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Migration: "Elite" lügt sich immer reicher

Veröffentlicht in : Nachrichten, Aktuelles




Migration Polen

WARSCHAU
- Während sich deutsche Medien darin einig sind dass seit der Öffnung des deutschen Arbeitsmarktes für Polen nur wenige Menschen diese Chance wahrgenommen haben, beweisen Statistiken aus dem Nachbarland genau das Gegenteil. Und hier wird das Verlangen der deutschen Wirtschaft nach noch mehr Arbeitern aus dem Nachbarland sogar von polnischen Politikern und den Medien seit geraumer Zeit massiv unterstützt, wodurch sich die Zahlen der Auswanderer in Richtung Westen ständig erhöhen. Man muß nur irgendeine polnische Zeitung aufschlagen um sofort Berichte wie z.B. diesen heute aus der auflagenstarken "Fakt" im Auge zu haben: "Beschäftigung bei unserem westlichen Nachbarn ist in nahezu allen Bereichen zu finden. Die Arbeitslosenquote in Deutschland ist die niedrigste seit Jahren und die Gesellschaft wird immer älter. Und es ist schon lange nicht mehr so dass man es nur auf unsere  Ingenieure und Informatiker abgesehen hat, sondern empfängt nun auch Schweißer, Elektriker, Mechaniker, Schreiner und sogar Gebäudereiniger aus dem Ausland mit offenen Armen. Und man kann damit rechnen hier sogar drei Mal so viel zu verdienen wie in Polen". In anderen Zeitungen geht man da auch noch etwas weiter und erwähnt gleich noch die "einzigartigen Vorteile" des deutschen Sozialsystems. Doch die meisten Polen wollen in der Tat für ihr Geld arbeiten und kommen auch erst einmal nicht mit der ganzen Familie sondern alleine ins hochgelobte Nachbarland. Hier angekommen müssen sie allerdings schnell feststellen, dass sie nach Abzug ihrer in Deutschland viel höher liegenden Lebenshaltungskosten auch nicht deutlich mehr am Monatsende in der Tasche haben als in Polen, doch die Zukunft für sich und ihre Angehörigen können sie sich nun schon viel eher in Essen, Berlin, Köln oder in Hannover vorstellen, als in Breslau, Posen, Lublin oder Warschau. Aber dann muss die Ehefrau aber auch mit ran, denn nur ein Ernährer in einem größeren Haushalt ist in Deutschland schon seit der von der Industrie schlau eingefädelten "sexuellen Revolution" überfordert.

Erst gestern berichtete die Zeitung "Rzeczpospolita" über polnische Sorgen vor einer massenhaften Abwanderung von Fachkräften nach Deutschland und gab hierbei auch zu, dass die Wirtschaft des Nachbarn schon im Vorjahr deutlich ihr Werben um hochqualifizierte Mitarbeiter aus dem östlichen Mitteleuropa deutlich intensiviert habe (wozu denn auch der "Fakt" Artikel von heute gezählt werden kann). Und die Angebote der deutschen Unternehmen ziehen tatsächlich "polnische Spezialisten" magnetisch an. Schon in den ersten zwei Monaten nach der Öffnung des deutschen Arbeitsmarktes verließen so laut offizieller Statistik fast 80 000 Polen ihre Heimat in Richtung Deutschland, hierunter annähernd 30 000 sog. Fachkräfte aus allen Bereichen. Hinzu kommt noch eine unbekannte Zahl von Menschen die zwar  einen neuen Job in Brandenburg, Mecklenburg Vorpommern, Bayern oder Sachsen fanden, dort aber vorerst nicht wohnen wollen und so als Pendler tagtäglich über die Grenzen kommen. Wie viele Polen alleine im Jahr 2011 denn insgesamt in Deutschland erstmals einen Job fanden ist nicht bekannt. Nach Schätzungen von polnischen Vermittlungsbüros sollen es aber mindestens 150 000 gewesen sein.

In deutschen Medien wurde kürzlich veröffentlicht, dass die "Lockangebote" aus Deutschland im ersten Halbjahr nach der Öffnung des deutschen Arbeitsmarktes lediglich rund 22.000 Personen mehr nach Deutschland trieb als im Halbjahr zuvor. "Experten haben mit 50.000 Zuwanderern in diesem Zeitraum gerechnet" heißt es da. Selbst wenn man davon ausgeht, dass mit all diesen Zuwanderern Polen gemeint sind, stehen wir vor einem Haufen von Widersprüchen. Das statistische Bundesamt berichtete nämlich: "Aus den Ländern, die 2004 beziehungsweise 2007 der EU beigetreten sind stieg die Zuwanderung im ersten Halbjahr 2011 mit + 30 % beziehungsweise + 34 % überdurchschnittlich." In 2010 meldeten sich aber 126.000 Polen erstmals in Deutschland an. Dies sollte dann bei steigender Tendenz in etwa eine Zahl von knapp 160 000 fürs Gesamtjahr ausmachen; die Hälfte hiervon macht 80 000, also genauso viel wie sich laut polnischer Statistik alleine in den ersten zwei Monaten des Jahres 2011 nach Deutschland abmeldeten. Und wenn wie üblich nicht die deutschen- sondern die polnischen Zahlen stimmen, dann siedelten vom 1. Januar bis zum 1. Juli 2011 wohl eher 240 000 Polen nach Deutschland über, also dreimal so viele wie im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Für das laufende Jahr befürchtet die polnische Wirtschaft mindestens noch einmal 50 % Aufschlag auf die Zahlen aus 2011 zu Abgängen von Fachkräften ins gelobte Nachbarland. Und die deutsche Wirtschaft und Politik reiben sich die Hände. Das deutsche Volk hat dazu allerdings keinen Grund und steht mit der polnischen Wirtschaft ganz alleine als Verlierer einer Verschwörung von Gierhälsen da.


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Mittwoch, 11. Januar 2012
 

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