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Springer Presse hetzt Polen und Deutsche gegeneinander auf E-Mail
Samstag, 3. Februar 2007


Springer Verlag PolenDas kann ja wohl nicht wahr sein ! Gerade in Zeiten wo es besonders wichtig ist dass die Menschen aus beiden Nationen in Freundschaft und Harmonie zusammenwachsen, schaffen die deutsche "Bildzeitung" und die polnische "Dziennik" neuen Raum für Hass und Feindschaft. Das aktuellste Beispiel können Sie sogar heute bzw. morgen noch am Kiosk in beiden Ländern kaufen. Gerade beim Sport, dem zig- Millionen Menschen verbunden sind geht man extrem weit mit den gegenseitigen Beschimpfungen: "Polen unfairstes Team der WM - Vorsicht vor den Roten Rüpeln ! " schreibt die Bild Zeitung in ihrer neusten Ausgabe. "Dziennik" in Polen zieht kurz darauf nach " Deutschland über die Polen: Das sind primitive Rohlinge ! " und "Die deutschen Medien kränken unsere Landsleute". Was diese Schlagzeilen besonders anrüchig macht, ist dass beide Blätter zum Axel Springer Verlag gehören und die von "Dziennik" bezeichneten "Medien", einzig und alleine die "Bild Zeitung" ist, welche solchen Müll schreibt.

 


Die polnischen Tageszeitungen, welche nicht zum Axel Springer Verlag gehören schreiben allerdings in ganz anderem Ton als "Springers Dziennik", so berichtet die populäre "Gazeta Wyborcza" nicht etwa dass "Deutschland" die polnischen WM Helden beleidigt, sondern "Deutsche Medien beleidigen unsere Helden". Das ist ein himmelgrosser Unterschied. Die Dziennik Meldung bleibt in den Köpfen der kleinen Leute in Polen und das ist entscheidend. Bisher war es mehr die Boulevard Zeitung "Fakt" in Polen, welche ebenfalls zum Axel Springer Verlag gehört, die sich über die "Deutschen" hergemacht hat, denn als direktes Gegenstück zur Bild Zeitung gehört die Hetze einfach dazu. Fakt ist mit Abstand die auflagenstärkste Zeitung in Polen. Im letzten Jahr ging Springer dann mit der "Dziennik", vergleichbar mit der Tageszeitung "Die Welt", im Nachbarland an den Start und schaffte es in allerkürzester Zeit den zweiten Platz am polnischen Pressemarkt zu erobern. Den ersten Platz hält nach wie vor die, fast unschlagbare, Gazeta Wyborcza.

 

Den Namen ?Dziennik? (Tageszeitung) trägt ein Produkt, das sich eher an britischen als an deutschen Traditionen orientiert. Der ?Independent? und der ?Guardian? sollten als Vorbild gelten, doch die Realitäten zeigen dass der Springer Verlag nun dabei ist in Dziennik mit den Schlagzeilen der "polnischen Bild Zeitung" "Fakt" zu werben. Dies wird ihr keine Pluspunkte einbringen, denn der polnische Mittelstand, welche Dziennik sich als Zielgruppe ausgesucht hatte, ist nicht so naiv, die Schlagzeilen "a la Bild Zeitung" mit den gewünschten Emotionen zu verdauen. Dziennik ist im Layout sehr gut aufgemacht und kommt optisch wie auch in der Organisation sehr gut an, aber letzlich sind nicht nur Bilder und Layout entscheidend, sondern auch der sachliche Inhalt einer Zeitung. "Dziennik" und "Gazeta Wyborcza" liefern sich seit einiger Zeit einen Preis- u. Präsentekampf um sich Gegenseitig Leser abzuwerben. Die Gazeta Wyborcza hat dazu x- Millionen in die Verbesserung ihrer Strucktur und Aufmachung gesteckt und sogar den Kaufpreis des Blattes so weit heruntergesetzt, dass diese sich wirtschaftich nicht mehr rechnet. Man hatte eigentlich den Kampf der Gazeta Wyborza gegen Dziennik als hoffnungslos bezeichnet, doch dies geschah zu einem Zeitpunkt als man noch nicht wusste, dass Dziennik von ehemaligen Redakteuren, wie z.B. Chefredakteur Robert Krasowski, des Boulevard Blattes "Fakt" beherrscht wird.

 

Der Axel Springer Verlag sollte sich sehr gut überlegen was er, nur um die Auflage seiner Blätter zu erhöhen, für ein Risiko eingeht. Im Falle Dziennik kann dies sehr schnell zur Katastrophe werden. Die deutsche Presse hat eh derzeit ein Problem im Lande Kaczynskis. Springers "Fakt" in Polen versuchte sich solchen Problemen schon vor einigen Monaten langfristig zu entziehen, indem sie sich zum Sprachrohr der regierende Zwillinge Jaroslaw und Lech Kaczynski machte. Doch dies wird, wenn es darauf ankommt, mit Sicherheit nicht belohnt werden. Wir finden dass der Axel Springer Verlag zu weit gegangen ist. Diese Strategie geht nicht auf. Man sollte sich in Berlin und Hamburg überlegen ob man die Konzerneigenen Redaktionen, vor allem in Warschau weiter nach dem "Laissez-faire" Prinzip arbeiten lässt. Von den vielen Milliarden welche Springer mit der Schlagzeilenmaschine "Bild Zeitung" gemacht hat,sollte man vielleicht mal einen Teil in ein deutsch-polnisches Projekt investieren, um das für Europa so wichtige und bedeutende Zusammenwachsen der beiden Nationen zu fördern, anstatt die Völker gegeneinander aufzuhetzen.


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