Breslau - Die Behörden der niederschlesischen Metropole Breslau (Wroclaw) haben sich angesichts der in der westlichen Ukraine wütenden Grippe- Epidemie entschlossen schnell und unkonventionell zu helfen, nachdem am Abend die Ukraine offiziell die internationale Gemeinschaft um Hilfe im Kampf gegen die Seuche gebeten hatte. Derzeit bemühen sich Breslaus Bürgermeister Rafal Dutkiewicz und seine Mitarbeiter antivirale Medikamente und Masken für die Einwohner von Lemberg (Lwiw) auf dem Markt zu erwerben, welche schon am Montag in die betroffene Region transportiert werden sollen. Hundertausende Masken und zehntausende Medikamente liegen bereits in einem zentralen Lager der Stadtverwaltung. Lemberg ist Partnerstadt von Breslau und hatte hiermit offensichtlich eine gute Wahl getroffen. Stadtoberhaupt Rafal Dutkiewicz ist Polens Vorzeige- Bürgermeister und wie man sieht, auch bei der Hilfe kein Mann der Sprüche, sondern des schnellen Handelns.
Schweinegrippe macht grossen Bogen um Polen
Die Lage in Polen ist in Anbetracht der explosionsartigen Zunahme von Schweinegrippe- Fällen in der Ukraine und auch westlich der Oder wo die meisten Neuerkrankungen gerade aus dem Grenzgebiet in Deutschland gemeldet werden, eher ruhig. Man könnte fast sogar vermuten, dass die Influenza AH1N1 einen großen Bogen um Polen macht. Die Situation in den Wojewodschaften Lubelskie und Podkarpackie, welche an der Grenze zur Ukraine liegen, wird mit besonderer Aufmerksamkeit Sanitär-epidemiologischer Dienste überwacht.
Keine Fälle von Influenza Virus eines neuen Typs
Laut einer Pressemitteilung aus dem Amte von Ministerpräsidenten Tusk, stehen polnische Experten in ständigem Kontakt mit dem ukrainischen Gesundheitswesen. Polnische Labors seien bereit Untersuchungen auf der ukrainischen Seite zu unterstützen. Am Montag tagt in Warschau ein nationaler Pandemie Ausschuss, wo auch weitere Möglichkeiten zur Hilfe für die Ukraine in dieser Ausnahmesituation entschieden werden soll. Nach neuesten Informationen von Gesundheits-Inspektoren in den Grenzgebieten, gäbe es keinen Grund zur Beunruhigung und keine Fälle von Verdacht auf Infektion mit dem Influenzavirus eines neuen Typs, man könne nicht einmal über zunehmenden Fälle der saisonalen Grippen sprechen - heisst es in der Meldung.
Situation in der Ukraine weiterhin unklar
Die tatsächliche Situation zur Epidemie in der Ukraine ist weiterhin offen. Auf der Website des Gesundheits-Ministeriums wird über 33 Todesfällen nach akuten Infektionen der Atemwege oder Grippe berichtet. Laut Gesundheitsminister Wassili Knjasew, sei es derzeit unmöglich, die genaue Zahl der Erkrankungen und Todesfälle zu ermitteln. 2400 Schulen wurden am Freitag in der Ukraine geschlossen. Panische Aufkäufe von Medikamenten wurden aus allen Regionen des Landes gemeldet. Die Menschen in der Ukraine brauchen dringend internationale Direkthilfe, nicht nur wegen der Grippeepidemie, denn es geht ihnen wirklich "dreckig". Doch aus nicht nachvollziehbaren Gründen schickt man lieber Hilfstransporte nach Polen, die hier niemand mehr braucht.
Gefahr durch Schweinegrippe zweifelhaft
Die amtliche Bestätigung zur Gefährlichkeit der in der ganzen Welt verbreitete Influenza AH1N1 liegt bis heute noch nicht vor. Diesbezügliche Aussagen und Warnungen einer wohl etwas überforderten Weltgesundheitsorganisation WHO, reichen nicht aus um irgendjemanden in Panik versetzen zu müssen. Der herkömmliche AH1N1 Virus scheint weniger bedrohlich als eine normale Grippe. Gefährlich könnte es angeblich nur werden, wenn es zu einer sehr negativen Mutation des Erregers kommt. Dies könnte in der Ukraine geschehen sein, muss aber nicht. Man sollte nun erst einmal seriöse Testergebnisse abwarten, die derzeit in Großbritannien erstellt werden, um sich zu eigenen Sicherheitsmaßnahmen durchzuringen. Seit Mai gab es in Polen etwa 170 Fälle von Influenza, von denen nur einige schwerwiegend waren. Warum ist es in der Ukraine oder Deutschland anders ? Hierüber sollte man sich auch einmal Gedanken machen, denn es kann nicht ausgeschlossen werden, dass die Politik absichtlich und berechnend Panik erzeugt, wie zuletzt mit der Wirtschaftskrise, und früher BSE und Aids.
Update: Samstag 15 Uhr
Die Schweinegrippe hat in der Ukraine bereits 48 Menschenleben gefordert, sagte Präsident Juschtschenko am Samstag der Presse. 150.000 Menschen sind in dem Land erkrankt. Wenn diese Zahlen stimmen, dann haben auch die Todesfälle in nur wenigen Stunden dramatisch zugenommen.
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