WARSCHAU - Nachdem am Sonntag der polnische Präsident Lech Kaczynski und andere Opfer der Flugzeugkatastrophe zu Grabe getragen wurden, befinden sich 20 der getöteten Passagiere des tragischen Fluges immer noch in einer Moskauer Gerichtsmedizin, sie konnten nicht identifiziert werden. In mühsamer Arbeit müssen nun DNA von Verwandeten der Opfer mit übriggebliebenen Körperteilen verglichen werden, ehe dann wieder das eine oder andere Opfer wieder in die Heimat kommen kann. Polnische Ermittler, welche die Umstände der Katastrophe klären sollen, arbeiten praktisch rund um die Uhr. Wenige Details aus bisherigen Erkenntnissen gelangten bisher nur an die Öffentlichkeit, genug aber um Spekulationen jeglicher Couleur anzuheizen. Durch Interwiews mit an den Untersuchungen beteiligten polnischen Staatsanwälten, sind dennoch einige wahre dramatische Momente der letzten Sekunden aus Cockpit und Passagierraum bekanntgeworden, welche ein Voicerecorder aufgezeichnet hatte.
Die Ursache des Absturzes einer Tupolew- 154 mit dem polnischen Präsidenten an Bord am 10. April in Russland ist noch völlig offen, wenn auch inzwischen mehr Indizien gegen die bisher zahlreich veröffentlichten Unfall- Theorien sprechen, die sich rein von der Argumention angeblichen schlechtem Wetter an der Unfallstelle nähren. So ist z.B. nicht einmal klar, wer tatsächlich bei der Katastrophe auf dem Pilotensitz saß, denn weder wurde bisher die Crew identifiziert, noch war der bisher als Kapitän genannte Arkadiusz Protasiuk Kommandant an Bord des Flugzeuges, sondern sein Kollege Robert Marek Grzywna. Auch weiss man wahrscheinlich nicht einmal wem die Stimme gehörte, welche mit dem Tower von Smolensk in mehrern Sprachen kommuniziert haben soll.
Unter den 21 noch nicht identifizierten Opfer von Smolensk sollen sich ausgerechnet höchste Militärs, die drei Piloten der Tupolew, sowie der Bordingenieur befinden: General Andrzej Blasik (Oberbefehlshaber der Luftwaffe), Admiral Andrzej Karweta (Oberbefehlshaber der Marine), Brigadegeneral Bronislaw Kwiatkowski (Befehlshaber der Luftwaffe u. Leiter Joint Force Training Center in Bydgoszcz), Artur Gilarski (Kommandeur des Armeecorps Warschau), Wlodzimierz Potasinski (Kommandeur polnischen Spezialeinheiten), Robert Marek Grzywna (Kommandant der Tupolew- Besatzung), Arkadiusz Protasiuk (Pilot), Artur Zietek (Pilot), Andrzej Michalak (Bordingenieur).
Nach Angaben von zwei der an den Untersuchung in Smolensk beteiligten Staatsanwälte, waren die letzten Sekunden vor dem Absturz der Tupolew der Horror. Aus dem Stimmenrekorder habe man lauter werdendes "Murmeln" aus dem Passagierbereich des Flugzeuges gehört und dann plötzlich "unmenschliche Schreie des Entsetzens und Schmerzes" aus dem Cockpit. Schon in Moskau hatte man herausgefunden, dass den Piloten kurz vor dem Absturz schon bekannt war, dass die Maschine nicht mehr zu retten war. Eine Auswertung der Stimmen von Passagieren ist aktuell Bestandteil von Untersuchungen in Polen. Man hört auf dem Band angeblich deutliche Worte und Geräusche von vielen Passagieren.
Direkt hinter dem Cockpit, in einem kleinen Raum, befand sich eine Stewardess, die genau wie die Piloten bisher auch noch nicht identifiziert werden konnte. Dann folgten drei Salons. Im ersten befanden sich Lech Kaczynski und Frau Maria. Der Präsident wurde als nach dem Absturz erstes identifiziert. Sachverständige und Staatsanwälte haben jetzt die Aufgabe, die "Stimmen der Angst", aus den Sekunden als Passagieren und Besatzung klar war, dass sie wahrscheinlich nicht dem Tod entkommen werden, mit den Daten von Flugschreiber zwei und drei zu synchronisieren, um Anhaltspunkte zur Rückverfolgung des Ablaufes der Tragödie zu erhalten.
"Polskaweb" hält Sie aktuell in der Sache auf dem Laufenden. Am Montag bringen wir hierzu auch eine Zusammenfassung der Indizien welche für einen herbeigeführten Unfall sprechen könnten und welche nicht. Ebenso berichten wir über gewichtige Motive eines möglichen Anschlages.
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Smolensk - Piloten und Generäle nicht id
Geschrieben von: Till () am 19-04-2010 16:08