Warschau - Nachdem seit einer Woche unverständliche Stille um die laufenden Ermittlungen zu der Flugzeugkatastrophe von Smolensk herrschte, hagelte es am Dienstag förmlich neue Informationen, nachdem am Vorabend der polnische Generalstaatsanwalt Andrzej Seremet den Rücktritt von Verteidigungsminister Bogdan Klich gefordert hatte. Auch die großen Tageszeitungen Polens kündigten für den Mittwoch nach Interviews mit an den Ermittlungen beteiligten Experten neue Erkenntnisse in Vorabmeldungen an. Bekannt wurde schon, dass in Warschau die Auswertung des dritten Flugschreibers weit vorangeschritten sind. Herausgekommen soll hierbei u.a. sein, dass die Piloten 10 Sekunden vor dem Crash Alarmsignale über das GPWS - System (Ground Proximity Warning System) der Tupolew bekommen haben und dann eigentlich sofort hätten durchstarten müssen. Auch gibt es erste offizielle Stellungnahmen zu den bekannten Amateurvideos von der Absturzstelle, also einmal zu dem Film mit den mutmaßlichen Schüssen und jener auf welchem die ungewöhnlich starke Zunahme des Nebels am Smolensker Flughafen kurz vor der Katastrophe zu sehen sein soll.
Männer- und Frauenstimmen auf Amateurvideo
Auf dem Wetter- Video sei zu erkennen, dass sich der Nebel am Absturzort "von Minute zu Minute" extrem verschlechterte - heisst es. Auf allgemeines Unverständnis stösst in diesem Zusammenhang allerdings die Tatsache, dass trotz des fatalen Wetters, der Flughafen nicht geschlossen wurde. Der Controller im Tower scheint also nach wie vor einer der Schlüssel der Ereignisse zu sein zu. Er war es auch, der durch seine widersprüchlichen Aussagen als erster "schlafende Hunde geweckt" hatte. Am Dienstag Nachmittag haben der polnische Generalstaatsanwalt und sein leitender Kollege beim Militär eine gemeinsame Erklärung zu dem, auch von Polskaweb publizierten, Amateur- Film herausgegeben, welcher deshalb Aufsehen erregte, weil hierauf womöglich Schüsse direkt nach dem Absturz der Kaczynski- Tupolew zu hören sind. Demnach sollen kriminaltechnische Untersuchungen ergeben haben, dass hier Männer- und Frauen Stimmen erkannt wurden, wahrscheinlich von Russen, die allerdings Wörter in polnische Sprache von sich gaben. Das zur Verfügung stehende Material sei aber von den Ermittlern, durch mehrmalige Komprimierung und starken Hintergrundgeräuschen nicht mehr optimal verwertbar, es bedürfe von daher weiterer Untersuchungen - erklärten die Staatsanwälte.
Piloten hatten 30 Sekunden Zeit die Maschine zu retten
Noch nicht offiziell ist derweil die Erkenntnis über das Funktionieren des EGPWS Gerätes nach den Auslesungen der polnischen Blackbox. Doch diese Information kommt offenbar von einem an den Untersuchungen beteiligten Spezialisten. Nach seiner Aussage, kam 30 Sekunden vor dem Absturz der Tupolew mit dem polnischen Präsidenten Kaczynski das erste unüberhörbare Alarmsignal, was bedeutet, dass man sich bei nun bei etwa 500 Fuß (152,4 Meter) Höhe befindet. Das Gerät zählt alsdann laut mit five, four usw. 10 Sekunden vor Aufprall auf den Boden soll dann das Gerät vor einem möglichen Crash gewarnt haben, was man deutlich auf dem Voicerecorder habe hören können. Es gabe auch eine Aufforderung zum Durchstarten: "Pull up, Pull up". Die Piloten hatten also demnach eigentlich mindestens noch zwischen 30 und 10 Sekunden Zeit, das Flugzeug zu retten. Eine Erkenntnis, welche die Umstände der Katastrophe noch weiter in den Smolensker Nebel schiebt.
Polnischer Abwehrspezialist tot aus der Weichsel gezogen
Noch vor wenigen Tagen hatte "Polskaweb" in einem Artikel zu dem mysteriösen Flugzeugabsturz und dem Tode von Lech Kaczynski sich die Frage gestellt, ob nicht der an Ostern letzten Jahres spurlos verschwundene Dechiffrant der polnischen Abwehr, Stefan Zielonka, den man in Russland oder China wähnte, irgendwie mit dem Absturz in Verbindung stehen könnte. Gleichwohl hatten wir in Zusammenhang mit der Berichterstattung über die Katastrophe von einem 100 Milliarden- Deal zwischen dem russischen Premier Putin und seinem polnischen Kollegen Donald Tusk am 7. April in Smolensk berichtet. Jetzt erfuhren wir überraschend, dass am Dienstag ein Mann aus der Weichsel in Warschau gezogen wurde, der den Pass von Zielonka bei sich trug. Der Tote soll angeblich schon längere Zeit im Wasser gelegen haben, sodass nur noch eine DNA Analyse hierüber Auskunft geben kann, ob es sich um den verschwundenen Abwehr- Spezialisten handelt. Der Mann war für jeden ausländischen Geheimdienst ein Lottogewinn. Er kannte alle verschlüsselten Passwörter geheimer Nato- Kommunikation und natürlich auch der eigenen Dienste. Ein spezieller Newsletter des französischen Geheimdienstes meldete noch vergangene Woche, dass Zielonka sich mit Familie in Shangai (China) aufhalten solle.
Moskau verzögert 100 Millarden Vertrag mit Polen
Ebenso überraschend wie der plötzliche Fund des wichtigsten Spezialisten der polnischen Abwehr, erfuhren wir jetzt, dass Moskau den 100 Milliarden- Vertrag mit Polen auf einmal nochmals überdenken will und Änderungen in Betracht ziehe. Man hat möglicherweise bemerkt, dass dieses Abkommen zwischen zwei Kaczynski Gegnern durchaus ein sehr gewichtiges Motiv für einen Anschlag auf den Präsidenten und einigen seiner engsten Berater liefern könnte und das ganze erst einmal zurückgestellt, bis die Medienmafia die Wogen geglättet hat.
Fünfter Flugschreiber aufgetaucht
Erst am Dienstag Morgen hatten wir von dem Fund eines dubiosen vierten Flugschreibers berichtet, am Abend waren es dann schon fünf. Moskau scheint die ganze Welt verschaukeln zu wollen.
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Katyn2
Geschrieben von: castellanus () am 28-04-2010 16:59