Zielona Góra - Es vergeht kaum kein Tag ohne das nicht irgendwo auf polnischen Schienen Menschen sterben. Oft sind es ortsunkundige Autofahrer die an schlecht beleuchteten bzw. ausgeschilderten Bahnübergängen unter rasenden Zügen sterben, andere legen sich auch aus irgendeiner Verzweiflung heraus auf die Gleise um zu sterben. Angereichert werden solche Tragödien bei der polnischen Bahn dann auch noch durch zahlreiche Unfälle, die regelmäßig durch Bedienstete des Unternehmens verursacht werden. Ein solches Drama ereignete sich auch am Dienstag Abend gegen 22 Uhr in der Woiwodschaft Lebus, wo in der Stadt-Gemeinde Strzelce Krajenskie vier von sieben mit Kies beladene Waggons eines Güterzuges mit voller Wucht in das dortige Bahnhofsgebäude einschlugen und hierbei nicht nur ein 18-jähriges Mädchen vom Bahnsteig fegte und tötete, sondern auch eine 75-jährige Frau und einen 55-jähriger Mann, die sich in einer Wohnung über der Bahnhofshalle befanden.

Bahnhof muss abgerissen werden
Zum Zeitpunkt des Unglückes waren Gott sei Dank keine Menschen in der Wartehalle. Auch sie hätten nämlich wohl keine Chance gehabt dem Tode zu entkommen, da hier durch die Kraft des Aufpralles der Waggons, sogar die Decke heruntergerissen wurde. Die Ursache des Unfalles ist noch unklar, der Bahnhof fast völlig zerstört. Polizei und Staatsanwaltschaft ermittleln. Am Mittwoch Morgen kam allerdings die kuriose Meldung vom Unglücksort, dass zu den sich im Bahnhofsgebäude befindenden Waggons Lokomotive und Fahrer fehlen. Jetzt wird suggeriert, dass diese sich auf einem höher liegenden Abstellgleis selbständig gemacht haben könnten.

Unterschiedliche Darstellungen
Eine weitere Nachricht zum Unfall in Strzelce macht die ganze Sache denn noch unklarer. Jetzt war es kein Güterzug mehr ohne Lokomotive, sondern ein Personenzug aus dessen vorderstem Wagen nach dem Zusammenstoss verzweifelten Hilferufe eingeschlossener Personen zu hören waren. Rettungskräfte mussten mit Spezialwerkzeugen das Blech des Waggons aufschneiden. 8 schockierte Fahrgäste wurden dann aus dem Wrack gezogen - berichtet eine lokale Tageszeitung unter Berufung auf Aussagen von Augenzeugen. Fotos vom Orte des Unglückes zeigen allerdings Waggons eines Güterzuges.

Zwei Tage früher ein ähnlicher Unfall
Schon am vergangenen Sonntag geschah ein ähnlicher Unfall bei der polnischen Bahn. Auf der Strecke von Posen-Stettin, in Höhe des Viaduktes von Wronki, waren 9 Waggons eines mit Kohle beladener Güterzug auf einer Brücke entgleist. Teile hiervon stürzten auf die sich hierunter befindende Fahrbahn. Glücklicherweise kam es zu keinen Personenschäden. Die Ursache dieses Ereignisses ist ebenso noch unklar- behaupten zumindest Polizei und PKP-Cargo. Bilder vom Ort des Geschehens lassen auch hier klar erkennen, was alles hätte passieren können, wenn sich Menschen zum Zeitpunkt der Entgleisung des Zuges auf der Strasse befunden hätten.

Polnische Bahn "schmutzigste und langsamste" der EU
Die polnische Bahn ist nach einem recienten Bericht der EU in Brüssel trauriges Schlusslicht was Pünktlichkeit, Sauberkeit, Bequemlichkeit und Sicherheit angeht. Der Zustand der PKP- Züge wird sogar mit denen von Bulgarien und Rumänien in einem Satz genannt. Staaten wie Litauen, Luxemburg und Spanien teilen diesbezüglich Lichtjahre von Polen. Nach unserer Überzeugung werden in Warschau Milliarden EU- Gelder für die Erneuerung und Sanierung der polnischen Infrastruktur, wozu natürlich auch die Bahn gehört, veruntreut. Die bereits in weniger als einem Jahr in Polen und der Ukraine stattfindende Fußball- Europameisterschaft Euro 2012, wird auch gerade deshalb eine Blamage für dieses Land werden.

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