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Rassismus -Strafanzeige gegen Polens Aussenminister

Veröffentlicht in : Nachrichten, Schlagzeilen




Rassisten gegen Barack ObamaGegen den polnischen Aussenminister Radosław Sikorski ermittelt die Staatsanwaltschaft am Bezirksgericht von Tschenstochau (Częstochowa) in Schlesien, wegen eines Verstosses gegen den § 257 des Strafgesetzbuches, der öffentliche Beleidigungen gegen eine Person oder Gruppe aus nationalen, ethnischen oder rassistischen Gründen ahndet. Dem Politiker wird vorgeworfen im November 2008, während einer halboffiziellen Sitzung, den amerikanischen Präsidenten Barack Obama beleidigt zu haben (Polskaweb berichtete). Sikorski hatte bekanntlich damals einen etwas sehr heftigen "Witz" über den afrikanischstämmigen Obama gemacht: "Wussten Sie eigentlich, dass Obama möglicherweise Verbindungen nach Polen hat ? Sein Großvater soll nämlich einen polnischen Missionar verspeist haben !" und war damit ziemlich heftig ins Fettnäpfchen getreten. Ausgerechnet die oppositionelle "PIS Partei" der Kaczyński Brüder, nicht gerade bekannt für multikulturelle Ambitionen, will nun Sikorski mit diesem Kannibalenvergleich den Hals brechen und hat den Minister angezeigt.

Zbigniew Girzyński, fleissiger Mitstreiter des polnischen Ex- Premiers Jarosław Kaczyński in der Partei Recht und Gerechtigkeit (PIS), hat die Untersuchung gegen den polnischen Aussenminister Sikorski mit einer Strafanzeige in Gang gebracht. Er wirft ihm vor den aktuellen US Präsidenten Obama aus Gründen seiner Rasse beleidigt zu haben. Den Eingang dieser Anzeige bestätigte der Sprecher der Staatsanwaltschaft von Tschenstochau Tomasz Ozimek. Warum man gerade eine Verfolgungsbehörde seiner Stadt wählte, konnte Ozimek nicht sagen. Doch man kann durchaus leicht den Zusammenhang mit einer anderen Strafanzeige erkennen, welche bei derselben Behörde erst kürzlich einging und inhaltlich den bekannten Hetzpater Tadeusz Rydzyk des gleichen Deliktes würdigt, wie jetzt auch den Aussenminister. Rydzyk hatte während einer Pilgermesse in Jasna Gora einen Mönch aus Afrika vor 200 000 Gläubigen mit dem unverschämten Satz empfangen: "Noch ein Neger, Oh Gott, der hat sich auch noch nie gewaschen" und war hierfür vom populären Parlamentarier Janusz Palikot aus der Regierungspartei PO angezeigt worden.

Während Radosław Sikorski, trotz seiner ebenfalls sehr nationalistischen Gesinnung, mit rassistischen Beleidigungen eigentlich vorher noch nie unangenehm aufgefallen ist und sogar mit einer jüdischstämmigen US Journalistin verheiratet ist, gilt "Radio Maria" Eigner Tadeusz Rydzyk als ausgesprochen antisemitistisch und generell rassistisch. Er zeichnet sich seit Jahren als Chef- Ideologe der Kaczyński Zwillinge und ihrer PIS Partei aus und kann es sich sogar leisten ungestraft die Ehefrau des polnischen Präsidenten als "Hexe" zu bezeichnen. So verwundert es kaum, dass der ehemalige Vorsitzende der polnischen Linken, Wojciech Olejniczak schwört, er habe den "Obama-Witz" zuerst von Jarosław Kaczyński gehört, der durch Rydzyks Gunst schon einmal polnischer Regierungschef war. Ohne den Hetzpater wären die Zwillinge weder Premier noch Präsident in Polen geworden. Radio Maria hören tagtäglich Millionen gläubige Polen. Sie stellen ein erhebliches Wählerpotential und Rydzyk ist ein überzeugender Redner.

Die Staatsanwaltschaft in Tschenstochau hat 30 Tage Zeit über die Einleitung oder Ablehnung weiterer Ermittlungen gegen Tadeusz Rydzyk und Radosław Sikorski zu entscheiden. Man muss hier nicht spekulieren was geschehen wird, denn das Ganze ist nur ein Spielchen und Formsache. Schaden wird hiedurch aber wieder die gesamte Lage in Polen um Rassismus und Antisemitismus, wie z.B. in den Fußballstadien, nehmen. Geistliche und Politiker machen es ihnen weiterhin vor.

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Vorbildfunktion

Geschrieben von: Rudy () am 28-07-2009 15:53

Vorbildfunktion

Geschrieben von: Rudy am 28-07-2009 15:53

Geistliche und Politiker haben Vorbildfunktion.

 

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