KIEW - Nach Berichten osteuropäischer Fernsehsender hat der ukrainische Geheimdienst SBU angeblich fünf Agenten festgenommen, die im Auftrag des russischen Geheimdienstes FSB spioniert haben sollen. Die erste Festnahme in dieser Sache soll bereits am 27. Januar in der Schwarzmeerstadt Odessa erfolgt sein. Hierbei habe es sich um einen Offizier des FSB gehandelt. Drei seiner Amtskollegen und ein russicher Soldat gingen demnach dem SBU kurze Zeit später ins Netz. Man habe sie sozusagen "in Flagranti" erwischt - heisst es, da die Festgenommen alle Beweise ihrer Spionagetätigkeiten, wie digitale Voice Recorder, den berühmten Füllfederhalter mit eingebauter Kamera, Speicherkarten mit Anweisungen und zweitausend Dollar in der Aktentasche mit sich führten.
SBU- Chef Valentin Nalywajczenko erklärte am Dienstag in Kiew, dass die Russen militärische Staatsgeheimnisse von einem ukrainischen Beamten kaufen wollten, den man bedroht, geschlagen und dann versucht habe zu erpressen. Er gab aber zu, dass dem Staat durch diese Aktionen kein Schaden entstanden sei. Der Pressedienst des russischen Geheimdienstes in Moskau bestätigte inzwischen die Festnahme eines Mitarbeiters, vier weiteren angeblichen Spione seien bereits wieder in Russland. Zwei von ihnen sollen während der Festnahme von Ukrainern verprügelt worden sein.
Der FSB soll angeblich überrascht gewesen sein von der Festnahme der Agenten, von der man auch noch unüblicherweise durch die Medien erfahren habe. Ein Vertreter der Sicherheitsagentur betonte, dass die Tätigkeit russischer Agenten in der Ukraine, als natürliche Vergeltungsmaßnahme für zunehmende Aktivitäten der ukrainischen Geheimdienste, auf dem Territorium der Russischen Föderation, betrachtet werden können. Als Beispiel nannte er die Festnahme des SBU- Agenten Ruslan Pilipenko am 29. Dezember in einer militärischen Einrichtungen der Russischen Föderation in Tiraspol. Er habe eine Kamera mit Aufnahmen von russischen Staatsgeheimnissen bei sich gehabt.
Am 7. Februar wird in einer Stichwahl ein neuer ukrainischer Präsident gewählt. Bis in den Abendstunden dieses Tages, sollte man nicht mehr jede Meldung aus der Ukraine auf die Goldwaage legen. Im Bezug auf die jetzt enthüllte "empörende" Spionageaffäre sollte man bedenken, dass der russische Premier zwar nach Aussen hin den prorussischen Oppositionsführer Viktor Janukowitsch bei der Wahl unterstützt, aber in der Realität seine "geschätzte" Amtskollegin Julia Timoschenko viel lieber im Kiewer Präsidentenpalast sehen würde. Ausserdem passt der ganze "billige" Agenten- Rummel nicht ins Bild des ansonsten mit allen Wassern gewaschenen FSB. Solche Angelegenheiten trägt man normalerweise, auch in der Ukraine, auf bilateraler Ebene zwischen den Geheimdiensten aus.
© Polskaweb News Artikel vom 2.2.2010
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