Es ist manchmal kaum zu glauben was den Reisebüros in Krisenzeiten alles so einfällt, aber was jetzt ein Unternehmen in Poznan (Posen) als Kulturreise in ein angeblich "völlig sicheres Land" anbietet toppt sicherlich alle anderen europäischen Frühlings- Reiseangebote. Es geht in das von Kriegen zerstörte und zerrüttete Afghanistan, was neben dem Irak und Somalia und zwei, drei weiteren Ländern zu den gefährlichsten Reisezielen der Welt gehört. Die Route dieser Umstrittenen Auslandreise führt von Kabul zu der berühmten Riesen-Statue von Buddha und dem Felskloster in Bamian, von wo es dann weitergeht ins Panjshar Tal zur Besichtung von ausgebrannten sowjetischen Panzern, welche der legendäre Scheich Ahmed Massud in den 80er Jahren mit seinen Mujaheddin-Kämpfern zerstörte und damit den Sowjets ein empfindliche Niederlage beibrachte. Das absolute Highlight soll dann ein Ausflug zu den Tora Bora Höhlennsein, in dessen Umfeld man das Versteck Bin Ladens vermutet.
Das polnische Aussenministerium in Warschau warnte in einer Pressemeldungen alle Reiselustigen auf solche makabren Reiseangebote zu verzichten, denn in Afghanistan sei es generell nicht sicher für Ausländer und in der Ziel- Provinz dieser "Kultureise" des Poznaner Reisebüros gebe es nur einen Ort wo es meist friedlich zugehe, und der sei in dem durch die USA geführten ISAF Stützpunkt beheimatet. Hier herrschen die Taliban und es gäbe tagtäglich Kämpfe mit den Amerikanern, warnt das Ministerium.
Die Afghanistanreise ist das erste derartige Angebot in der polnischen Tourismusorganisation. Medien stellten bereits in diesem Zusammenhang die Frage, ob nun auch polnische Touristen in Afghanistan ihr Leben lassen müssen. Normalerweise meiden Touristen solche Länder wie haifisch-verseuchte Gewässer, doch das Angebot aus Poznan scheint unverständlich reizvoll, denn es haben sich zur ersten Tour bereits 16 Personen angemeldet. " Diese Warnungen sind stark übertrieben, unsere Reiseroute ist völlig sicher" - behauptet dagegen Veranstalter Tomasz Kaminski, der am 2. Mai mit der ersten Reisegruppe nach Afghanistan aufbricht.
"Polskaweb" warnt darüberhinaus vor dem Kauf von gefälschten Teppichen, Drogen wie Heroin und Haschisch, sowie den Entführern von Ausländern in diesem Teil der Welt. Reisen Sie besser durch Polen, das Land hat mehr zu bieten als eine vom Krieg zerstörte Einöde und garantiert Ihnen auch weitestgehende Sicherheit. Schauen Sie hierzu einfach mal auf unsere Reiseseite: Polen Reisen
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