Polizei und Geheimdienste sind auf der Suche nach dem 52-jährige Stefan Zielonki der als Chiffrierungs- Spezialist dem polnischen Militär- Geheimdienst angehört. Polnische Medien sprechen von einem "echten schwarzen Szenario", denn Ziolonkis Wissen könnte in den Händen ausländischer Geheimdienste zu einer tödlichen Gefahr für polnische Agenten und deren Informanten werden. So kenne Zielonki, der seit 20 Jahren bei der polnischen Abwehr arbeitet, die Kodenamen polnischer Geheimdienstler im Ausland, von Informanten, Kontakten vor Ort, die Eigenarten operativer Verfahren und viele weitere Einzelheiten auch in Zusammenhang mit der polnischen Außenpolitik und der Nato. Bekannt wurde bisher nur dass der Verschlüsselungspezialist am 12. April sein Haus in Warschau Goclaw morgens verlassen hatte und seitdem spurlos verschwunden ist. Spekulationen über sein Verschwinden reichen von Hochverrat an Moskau, bis zu seinem etwaigen Unfalltod.
Informationen über das Verschwinden des Geheimdienst- Spezialisten wurden erstmals heute veröffentlicht. Offiziell gibt es von Seiten des polnischen Verteidigungsministerium noch keine Stellungnahme hierzu. "Bitte haben Sie Verständnis, dass wir keine Kommentare zu diesem Thema abgeben können" - sagte Verteidigungsminister Bogdan Klich. Auch das Militär verweigerte bisher jegliche Auskunft. Die Polizei in Warschau informiert jedoch über das mysteriöse Verschwinden von Zielonki: " Der Fall hat höchste Priorität bei allen uniformierten Diensten". Stefan Zielonki soll Probleme haben, wobei diese hauptsächlich aus seiner Unzufriedenheit über sein mageres Gehalt resultieren. Weder seine Familie noch Freunde oder Arbeitgeber haben seit seinem Verschwinden je wieder von ihm etwas gehört. Die Polizei hat offiziell eine Suchmeldung mit Beschreibung und Fotos des Mannes veröffentlicht. Jede Polizeidienststelle innerhalb der EU nimmt Informationen entgegen, welche im Zusammenhang mit dem Verschwinden von Zielonki dienlich sein könnten. Hotline Kripo Warschau: (0-22) 6036313 (Hier wird eine direkte Verbindung mit dem Militärgeheimdienst eingerichtet).
Seit 2008 sollen die Aktivitäten russischer Agenten, die sich von ihrer Botschaft in Warschau aus mit Diplomatenpässen durch das Land bewegten, erheblich zugenommen haben. Erst Ende des Jahres 2008 hatte Polen zwei russische "Diplomaten" ausgewiesen, die auf frischer Tat dabei erwischt worden sein sollen Offiziere der polnischen Armee "einzukaufen". Einem der polnischen Offziere konnte man nachweisen, dass er für einige tausend Dollar sein Land an die Russen verraten hatte. Moskau stritt alles ab und wies seinerseits zwei polnische Diplomaten aus. Zuletzt gab es im Jahre 2000 einen ähnlichen Fall mit russischen Agenten in Polen, dann war 8 Jahre Ruhe und nun häufen sich wieder die Klagen über russische Spione in Polen und anderen Nato Staaten.
"Polskaweb" fiel eine weitere Meldung des Tages in diesem Zusammenhang auf. Ein Mann versuchte am Mittwoch in das US Verteidigungsministerium (Pentagon) einzudringen. Er wurde von Sicherheitsleuten überwältigt und soll angeblich um Schutz gebeten und wichtige Informationen in Aussicht gestellt haben. Nach Angaben der Pressestelle des Pentagon, sei der Eindringling Osteuropäer. Mehr wollte man hierzu nicht sagen.
© 2009 Polskaweb News
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