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Wenig Ausländer an polnischen Universitäten |
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Sonntag, 26. Juli 2009 |
Warschau - Polen gehört zu den EU-Länder wo nur relativ wenig ausländische Studenten gastieren. Nach Informationen aus dem Bildungsministerium in Warschau studieren im ganzen Lande gerade einmal 14 000 Ausländer. Zum Vergleich mit dem Tchechischen Nachbarn oder Ungarn hat man dort prozentual 12- bzw. achtmal soviele Studenten aus anderen Ländern. Polen liegt mit seinem Anteil von 0.5 Prozent an ausländischen Studenten, gemessen an der Gesamtzahl aller Studiengänger, damit am untersten Rande des Indexes. Auch im Vergleich zu den alten EU- Ländern hinkt Polen weit hinterher: So war der Anteil ausländischer Studierender In Luxemburg gar 42, 2 , Schweiz - 19, 2 Prozent, Großbritannien - 17, 9 Prozent, Österreich - 15, 5 Prozent, Belgien - 12, 1 Prozent, Deutschland 11, 4 Prozent und Frankreich 11, 2. In der gesamten EU- lag der Durchschnitt im Jahre 2006 bei 9,6 Prozent.
Der Anteil ausländischer Studenten nimmt in EU- Ländern seit Jahren immer mehr zu. Verantwortlich hierfür ist die wachsenden globale Mobilität von Studenten und akademischen Mitarbeitern. Diese Zahlen haben sich gar seit 1975 verfünffacht. In Polen verzeichnen nur wenige Studienfächer regelmäßig etwas Zuwachs. Eines hiervon ist das Medizinstudium, was hier von Zulassungsbeschränkungen in anderen Ländern profitiert. Auch die noch recht niedrigen Lebenshaltungskosten in Polen spielen dabei natürlich eine große Rolle für begabte ausländische Studenten mit kleinem Geldbeutel. Es sind vor allen Dingen Studierende aus Norwegen, Schweden, den USA und Kanada die alternativ zur Heimat die polnische Gastfreundlichkeit wählen.
In Übereinstimmung mit der (Shanghai) Rangliste der 500 besten Universitäten der Welt erscheinen aber leider nur die Warschauer Hochschule und die Krakauer Jagiellonen Universität in diesem Index. Im Jahre 2008 studierten 815 Ausländer an der Warschaueruniversität (im vorhergehenden Jahr - 774). Die meisten von ihnen, über 500, stammten aus Europa und 200 Studenten aus Asien. Weitere 30 Personen kamen aus Nord- und Mittelamerika. Die Gründe für die wenigen ausländischen Studenten in Polen sieht das Bildungsministerium aber nicht in der Anziehungskraft von Warschau oder Krakau, im Vergleich zu Budapest und Prag, sondern in fehlenden Studienplänen in englischer Sprache, die Potentiell Ausländer anziehen könnten. Es fehle an örtlichen Organisatoren und natürlich auch an Geld, heisst es in der Informationsschrift aus Warschau. In diesem Zusammenhang bemängelt man aber auch fehlende attraktive Freizeiangebote für Schüler, wie z.B. im Sportbereich und die Organisation touristischer Ausflüge oder kultureller Events.
Hoffnung für eine Änderung dieses Zustandes verspricht man sich aber durch einen Internationalisierungs- Plan für die polnischen Hochschulen, an dem man zur Zeit im Bildungsministerium bastelt. Man setzt auch sehr stark auf Mittel der Europäischen Union im Rahmen der EU- Ostpartnerschaft, welche vor allen Dingen viele Studenten aus Russland, Ukraine, Weißrussland und Moldawien ins Land treiben könnte. Unterstützend will sich hierbei das Aussenministerium in Warschau verdient machen. Man gedenkt hierzu an polnischen Botschaften und Konsulaten in diesen Ländern speziell geschulte Mitarbeiter einzusetzen, die mit vereinfachten Visa potentiellen Studienkandidaten unter die Arme greifen sollen.
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