MOSKAU - Der militante tschetschenische Führer Doku Umarow hat in einem Bekenner- Video auf einer Islamisten- Webseite die Verantwortung für die Selbstmordattentate am Montag auf die Moskauer U-Bahn übernommen. Bei den Anschlägen waren zwischen 39 und 80 Menschen getötet und eine Vielzahl verwundet worden. In dem Video sprach Umarow auch über seine früheren Drohungen, den Krieg in die russischen Städte zu bringen. Der Rebell hatte im Herbst 2007 das "Kaukasus-Emirat" ausgerufen und sich selbst zu dessen Emir ernannt. Die tödlichen Anschläge rechtfertigte er als Racheakt für die Tötung von kaukasischen Zivilisten durch russische Sicherheitskräfte. Moskauer Behörden hatten schon am Dienstag behauptet, dass die Terrorakte durch militante Verbrecher aus dem Nordkaukasus organisiert und durchgeführt worden seien. Am Mittwoch soll es auch in Dagestan zu Bombenanschlägen gekommen sein, hierbei haben 12 Menschen, hierunter 9 Polizisten, ihr Leben verloren.
Der russische Regierungschef, sagte am Dienstag im Fernsehen, dass höchtwahrscheinlich alle Anschläge von einer bestimmten militanten Gruppierung aus dem Kaukasus ausgeführt wurden. Der russische Geheimdienst FSB erklärte schon kurz nach dem Terror in Moskau, dass die Spur der Täter in den Nordkaukasus führe. Von hier kam allerdings durch einen Sprecher Umarows erst einmal umgehend ein Dementi. Umso überraschender war dann die Video- Aussage des Rebellenführers selbst, er habe persönlich den Angriff befohlen. Gleichzeitig kündigte er hier weitere Anschläge in Russland an. Das "Kaukasus-Emirat" und "Emir" Umarow werden für zahlreiche Anschläge in Russland und anderswo verantwortlich gemacht. Die Gruppe hatte sich u.a. auch zu dem November 2009- Attentat auf den "Newski Express" bekannt, wobei 28 Menschen getötet worden sein sollen.
Noch am Mittwoch Morgen hatte ein kaukasischer Fernsehsender in Umarows Namen Russlands Geheimdienst FSB und Premier Putin beschuldigt, die Anschläge selbst inszeniert zu haben. Deartige Spekulationen machen auch heute noch die Runde bezüglich Explosionen von Gebäuden vor 10 Jahren in Moskau, sie hatten auf jeden Fall Putins Aufstieg begünstigt und zum gewünschten zweiten Tschetschenien Krieg verholfen. Solche Ereignisse nutzen in der Regel Politiker und Regierungen, um ihre eigenen Positionen zu stärken. In Deutschland war es einmal ein schwächelnder Kanzler namens Helmut Schmidt, der durch die Entführung einer Lufthansa Maschine und der dubiosen Baader Meinhoff- Hysterie wieder populär wurde und dies umgehend dazu nutzte die Bürgerrechte einzuschränken, in den USA waren es nach dem angeblichen Anschlag auf das World Trade Center ein schwacher George Bush der gleichwohl tat und darüberhinaus zum Angriff gegen islamische Staaten mit viel Öl oder Drogen blies.
Die russische Variante von Bush´s "Al Kaida und Bin Laden" heisst eben "Kaukasus-Emirat und Doku Umarow". Ihre aktuellen Anschläge kommen der russischen Führung wie gerufen, denn die immer ärmer werdenden Russen haben angefangenen zu demonstrieren. In mehreren großen Städten, wie zuletzt in Kaliningrad, gingen sie bereits auf die Strasse um gegen Putins verfehlter Wirtschaftspolitik zu demonstrieren. Das nicht ganz zweifelsfreie Attentat auf den "Newski Express" (Polskaweb berichtete) passte schon in dieses Putin Dilemma, die Anschläge von Moskau ebenso. In vielen russischen Internet- Foren neigt man überwiegend zu der Ansicht, dass der Inlandsgeheimdienst FSB hinter den Bombenanschlägen steckt. Wenn man sich die ganzen verfügbaren Fotos der Anschläge auf die Moskauer U- Bahn mal ganz genau im Großformat anschaut, kommen jedem erste Zweifel an den offiziellen Versionen der Behörden.
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