Der Präsident Somalias Abdullahi Jusuf Ahmed hat überraschend erklärt, dass der saudische Supertanker "Sirius Star", der am 15. November vor Kenia durch Piraten gekapert wurde, in Kürze die somalischen Gewässer wieder verlassen könne in welche man diesen zuletzt geführt hatte. Gegenüber der saudiarabischen Tageszeitung "Al-Ukaz" behauptet Abdullahi dass die Piraten nicht nur auf jegliche Lösegeldzahlung verzichten würden, sondern eine solche Forderung im Gegenzug zur Freigabe des Schiffes auch zu keinem Zeitpunkt im Raume gestanden habe. Internationale Medien wie die der französischen Presse- Agentur AFP hatten allerdings in den ersten Tagen nach der Entführung der "Sirius Star" von Lösegeldforderungen in Höhe von zuerst 25 Millionen Dollar und dann 15 Mio Dollar berichtet. Erst am vergangenen Sonntag war ein angebliches letztes Ultimatum der Piraten reaktionslos abgelaufen. Der 330 Meter Tanker ist mit Öl im Werte von einhundert Millionen Dollar beladen und wird von einem polnischen Kapitän und 24 Besatzungsmitglieder aus verschiedenen Ländern geführt. Man kann die Aussage des somalischen Präsidenten Abdullahi durchaus für bare Münze nehmen, denn es ist bekannt dass er zu den heimischen Piraten sogar familiär verbunden ist.
Der ebenfalls bereits im September in afrikanischen Gewässern entführte ukrainische Frachter "Faina" soll nach Angaben seiner Reederei ebenso in den nächsten Tagen freikommen. Die Höhe des Lösegeld hierfür soll sich weit unter den Erwartungen der Seeräuber sein und sich auf ca. 1.2 Mio Dollar belaufen. An Bord des Frachters befinden sich schwere Waffen, wie z.B. 33 russische Panzer, die ursprünglich nach Mombasa in Kenia geliefert werden sollten. Die Lösegeldforderungen für die Faina hatte sich von zuerst 30 Millionen US Dollar auf zuletzt bekannte 3 Mio. reduziert. In der letzten Woche kam schon ein griechischer Frachter nach Zahlung eines Lösegeldes in unbekannter Höhe frei. Es ist anzunehmen dass auch der saudische Supertanker "Sirius Star" nicht ohne eine Gegenleistung den somalischen Hafen verlassen werden wird. Wie eine solche aussehen könnte, wollten die Saudies offentsichtlich der Welt nicht bekanntgeben, um auch wenigstens etwas Abschreckung für potentielle Nachahmer in Somalia zurückzulassen.
Die EU, der russische Präsident Dmitri Medwedew und auch sein scheidender US Kollege Georg Bush haben den afrikanischen Piraten den Kampf angesagt. Jede Menge Kriegs- Schiffe der beteiligten Staaten befinden sich bereits in der Region, was sehr mißtrauisch von piratenfreien Anrainerstaaten der betreffenden Gewässer beobachtet wird, denn man macht sich Sorgen, dass man die Kontrolle über die gesamte Meeres- Region verlieren wird und dadurch die eigene nationale Sicherheit gefährdet wird. Die somalischen Seeräuber selbst zeigen seit geraumer Zeit immer öfters den vorbeiziehenden Schiffen ihre Piratenflaggen. Zur Zeit halten sie mindestens ein Dutzend Schiffe mit fast 200 Besatzungsmitgliedern fest. Sie nutzen das so gut wie gesetzeslose afrikanische Land Somalia mit Unterstützung der dortigen Herrscher als Rückzugsgebiet. Sie werden bei ihrem schmutzigen Geschäft kaum von einem der vielen erfolgslos herumgeisternden ausländischen Kriegsschiffen belästigt, was ihnen auch immer mehr Nachwuchs einbringt.Top Artikel Neuere Artikel
Beliebte Artikel dieser Kategorie |
|
|
Benutzerkommentare  |
|
Durschnittliche Benutzerbewertung
|
|
Fügen Sie Ihren Kommentar hinzu
|