Moskau - Dem russischen Ministerpräsidenten Wladimir Putin war es offensichtlich in Moskau zu heiß geworden, denn vor einigen Tagen tauchte er urplötzlich mit einem Schwarm von Bildreportern und seinem Katastropenschutz- Minister Sergej Shoigu in der sibirischen Tundra auf. In der autonomen Republik Tuwa, im südlichen Teil Sibiriens, tat er als erstes das was er immer tut wenn er zu einem Fotoshooting in der Wildnis eintrifft, nämlich sein Hemd ausziehen und die Muskeln leicht spannen. Putin hoch zu Roß, Putin beim Fischen und Wladimir beim Suppe-Schlürfen am Mittagstisch armer Leute. Dies sind die Ansichten die er liebt und seine Anhänger brauchen. Die Fotografen geben sich Mühe, ohne es zu wagen den Regierungschef zu etwas unauffälligerem Posen zu raten, trotzdem Bilder zu schiessen die nicht gestellt aussehen, was ihnen aber einfach nicht gelingen will. Zugegeben, sein Land hat Wladimir Putin im Griff, seine Milliarden sicherlich auch, doch ein nachhaltiger Aufbau seines Macho-Images will ihm einfach nicht gelingen.
Wladimir Putin hatte nur ein paar Tage Urlaub, doch auch in dieser Zeit liess er nicht eine Minute ungenutzt verstreichen. So schaute er sogar beim Mittagessen mit einem Bewohner dieser rauhen Gegend und Gesprächen mit den Nachbarn fortwährend auf seine Armbanduhr, als säße ihm der Teufel im Nacken. Nach seiner Ankunft nahe der mongolischen Grenze, verbrachte er eine anstrengenden Nacht in einem Zeltlager. Zur Entspannung ruhte er sich dann am Morgen auf den Ästen einer Kiefer aus und genoss offensichtlich, in sich selbst versunken, die femdartige Natur. Seinen Oberkörper hatte er inzwischen mit einem Militär-Hemd bedeckt, was den auch hier anwesenden Fotografen ganz neue Perspektiven bot. Um diese Szene zu perfektionieren beförderte man ihm noch schnell seinen Hut auf den Baum hinauf. Dies natürlich unter den wachsamen Augen des anwesenden Katastrophenministers. Dieser musste dann später auch mit ansehen, wie sein Chef versuchte mit einem Speer Fische zu fangen und eine längere Strecke zu Pferde zurücklegte, wobei sein Hemd aber wieder runter musste.
Jetzt wissen auch wir, dass Wladimir Putin ein echter harter Typ ist, denn nachdem er im vergangenen Jahr selbst einen Tiger im fernen Osten erschossen hatte, nachdem dieser Anstalten machte ein Fernsehteam zu verspeisen, zeigte er jetzt sogar seine Kraft und Ausdauer in den Flüssen Sibiriens, tauchte mit einem Mini-U-Boots auf den Grund des Baikalsees und ritt mit nacktem Oberkörper auf einem Pferd schneller als sein Katastrophenminister sich in einem der ihm folgenden Fahrzeuge fortbewegen durfte. Mit besonderer Härte zeichnet sich der russische Premier allerdings durch seine Akzeptanz wachsender Menschenrechtsverletzungen und offensichtlich politisch sowie rassistisch motivierter Morde in seinem Land aus. Erst am Abend erreichte uns eine Meldung aus Moskau, in der es heisst, dass im Gefängnis der Stadt "unbequeme" Häftlinge von Schwerkriminellen mit Auftrag mißhandelt, vergewaltigt und getötet worden sein sollen.
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