
Warschau - Millionen Polen haben in der Silvesternacht zumindest eine dubiose SMS von Bekannten, Freunden oder Familienangehörigen bekommen und alle diese Kurznachrichten hatten denselben Text. Sie war fast perfekt gefälscht worden, denn alle Empfänger kannten die Absender und hatten diese sogar mit Namen im Telefonbuch ihres Handys. Der Inhalt der Nachricht verleitete die Empfänger, im Vertrauen darauf dass man tatsächlich von Bekannten um Unterstützung gebeten worden war, nun gleich selbst auch mehrere SMS zu senden. Über Recherchen von Twitter Usern kam denn dann heraus, dass ganz Polen hiermit hereingelegt worden sein muss und sogar wir hatten eine solche SMS auf ein Handy bekommen das den Jahreswechsel im Büro erlebte. So waren wir in der Lage zumindest schon einmal rauszufinden von welchem Provider denn dieser Betrug kam. "ERA SMS" stand da und hier ist auch diejenige Frau Kundin die uns als Absenderin der Kurznachricht in derselben genannt wurde. Unsere Rückfrage ergab, dass diese uns noch nie eine SMS sandte "geschweige denn so eine". In vielen Foren die sich mit dem Thema SMS- Betrug beschäftigen liest man denn auch überall "ERA" bzw. "T-Mobile", Provider in Polen die beide zu 100 Prozent der Deutschen Telekom gehören. Eine aktuelle Meldung der Nachrichtenagentur PAP könnte jetzt sogar im Zusammenhang mit der Silvestergaunerei beweisen, dass Telekom u.a. einen gigantischen Betrug mit Kundendaten- und Geldern betreiben. Am Vormittag hatte nämlich das Amt für Wettbewerb und Verbraucherschutz (OCCP) T-Mobile eine Strafe in Höhe von 21 Millionen 262 Tausend 842 Zloty auferlegt, weil man schon im Jahre 2010 und 2011 über SMS- Lotterie Systeme Millionen Menschen hinterlistig übervorteilt" hatte. T-Mobile in Warschau wird wohl die auferlegte Strafe widerspruchslos akzeptieren, hat man doch ein vielfaches hiervon bereits verdient und kann so leicht mit der "Staatskasse" kippe machen.
Den Vorteil aus der Silvester- Aktion haben natürlich nur die Betreiber von polnischen Mobilfunknetzen mit T-Mobile an der Spitze. Wir haben erfahren, dass viele Familien eine solche SMS auf mehreren Handies so gut wie gleichzeitig bekamen. Dies bedeutet, dass alles im großen Stile und mit Inhalten von Kunden-Datenbanken organisiert worden sein muss. Gut vorbereitet hatte die Telekom mit ERA in 2010/2011 eine sog. SMS- Lotterie: "Werden Sie noch heute Millionär ! Es genügt vollkommen, hierzu nur eine einzige kostenlose SMS mit dem Betreff: "Ja" an die Nummer 8007 zu senden. Alternativ können Sie diese Nummer auch anwählen und dann nach einer kurzen Ansage die 1 auf der Tastatur drücken." Jeder der hierauf reinfiel bekam denn auch in Sekundenschnelle eine "Bestätigungs- SMS" mit dem Text: "Es war Zeit mit ERA Ihr Leben für nur 4,88 zl / Tag zu ändern". Zusätzlich verwies man dann auch noch zum Lesen der Geschäftsbedingungen der Aktion auf die Internetadresse 100m.era.pl, die dann aber nur zur Startseite von www.t-mobile.pl führte und dann nicht weiter. Niemand aber hatte wirklich erst einmal auf " /Tag " geachtet, oder dies auch nicht verstanden, sich aber keine Sorgen gemacht weil bis dahin eine SMS bei Gewinnspielen immer nur für eine Auslosung galt. Tatsächlich fand aber vom 25. Oktober 2010 bis 2. Februar 2011 jeden Tag eine Ziehung statt und alle Teilnehmer wurden so tagtäglich mit 4,88 zl erneut zur Kasse gebeten, was Schäden von bis zu 450 Zloty pro Person verursachte. Schon kurz nach dem Beginn der Abzocke waren tausende Beschwerden beim Vebraucherschutz, der Telekom und in Ämtern eingegangen, doch konkret gehandelt hat man erst knapp ein Jahr danach mit einer unverhältnismäßig geringen Bestrafung.
21 Millionen Zloty sind heute etwa 5 Millionen Euro, also das was in etwa ein Betriebsausflug des Telekom Vorstandes in der Regel kostet. Wir für unseren Teil erkennen in der Art und Weise wie die oben beschriebene SMS- Lotterie durchgeführt wurde, eine klare Absicht zum Betrug, denn ihre Macher rechneten fest damit, dass die meisten Teilnehmer an der Lotterie nicht merken würden, dass sie täglich zur Kasse gebeten werden würden. Ob dann auch noch überhaupt einer die Million gewann, wagen wir ebenfalls zu bezweifeln. Das Amt für Wettbewerb und Verbraucherschutz in Polen hatte in der Begründung zur Bestrafung von T-Mobile lediglich von "Irreführung und Verletzung der kollektiven Interessen der Verbraucher" gesprochen und das Unternehmen verpflichtet sechs Monate lang diese Entscheidung auf der Website www.t-mobile.pl zu veröffentlichen. Das wird man dann auch machen und dieses Urteil genau dort platzieren wo man schon die Gewinnspiel- Geschäftsbedingungen versteckte. Im Oktober 2008 hatte bei der T-Mobile in Deutschland ein Datendieb angeblich 17 Millionen Handy-Nummern und zugehörige Anschriften gestohlen. "Mehr als zwei Jahre hielt die Telekom den Fall vor der Öffentlichkeit geheim – obwohl auch Prominente und gefährdete Personen betroffen sind" - klagten damals die Medien. Wir für unseren Teil vermuten nun, dass die Telekom selbst hinter dem Diebstahl steckt um sich später nicht für Mißbrauch und Gaunereien verantworten zu müssen. Schauen Sie mal in den Archiven der Nachrichtenagenturen wo so alles schon Unmengen von kundespezifischen Daten geklaut wurden, dann können Sie sich selbst leicht ausrechnen wo und wie es auch Sie bald treffen könnte. Haben wir es bei der Telekom mit organisierter Kriminalität zu tun ?
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