Bremen - "Wir trafen uns um 10 Uhr morgens im Hotel zum Frühstück und sprachen in Deutsch und Polnisch miteinander. Leider gibt es allerdings keine Anzeichen dafür, dass er in absehbarer Zeit in der polnischen Nationalelf auftreten könnte. Er schwankt und hat offenbar Angst vor dem Zorn der Deutschen" - berichtete der polnische Fußball- Nationaltrainer Franciszek Smuda (63) über sein Aquise- Gespräch mit Bremens in Polen geborenem Top- Abwehrspieler Sebastian Boenisch. Der polnische Fußballverband versucht schon seit Jahren in Polen geborene Deutsche in die eigene Nationalmannschaft zu locken, bis auf eine Ausnahme allerdings ohne Erfolg.
"Ich flog nach Bremen und traf mich mit Sebastian, um ihm zu zeigen, dass wir noch sehr an ihm interessiert sind und auch dann wenn er verletzt ist. Wir hatten ihm keine Ultimatum gesetzt oder irgendeine Zeit eingeräumt, sich für Polen oder Deutschland zu entscheiden. Wir hatten aber davon gesprochen, dass er sich zu unseren Länderspielen im Mai bzw. September ins Team einfügen könnte, wollte aber auch jetzt keinen Druck auf ihn ausüben. Ich weiss, dass Werders Sportdirektor Klaus Allofs versucht Boenisch von der Entscheidung für Polen zu spielen abbringen will, aber was interessiert mich schon Allofs ? Diese Entscheidung sollte nicht Allofs treffen, sondern Sebastian. Auf der anderen Seite bin ich der Meinung, dass Boehnisch alleine sowieso nicht das Tüpfelchen auf dem " i " für unsere Mannschaft sein kann, oder gar ihr Retter. Aber er kann eine Hilfe sein. Mich stört auch etwas der Lärm um diesen Fall, als ob man den Papst verführen wolle" - sagte Smuda in den Medien.
Smuda: "Im Juni läuft der Vertrag von Boenisch mit Werder Bremen aus. Im Moment führt er Gespräche um einen neuen Vertrag mit seiner Vereinsführung. Leider gibt es Anzeichen dafür, dass die Deutschen, und vor allem Allofs dieses Argument um den möglichen Einsatz Boenischs in der polnischen Nationalmannschaft bei den Vertragsverhandlungen nutzen könnten. Einfacher ausgedrückt bedeutet dies, dass sein Marktwert als polnischer Nationalspieler in einem deutschen Bundesligaclub sich automatisch verringert, da er nicht mehr als potenzieller Vertreter Deutschlands auftritt. Brutal, aber wahr. Vielleicht habe ich aber gerade deshalb so viel Geduld mit Sebastian. Sowohl er als auch Eugen Polanski müssen wissen, dass es eine Ehre ist, für die polnische Nationalmannschaft spielen zu dürfen. Ich sandte ihnen eine Menge Signale, die unser Interesse unterlegten. Entscheiden müssen sie sich nun selbst."
Franciszek Smuda hat offenbar nicht verstanden, dass es vielleicht auch eine Ehre für Sebastian Boenisch und Eugen Polanski sein könnte, für die deutsche Nationalmannschaft zu spielen und nicht alleine die Gehälter eine ausschlaggebende Rolle spielen müssen. Man muss aber auch sehen, dass Smuda unter erheblichem Erfolgsdruck des Verbandes steht und er mit den Kadern welchem ihn zur Zeit zur Verfügung stehen, bekanntlich keinen Blumentopf gewinnen kann. Woran das liegt, muss man allerdings nicht ihn, sondern seine Vorgesetzten fragen.
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