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Trauer in Polen: Alle 23 Bergleute tot geborgen E-Mail
Donnerstag, 23. November 2006


Schlesien RettungsmannschaftenDie Rettungsmannschaften verlassen traurig und erschöpft mit Bussen die Zeche Halemba, den Arbeitsplatz der Opfer, welcher nach 1990 mit 19 toten Kumpel nun noch eine größere Katastrophe zu verzeichnen hat. Nach 38 Stunden hatten die Retter das letzte von 23 Opfern in 1030 Metern Tiefe geborgen. Der jüngste Tote Bergmann war gerade mal 21 Jahre geworden. Bei der Schlagwetterexplosion am Dienstag hatten sich in den Stollen Temperaturen von bis zu 1500 Grad  entwickelt und den Menschen in der Tiefe keine Chance gelassen.

Es war die größte Katastrophe im polnischen Bergbau seit 27 Jahren. 1979 tötete eine  Kohlenstaub Explosion 34 Bergleute im Bergwerk "Dymitrow" in Bytom. Fünf Jahre davor bei einer ähnlichen Explosion im Bergwerk "Silesia" in Czechowice kamen ebenfalls 34 Kumpel ums Leben.

Die Leichen der ersten sechs Opfer hatten die Rettungmannschaften wenige Stunden nach der Explosion, in der Nacht vom Dienstag auf den Mittwoch, an die Oberfläche gebracht, weitere 17 wurden noch vermisst. Obwohl es niemand laut aussprach war jedem klar, dass die Überlebenschancen für die Verschollenen relativ gering waren. Zeitweilig mussten die Bergungsmannschaften ihre Arbeit unterbrechen, da eine weitere Schlagwetterexplosion drohte.

In der vergangenen Nacht fanden die Retter zuerst drei Körper und etwa 90 Minuten später in einem anderen Teil des Stollens auf einer Länge von 300 Metern Arbeitswand,  weitere 12 Tote. Die Suche nach den letzten zwei Opfern dauerte an. Sie wurden aber am frühen Morgen, am Rande eines ausgedienten Stollens entdeckt. Die Tragödie war perfekt.

Ganz Polen trauert und die polnische Regierung hatte bereits am Mittwoch Soforthilfen für die Familien der Unglücksopfer angekündigt. Im ganzen Land fanden am Abend Gottesdienste für die Opfer statt. Hilfsorganisationen wie die Caritas starteten eine Spendenaktion, damit die Hinterbliebenen der toten Bergleute wenigstens materiell versorgt sind. Im Internet liegen Kondolenzbücher aus in welchen viele Menschen bereits ihr Mitgefühl ausgedrück haben.


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Foto Polen

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