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Massaker: Sechs Polen auf britischer Insel ermordet |
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Montag, 15. August 2011 |

LONDON - Auf der zur britischen Krone gehörenden Insel Jersey im Ärmelkanal ist es am Sonntag zu einem regelrechten Massaker gekommen bei dem 6 polnische Staatsbürger durch Messerstiche ums Leben kamen. Die Opfer sind neben zwei Frauen und einem Mann auch drei Kinder, deren Alter und Identität die Polizei noch nicht veröffentlichte. Die Tat geschah in einer Erdgeschosswohnung und einem angeschlossen Garten in Saint Helier, der Hauptstadt der Insel wo sich zur Zeit mehr Touristen als Einwohner befinden. Dariusz Adler von der polnischen Botschaft in London gab die Information, dass im Zusammenhang mit den Morden ein 30-jähriger Mann vernommen wurde, der ebenfalls aus Polen stammen soll. Man hatte diesen in einem Krankenhaus auf Jersey festgenommen, wohin er sich aufgrund eigener Verletzungen begeben hatte.

Die Ausführung der Taten selbst, der oder die Täter hatten alle Opfer mit zahlreichen Messerstichen hingerichtet, könnte laut Behörden in Saint Helier auf ein Familiendrama oder dem Werk von Wahnsinnigen hindeuten. Die sechs Toten waren ein Ehepaar mit ihren zwei Kindern sowie eine zweite Frau mit ihrem Kind. Die Polizei hat die Gegend um den Tatort weiträumig abgesperrt. Anwohner mussten so die Nacht u.a. in einer Kirche bzw. dem Rathaus verbringen. Auf Jersey leben und arbeiten laut Adler zur Zeit etwa 5000 Polen. Die 90 000 Köpfe zählende Bevölkerung der Insel lebt hauptsächlich von Finanzgeschäften, Briefkastenfirmen und dem Tourismus. Das Klima ist hier angenehmer als in England. Die Bewohner Jerseys kennen eigentlich Kriminalität weitestgehends nur vom Hörensagen. Das Massaker in ihrer Hauptstadt hat sie deshalb ungemein schockiert.

"Opfer und Mörder sind Polen" melden am Montag Morgen britische Zeitungen, doch niemand bietet hierzu eine offizielle Bestätigung. Der 30-jährige Pole aus dem Krankenhaus soll schwerer verletzt sein, als bisher bekannt war. Er konnte bisher so nicht vernommen werden. Man munkelt er habe versucht Selbstmord zu begehen. Eine ganze Reihe möglicher Zeugen begaben sich am Morgen zu ihrer Befragung ins Polizeipräsidium von Saint Helier. Was die Motive des oder der Täter angeht, herrscht weiterhin Rätselraten. Wie der Chef der örtlichen Polizei Stewart Gull der Presse mitteilte, sei eines der Opfer nicht am Tatort sondern im Krankenhaus gestorben. Spaziergänger hatten ein blutendes Mädchen auf der Straße entdeckt und Notärzte alarmiert. "Wir versuchen herauszufinden, was genau passiert ist. Deshalb bitten wir alle Menschen, die Informationen zu den Opfern oder ihrer Umgebung oder gar zu dem dramatischen Ereignis am Sonntag geben können, sich umgehend bei der Polizei zu melden" - sagte Gull über BBC und fügte hinzu, dass das brutale Verbrechen möglicherweise sich auch irgendwie auf Menschen vor Ort auswirkte. Solchen bot er professionelle Hilfe an.
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