Breslau - Mindestens sieben Menschen starben in den letzten Stunden in Polen durch Unwetter, 45 weitere Personen, hierunter auch Kinder, wurden zum Teil schwer verletzt. Unzählige Strassen sind durch umgerissene Bäume oder heruntergefallene Dächer blockiert. Am schlimmsten traf es die niederschlesische Stadt Liegnitz (Legnica), wo ein Tornado am Abend wie ein gigantisches Monster wütete und mehrere Menschen tötete. Mindestens 500 Dächer wurden abgedeckt, hunderte Bäume entwurzelt. Stark getroffen hat es auch die Regionen Großpolen, Lodz und Masowien. Weder die materiellen Schäden, noch die Zahl der Toten oder Verletzten scheinen zur Stunde das wahre Ausmaß der Katastrophe wiederzugeben. Man muss stündlich mit Nachrichten von neuen Opfern rechnen und Sturm und heftige Regenfälle halten wahrscheinlich die ganze Nacht an. Sehen Sie das Tornado- Video aus Legnica.
Auch Breslau und viele umliegende Orte und Dörfer hatte der Tornado erreicht. Hier ist an vielen Stellen der Strom ausgefallen, da die Masten niedergerissen wurden. Der Telefonverkehr ist im ganzen Lande beeinträchtigt, dies betrifft auch den Mobilfunk. Man weiss nicht was das kommende Tageslicht hier für Zerstörungen offenbaren wird. Die Zentrale Leitstelle der Feuerwehr in Warschau hatte bis Mitternacht bereits über 2000 Einsätze im ganzen Land gemeldet. Der Flughafen der Hauptstadt musste für mehrere Stunden gesperrt werden. Bahngleise im ganzen Land wurden durch umgestürzte Bäume erst einmal unbefahrbar gemacht.
Alleine in Legnica wurden bereits über 30 Verletzte in Krankenhäuser eingeliefert. Der Stadtpark des Ortes ist zerstört, hier hatte sich der Tornado über 20 Minuten ausgetobt. Der Sturm soll nach Angaben der Behörden um die 100 Stundenkilometer schnell gewesen sein. Die bisher gemeldeten Opfer waren alle von Bäumen erschlagen worden, in einem Fall ertrank ein Mann, dessen Boot vom Sturm umgeworfen worden war. Die Temperaturen lagen am Donnerstag in Polen bei weit über 30 Grad in oder über Rekordnähe, es war drückend und schwül wie nie. Nicht zu ertragen für die meisten älteren Menschen, die schon gegen Mittag nicht mehr auf den Strassen zu sehen waren. Ab Morgen sollen die Temperaturen in Polen und dem weiteren Mitteleuropa zurückgehen.
Update: Freitag 00.45 Uhr
Nachdem der TV Sender Polsat noch am Abend 11 Todesopfer nach dem Unwetter in Polen meldete, andere lokale Sender insgesamt auf 8 Tote kamen, haben sich am Meldungen über Opferzahlen Zahlen alle bei 7 eingependelt. 45 Menschen wurden demnach zum Teil schwer verletzt. Die Feuerwehr fuhr über 4000 Einsätze. Unzählige Bahnstrecken waren auch am Freitag Morgen nicht befahrbar. Hierbei auch Hauptverkehrsadern wie Breslau Warschau, Breslau Posen und Verbindungen aus allen Richtigen nach Stettin, Swinemünde und Kolberg. Auf den Bahnhöfen herrscht nach wie vor das Chaos wegen Überfüllungen. Die polnische Bahn PKP verteilt kostenlose Getränke und kleine Snacks. Ein Flug von Berlin nach Warschau wurde am Abend komplett stornkiert, ebenso ein weiterer von Warschau nach New York, sowie etliche Inlandsflüge.
Update Freitag 21.30 Uhr
Am Freitag Abend veröffentliche die polnische Feuerwehr neue Bilanzen dee fatalen Unwetter der vergangenen Nacht. In der Nähe des Liegnitzer Stadtparkes wurde ein achtes Todesopfer endeckt. Ein alter Mann war mit seinem Hund spazieren gegangen und wurde von dem Tornado überrascht. Auch er starb wie schon fast alle anderen Opfer unter einem herabgestürzten Baum. 82 Menschen liegen verletzt in Krankenhäusern. Im ganzen Land intervenierte die Feuerwehr bis zur Stunde 5.500 Mal. An den Einsätzen der Rettungskräfte nahmen 12.500 Beamte in 2800 Fahrzeugen teil.
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Tornado in Legnica / Polen 23.7.2009
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