Warschau - Im Süden und Osten Polens sind nach heftigen Stürmen und Schneefall über 50 000 Haushalte ohne Strom. An der Ostsee stehen in Städten wie Danzig oder Elbing Strassen unter Wasser. Unzählige Bäume wurden umgeknickt, viele hiervon fielen auf parkende Autos. In der Ukraine sind es sogar bereits über 1100 Dörfer die nicht nur vom Strom, sondern sogar teilweise von allen Versorgern abgeschnitten wurden, teilte des Ministeriums für Notsituationen in Kiew mit. Das Wetter in Polen und in der angrenzenden Westukraine spielt immer verrückter. Da hatte man schon in diesem Jahr wieder einmal weitestgehends auf den Frühling verzichten müssen, so wurde den Menschen nun auch der Herbst gestohlen, denn Schneestürme, eisige Kälte und menschenleere Strassen kannte man bisher in den Oktobern kaum. Noch vor wenigen Tagen war es bis zu 28 Grad warm in Polen.

Die Resultate der sich während der letzten 24 Stunden entstandenen raschen Verschlechterung der klimatischen Bedingungen in Polen und der Ukraine sieht und spürt jeder in den betroffenen Regionen. In vielen Städten sind Strassen teils menschenleer, da bei eisigen Winden und Schneestürmen kaum jemand das Haus verlassen möchte. An der polnischen Ostseeküste wurden schon am Dienstag Stürme mit Windgeschwindikeiten von bis zu 130 km/h gemeldet. In den Bergern bei Zakopane starb ein Mann durch einen heruntergefallen Ast, der seine Schneelast nicht mehr tragen konnte. In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch fielen In Danzig drei Bäume auf einen Parkplatz, wobei 20 Autos zu Schrott gemacht wurden.
Abgebrochene Äste, beschädigte Hausdächer und umgestürzte Bäume findet man aber auch im Westen Polens, wo zur Stunde der Wind pfeifende Geräusch an geschlossenen Fenstern erzeugt. Die Temperaturen in der vergangenen Nacht lagen vielerorts sogar im Flachland bereits unter Null Grad. Die polnische Hauptstadt Warschau erlebte den ersten Schnee dieser herbstlosen Jahreszeit. Schnee und Regen haben auch zu zunehmenden Wasserständen in den Flüssen geführt. Auch der erhöhte Wasserdruck der Ostsee erhöhte die Pegel von Flüssen bis zum Alarmzustand. In Elbing wurden am Mittwoch um 6 Uhr morgens 6,24 Meter Wasserstand mit zunehmender Tendenz gemessen, viele Strassen sind überflutet und nicht passierbar.
Update Mittwoch 17 Uhr:
Die Lage in Polen hat sich am Nachmittag dramatisch verschlimmert. Auch in Masovien fiel jetzt der Strom aus. 500 000 Menschen sind hiervon betroffen. In Elbing begann man mit Evakuierungen von Strassen, die in der Nähe der Ostsee liegen, denn die See tobt gewaltig. Im Seebad Sopot wurde die Seebrücke durch hohe Wellen teilweise stark beschädigt. In Danzig bereitet man sich ebenso wegen steigendem Hochwasser und hoch ankommender Wellen der Ostsee auf Räumungen von Wohnhäusern vor.
Update Donnerstag 09 Uhr:
Immer noch über 250 000 Haushalte in Polen ohne Strom. Das Hochwasser in Elbing hat die Stadt in zwei Hälften geteilt. Einigen Hundert Menschen mussten evakuiert werden. Es schneit nicht mehr, dafür aber setzte starker Regen ein. Polnische Meteorolgen behaupten, dass der Angriff des Wetters noch lange nicht vorbei sei. Man erwarte einen sehr starken Sturm über der Ostsee, der den Küstenstädten arg zusetzen könnte.
Update Donnerstag 20 Uhr:
Vier Tote meldete die Polizei im Zusammenhang mit mit dem Kälteeinbruch in Polen. Immer noch hat sich bei der Reparatur der zerstörten Stromversorgungen kaum etwas getan. Die zwei wichtigsten Fernsehsender sprechen nun von über 400 000 Haushalten ohne Strom. In der Westukraine sind ebenso nach wie vor über 800 Dörfer vom Stromausfall betroffen. Das Hochwasser in Danzig und Elbing zieht sich seit dem Nachmittag langsam zurück.
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