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WARSCHAU - "Es wird immer mehr geklaut. Die Verantwortung für die steigende Tendenz von Diebstählen tragen aber schon lange nicht mehr die vielen kleinen und großen, neben und hauptberuflichen Diebe von der Straße sondern Mitarbeiter in Betrieben und Geschäften jeglicher Größe und Namens. Das fängt beim Bleistift an und geht über Kleidung, Elektroartikel, Autoteilen, dem Griff in die Kasse, bis hin zum Klau von Baumaschinen, Metallen, Strassenbelägen oder dem Diebstahl von Betriebsgeheimnissen. Und Problem mit den Dieben aus eigenem Hause ist groß, weil z.B. der Wert der Mitarbeiter-Diebstähle bei Handelsketten bereits 15 Mal größer als der Diebstahl durch Kunden. Von daher greifen die Händler im Kampf gegen unfaire Arbeiter nun immer mehr und öfters auf ein Netzwerk moderner elektronisches Sicherheits- Methoden zurück, wozu ja bereits schon versteckte Chips und Lesestreifen in Kleidungsstücken gehören" - behaupten zumindest Händler Vertreter- Organisationen, die nach genauerem Hinschauen teils auch mit der Sicherheitsindustrie zu liebäugeln scheinen. Warenschwund-Manager "Checkpoint Systems" in New York veröffentlicht laufend globale Diebstahlbarometer, wobei hier der "Schurkenstaat" nicht der Iran oder Kuba ist, sondern das Land in dem der Handel aktuell die größten Verluste durch Diebstahl erleidet . Und wenn man der jüngsten Veröffentlichung zu dem Thema glauben darf, sind es nicht etwa die polnischen Diebe die hier von ihrer Anzahl her in Europa am meisten hinlangen, sondern die Slowaken, Briten und Russen, die mit Abstand noch vor ihren Kollegen aus Polen liegen. Der Bericht hinkt allerdings ein wenig was die Urteile im Bezug auf die Herkunft der Täter betrifft, da zwar die Anzahl der gefassten Diebe festgehalten wurde, nicht aber ihre Nationalität.
Kurioserweise wirbt die deutsche Niederlassung von "Checkpoint Systems" in Heppenheim auch aktuell noch mit einem Spruch auf ihrem Webportal der nicht mehr zeitgemäß zu sein scheint: " Wir von Checkpoint Systems teilen die Überzeugung, dass wir den Erfolg unseres Unternehmens in erster Linie unseren Mitarbeitern zu verdanken haben". "Den Mitarbeitern hauptsächlich den Erfolg verdanken haben", klingt nach Staubsaugervertretern von Vorwerk oder "Drückern" der Hamburg-Mannheimer. Wenn man sich nun aber auf dem Checkpoint-Heppenheim-Webauftritt weiter bewegt findet hier schon den Grund warum die hauseigenen Mitarbeiter so gelobt werden, Firmenbelegschaften anderswo hingegen kollektiv unter Diebstahlverdacht gestellt werden. Anders als die Zentrale in New York und solche in über 30 weiteren Ländern wirbt man in Heppenheim noch mit alten Zahlen. So auch auf der Startseite mit einem Warenschwundbericht aus dem Jahre 2008. Unter der Überschrift "Unehrliche Kunden sind Hauptursache" erfährt man: Während in Nord- und Lateinamerika der Diebstahl durch Mitarbeiter den größten Anteil am Warenschwund hat (46,3 % bzw. 42,0%), ist in Europa der << Kundendiebstahl >> die Hauptursache für die Verluste der Branche. Von Gelegenheitsdieben bis zur organisierten Kriminalität sind sie z.B. in Deutschland für 53,2 % des Schadens (2,49 Mrd. Euro) verantwortlich, gefolgt von Mitarbeitern (26,9 %; 1,26 Mrd. Euro), Lieferanten (6 %; 0,28 Mrd. Euro) und internen Fehlern (13,9 %; 0,65 Mrd. Euro). Im europäischen Vergleich stehen so z.B. Deutschlands Ladendiebe auf Platz drei. Lediglich in Österreich (56,5 %) und Griechenland (54,6 %) haben unehrliche Kunden einen noch größeren Anteil am Warenschwund. Die Ergebnisse aus Polen und der Slowakei sehen für das Jahr 2008 ähnlich aus. Sollte sich die Lage tatsächlich in den letzten zwei Jahren so gewaltig geändert haben ? Unmöglich, sagen wir und vermuten zumindest unseriöse Geschäftspraktiken dahinter.
Ein weiterer Klick auf der Heppenheimer Webseite zeigt denn auch warum es hier gehen muss: "„Ein interessanter Fakt der Studie ist, dass Einzelhändler nahezu ein Drittel (30,3 %) der 50 am häufigsten gestohlenen Produktlinien nicht mit einer speziellen Sicherung versehen. Hier zeigt sich die direkte Möglichkeit für den Einzelhandel, seine Schwundsituation zu verbessern. Gerade wenn die Rezession den Druck durch Warenschwund auf den Einzelhandel erhöht, bestehe die Notwendigkeit, Warenschwund-Management-Programme zu verbessern und besonders diebstahlgefährdete Produkte zum Schutz der Gewinne zielgerichtet zu sichern. Dank Sicherungsmaßnahmen und verbesserter Prozesse fassten Einzelhändler in Europa im letzten Jahr bereits insgesamt 2,8 Mio. Diebe. Rund 97 % der gefassten Täter waren Kunden, drei Prozent Mitarbeiter" - heißt es da und eine Erklärung zur Kriegserklärung an Angestellte des Handels in Polen und anderswo in Europa gibt es somit auch. Die neuen EU- Länder wurden in den letzten Jahren von Vertretern der Sicherheitsbranche regelrecht überfallen. Im Ergebnis ist so heute sogar jede Zahnbürste bei Rossmann, Real usw. mit einem Sicherheitsstreifen versehen. Hier ist also für diese Leute aktuell kein Geschäft wegen diebischen Kunden zu machen, ersatzweise hat man deshalb jetzt den Mitarbeitern aller polnischen Unternehmen den "schwarzen Peter" gereicht. Die Kasse muss eben stimmen und hierzu werden eben alle möglichen Waffen legalisiert. In Deutschland waren dies zum Wohl der Sicherheitsbranche zuletzt sogar Heckler & Koch Schusswaffen sowie falsche Terroristen die man als Bangemacher einsetzte.
Was haben Sie jetzt hieraus gelernt ? Schnell ihre gesamte Familie mit Pfefferspray, Reizgas, Elektroschockern und Warnblinkanlagen ausrüsten. Auf Ihre Tochter sind nämlich schon etliche Pädophile aus der Nachbarschaft heiß, die Ehefrau könnte ja am Bankautomaten überfallen werden und Sie sogar im eigenen Hause. Kaufen Sie auch einen Tresor zur Sicherung Ihrer Fahrzeugschlüssel, aber erst nachdem Sie Ihr Auto mit zwei Alarmanlagen und anderen Antiblockiersystemen ausgerüstet haben. Eine zusätzliche Diebstahlversicherung für all Ihre mobilen Errungenschaften lässt Sie dann auch mit Ruhe durchs Leben ziehen, denn mit leeren Taschen läuft es sich leichter und heutzutage sind Sie doch nicht einmal mehr vor den klebrigen Händen Ihres Kindermädchens sicher. Tun Sie was, schon morgen könnte es zu spät sein und dann haben Ihre Mitarbeiter vielleicht sogar die Möglichkeit Ihnen auch noch den ganzen Rest zu nehmen ....
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