Chancen hierzu stehen sehr schlecht. Die Lage der Wirtschaft spitzt sich dramatisch zu und trifft wieder einmal mit voller Wucht zuerst den einfachen Menschen der seit dem Ende der Sowjetunion im Jahre 1991, im Gegensatz zu anderen Bürgern ehemaliger Sateliten- Staaten der UDSSR, sowieso bis heute noch nichts zu lachen hatte, denn ein Gefühl von Unabhängigkeit und Freiheit hat er noch nicht kennengelernt. Die Preise am Dnepr steigen tagtäglich während die Einkommen immer weiter sinken. Nach Angaben der ukrainischen Staatsbank ist das Wirdschaftswachstum im November um 14,4 Prozent gegenüber dem gleichen Zeitraum gesunken. Auch die Währung des Landes "Hryvnia" hat in diesem Jahr 50% an Wert verloren. Die politische Führung des Landes unter dem pro- westlichen Präsidenten Wiktor Juschtschenko und Ministerpräsidentin Julija Tymoschenko sind ratlos, denn innenpolitsch sind die schlimmen Wirtschaftsprobleme des Landes nicht zu lösen und das westliche Ausland hat selbst zu kämpfen. So ist sind es einzig der russische Premier Putin und Präsident Dmitri Medwedew in Moskau, welche die Geschehnisse im Nachbarland sehr aufmerksam verfolgen.
Die Prognosen für das kommende Jahr sehen gleichermaßen schlecht aus. Das Land befindet sich bereits in Rezession, obwohl es niemand wahrhaben will. Millionen Ukrainer leiden bereits mehr denn je zuvor. Die katastrophenmäßige Konjunktur treibt derweil auch viele ausländische Firmen an das Land zu verlassen um ihr Glück anderswo zu versuchen. Die Folgen des laufenden ukrainischen Rezessions- Prozesses sind noch nicht voll absehbar, aber sicher ist dass "des Einen Leid des anderen Freud" sein könnte, denn der Kreml wird nicht zögern die Wirtschaft und Politik einer sterbenden Ukraine erneut unter seine Kontrolle zu bekommen. Das Land braucht mehr denn je westliche Hilfe, aber in Berlin, Paris, London, Washington und selbst in Warschau sitzt man mit gefalteten Händen da. Die eigenen Probleme bezüglich der Auswirkungen der Welt- Wirtschaftskrise, mit prognostiziertem Höhepunkt im kommenden Jahr, lassen keinen Gedanken- Spielraum für ein sterbendes ostereuropäisches Land mit einer unkalkulierbaren russischen Minderheit zu.
Amtliche Prognosen für das erste Quartal 2009 sprechen denn auch von einem weiteren vorausichtlichen Wachstumsrückgang von 7 - 10 % mit einer gleichzeitigen Preissteigerung bis zu 20 %. Die Abwertung der ukrainischen Währung hat bereits einem ziemlich großen Teil der ukrainischen Bevölkerung den Gnadenstoß gegeben. Ähnlich wie derzeit in Polen sind auch in der Ukraine zehntausende Kredite in ausländischer Währung im Wohneigentumsbereich geplatzt. Ursache war hier hauptsächlich die starke Aufwertung des US Dollars gegenüber der eigenen Hryvnia. In der letzten Woche zahlte man für den Dollar 5,5 Hryvnia; in dieser Woche sind es schon 8 und für die kommende Woche prognostiziert man sogar einen Wechselkurs von 1 : 10. Die laufende Krise hat ganz besonders auch die ukrainische Stahlwirtschaft getroffen, welche bisher die Haupt- Einnahmequelle aus dem Exportgeschäft des Landes war. Hier hatte sich die Produktion in den letzten 12 Monaten um 50 % verringert. Unzählige Arbeitslose aus strukturschwächeren Regionen strömen zur Zeit auf der Suche nach Arbeit und Brot in die großen Städte, doch hier ist es auch nicht besser und Betten gibt es nur noch gegen Dollar oder Euro.
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