Kiew - Eine angebliche Lungenentzündung tobt derzeit in weiten Teilen der Westukraine. Offiziell seien, nach Angaben des Gesundheitsministerium in Kiew, bereits 20 junge Menschen an dieser Krankheit gestorben. Über Einhundert weitere solcher Fälle sollen alleine in Krankenhäusern nur einer der betroffenen Gebiete eingeliefert worden sein. Die Behörden sprechen von einer hochansteckenden Pneumonie, die den Tod der Menschen verursacht habe, die Medien spekulieren oder behaupten sogar, dass sie wahrscheinlich nach Ansteckung mit dem Schweinegrippen-Virus A/H1N1 gestorben seien. Die meisten Toten im Zusammenhang mit der angeblichen Lungenentzündigung, wurden aus der Region Ternopol gemeldet. Hier sind auch mehr als 10.000 Grippe-Patienten registriert, 109 Schulen mit 42.000 Studenten stehen unter Quarantäne, größere öffentliche Ansammlungen sind verboten. Die Ukrainer haben jetzt Angst.
Einem Bericht der ukrainischen Behörden zufolge waren alle Verstorbenen gesunde junge Menschen, die zuvor keine gesundheitlichen Probleme hatten. Gleichwohl betonte man aber, dass die Resultate der "vorläufigen" Untersuchungen eindeutig zeigen, dass die Opfer nicht an der Schweinegrippe gestorben seien, sondern an einem Virus der zu einer hochansteckenden Pneumonie führt. Konkrete Nachweise hierüber legte man allerdings nicht vor. Ebenso zurückhaltend scheinen britische Ärzte zu sein, die in der Ukraine zur Unterstützung der einheimischen Ärzte eingetroffen waren und u.a. Gewebe und Blutproben der Toten an ein Labor in London verschickt hatten.
Die Grippe-Epidemie in der westlichen Ukraine begann vor zwei Wochen, hauptsächlich in der Oblast Ternopol, doch die Art des Viruses scheint immer noch unbekannt. Eine Zunahme von Erkältungsfällen und Grippe berichtet man aus allen Regionen der Ukraine, aber die Situation ist in der Regel stabil, behauptet das Gesundheitsministerium in Kiew. Ukrainische Experten sagten, dass der Grippe Ausbruch mit der heftigen Kälte eine Woche vor Beginn der offiziellen Heizperiode zusammenhängen könne. Die Region Ternopol hatte keine Grippe-Epidemien in den letzten Jahren zu beklagen.
"Das Ergebnis vorläufiger Untersuchungen" bedeutet in Osteuropa meist garnichts, also gleichwohl kein Ergebnis. Die Untersuchungsergebnisse aus britischen Labors, werden in der kommenden Woche erwartet. Eine "Pneumonie" endet eigentlich nur in den seltesten Fällen mit dem Tode, wenn Infizierten rechtzeitig Antibiotika verabreicht wurde. Unwahrscheinlich ist wohl auch der Tod im Zusammenhang mit dem A/H1N1 Virus, denn es wäre das erste Mal, dass die Schweinegrippe so schnell und heftig Tote produzieren würde. Der Verlauf dieser angeblich gefährlichen Influenza, scheint zumindest bis heute, noch realtiv harmlos zu verlaufen, wenn man ihre Folgen mit den einer normalen Grippe vergleicht.
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