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Tschechisch-französischer Krieg unter europäischer Flagge

Veröffentlicht in : Nachrichten, Aktuelles




Auto- Produktion OsteuropaDie Wirtschaftskrise weckt nicht nur unter Bürgern nationalistische Reflexe , sondern auch inmitten europäischer Politiker. Opfer dieser Krankheit ist nun auch der französische Präsident Nicolas Sarkozy geworden. Dies führte nun sogar dazu dass der Präsident den Tschechen die Peugeot Farbrik wieder wegnehmen will. In Anlehnung an das geliebte Schreckensbild der Franzosen "Delokalisierung", also der der Verlegung von einheimischen Produktionsstandorten ins Ausland, sagte Sarkozy erst vor einigen Tagen:"Gerechtfertigt ist, wenn z.B. Renault in Indien produziert, um seine Autos den Indern zu verkaufen. Aber es hat keinerlei Rechtfertigung, wenn man eine franzöische Autofabrik in Tschechien baut, um dann die dort gefertigten Fahrzeuge in Frankreich anzubieten. Wenn wir an Firmen Gelder rausgeben, welche Schaden durch die weltweite Finanzkrise erlitten haben, dann kann es aber nicht für jene sein, die in Frankreich kräftig Arbeitsplätze bereits abgebaut hatten, um mit Produktionen im Ausland größere Margen zu erwirtschaften" - schimpfte der französische Präsident.

Der Sarkozy Angriff auf Tschechien kommt allerdings nicht von ungefähr. Ihm gefällt es überhaupt nicht wie tschechische Politiker derzeit die Europäische Union steuern, deren Vorsitz Prag im Januar von Frankreich übernommen hatte. Die Pariser Tageszeitung "Le Monde" schrieb vor einigen Tagen, dass der französische Präsident gesagte habe: "Europa hat derzeit keine Führung mehr und gerade in dieser Zeit wäre eine starke Regierung sehr wichtig in Anbetracht der Bedrohungen durch die gefährliche Finanz- u. Wirtschaftskrise".

Nach Meinung von Kommentatoren großer Europäischer Zeitungen zeige gerade der Wunsch Sarkozys zur Rückführung einer Peugeot Fabrik von Tschechien nach Polen, wie wenig europäisch dieser selbst sei, denn der gemeinsame europäische Markt sei eben dafür geschaffen worden, damit Firmen überall in der EU produzieren können um dann diese Güter auch den Bürgern der ganzen Gemeinschaft verkaufen zu können. Diese Worte des Präsidenten haben die Tschechen regelrecht gegen ihn aufgebracht. Prag sagte hierzu, dass es Gott sei Dank private Firmen seien die Sakozy hier anspreche und die werden selbst entscheiden können wo sie letztendlich produzieren. "Das Peugeot Werk 60 Kilometer von Prag ist im Übrigen nicht nur französisch sondern auch japanisch, da dort auch Toyota produziert" - bemerkte hierzu der tschechische Industrie-Minister Martin Riman.

In den Wortstreit hat nun auch der tschechische Premier Mirek Topolanek eingegriffen. "Der französische Präsident will Belange seines Landes bewahren. Ich werde allerdings als EU Ratsvorsitzender pflichtgemäß europäische Prinzipien verteidigen. Zu diesen Prinzipien sollten sich eigentlich alle Europäer bequemen. Die tschechische Eu Präsidentschaft kann sich derweil durchaus sehen lassen. Topolanek und seine Mannen machen recht gute Arbeit und nur das sollte Sarkozy eigentlich anerkennen. Der Klang seiner Stimme an das Jahr 2005 als in Frankreich der Wahn vor dem "polnischen Klempner" Angst und Schrecken verbreitete. Den Franzosen hatte man Angst gemacht, dass Arbeitsuchende aus den neuen EU Ländern den Einheimischen den Arbeistplatz nehmen würden. Heute, wo alle Länder unter der Krise zu leiden haben, kann auch der "polnische Klempner" die französische Fabrik in Tschechien vertreten.


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Montag, 9. Februar 2009
 

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