KIEW - Vor den Stichwahlen zum Präsidentenamt am 7. Februar in der Ukraine, wird nochmal mit allen Mitteln, um den begehrtesten Posten im Lande gekämpft. In den Haaren haben sich hierbei die einzig nach dem ersten Urnengang am 17. Januar übriggebliebenen Kanditaten Julia Timoschenko und Viktor Janukowitsch. Während der Moskau- wohlgesinnte ukrainische Oppositionsführer Janukowitsch es noch so eben hinbekommt die Contenance zu halten, benimmt sich Premierministerin Timoschenko wie eine drittklassige Provinzpolitikerin, nutzt zur Wahlwerbung ihren Regierungsapparat und scheut sich auch nicht davor, Deutschlands Merkel und Frankreichs Sarkozy als ihre angeblichen Unterstützer vorzuführen, was ein Film, den die schöne Julia jetzt auf ihrer YouTube Seite veröffentlichte, zweifelsohne beweist. Erst am Mittwoch hatte ein Gericht in Kiew der Regierungschefin die Nutzung von offiziellen Räumlichkeiten ihres Amtes, zur Wahlwerbung untersagt.
Nach den neuesten Umfragen liegt Oppositionsführer Viktor Janukowitsch in der Wählergunst weiterhin vor Timoschenko. Beim ersten Urnengang am 17. Januar hatte er etwa 35 Prozent aller abgegebenen Stimmen für sich einfahren können, zu wenig aber für das Präsidentenamt, wozu eine absolute Mehrheit notwendig ist. Die Regierungschefin holte knapp 10 % weniger Stimmen als ihr Kontrahent. Dies bedeutete, dass sie sich zur Stichwahl am 7. Februar etwas ganz besonderes einfallen lassen muss, um das Volk im großen Umfang doch noch auf sich einzuschwören. Spontan schienen ihr in diesem Zusammenhang die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy als Wahlhelfer eingefallen. Sie hatte offenbar noch nicht mitbekommen, dass Merkels Popularität sich schon seit November des vergangenen Jahres im freien Fall befindet und Sarkozy inzwischen auch als orientalischer Märchenerzähler entlarvt wurde.
Die deutsche Bundeskanzlerin Merkel, Sarkozy und sogar Polens Regierungschef Donald Tusk sind die Helden des jüngsten Video- Clips zur Präsidenten- Wahlkampagne von Ministerpräsidentin Julia Tymoschenko. Der Film besteht aus mehreren Schnappschüssen, die Timoschenko in Anwesenheit aller og. Protagonisten beim letzten Kongress der Europäischen Volkspartei (EVP) anfertigen liess. So interpretiert eine Stimme in dem Film Donald Tusk so in einer Aussage, dass die EVP Julia Timoschenko als einzige demokratische und pro-europäische Kandidatin für das Präsidentenamt der Ukraine unterstütze. Zusammen mit Texten erscheinen nacheinander Sarkozy, Merkel, Tusk und sogar der Präsident des Europäischen Parlaments Jerzy Buzek auf dem Bildschirm. Viktor Janukowitsch hat von dem Video bereits Wind bekommen und Empörung in der Opposition Partei ausgelöst: "Timoschenko ist durchtrieben. Weder Sarkozy, Merkel noch Tusk machten je eine derartige Aussagen zur Unterstützung ihrer Kandidatur bei den Präsidentschaftswahlen" - kommentiert man den Spot.
"Der Umgang mit den Namen führender Politiker der Welt, in der Form wie Julia Timoschenko sich dies erlaubt, könnte zu einer internationale Isolation der Ukraine führen" - verkündete ein Sprecher von Oppositionsführer Viktor Janukowitsch. Timoschenkos Vize Igor Hryniw antworte zu den Reaktionen auf das Clip: " Nach der zweiten Runde der Präsidentschaftswahlen wird Frau Timoschenko sowieso den ihr gebührenden Platz neben den Europäischen Staats-und Regierungschefs einnehmen". Die beiden Kanditaten für das höchste Amt im Staate, bekriegen sich auch schon seit Wochen mit ihren jeweiligen Aufenthalten in Gefängnissen. Die schöne Julia war früher unter Korruptionsverdacht in Haft, ihr Gegenkandidat wegen Diebstählen und Schlägereien. Würde unter diesen Umständen nicht vielleicht Vitali Klitschko eine viel bessere Figur neben Tusk und Merkel abgeben?
Der polnische Regierungssprecher Pawel Gras wollte die angebliche Tusk Aussage beim EVP- Kongress (noch) nicht kommentieren. Merkel sagt sowieso nichts und Sarkozy wird wieder erst einmal mit Julia "unter vier Augen" sprechen wollen.
Julia Timoschenkos Seite bei YouTube
Julia Timoschenko Homepage
Julia Timoschenkos Blog
© Polskaweb News Artikel vom 28.1.2010
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