Das Weltwirtschaftsforums (WEF), das die Reformfortschritte in Europa überprüft und eine Rangliste der Staaten erstellt hat zeigt Polen, in seiner neuesten Studie, bei den Reformvorschritten in Europa weit abgeschlagen auf dem letzten Platz, also noch vor der Türkei, Bulgarien und Rumänien. Mit der vor sechs Jahren beschlossenen Lissabon-Strategie will die Union ihre Wettbewerbsfähigkeit stärken. Dafür sollen Arbeitsmärkte geöffnet, Jugendliche gefördert und Bürokratie abgebaut werden. Das in der Schweiz ansässige Weltwirtschaftsforum erstellt seinen Index alle zwei Jahre.
Die Türkei liegt in dem Index nicht nur vor Polen, sondern auch vor den beiden osteuropäischen Ländern Bulgarien und Rumänien, die am 1. Januar in die EU aufgenommen werden. Die Türkei habe große Anstrengungen unternommen, ihre Wirtschaft zu öffnen, Finanzdienstleistungen zu integrieren und Unternehmensgründungen zu fördern, urteilte das WEF. Die Beitrittsverhandlungen sind wegen des Streits um die Öffnung türkischer Häfen für das EU-Mitglied Zypern ins Stocken geraten. Dahinter steckt der seit mehr als 30 Jahren ungelöste Konflikt um Nordzypern, in dem die Türkei Truppen stehen hat. Am Besten schnitt unter den EU-Beitrittskandidaten Kroatien ab. "Das Ergebnis für Kroatien und die Türkei liegen sehr eng beieinander und deutlich vor dem nächstbesten, Rumänien. Beide Staaten schneiden insgesamt besser ab als Polen, das bereits Mitglied ist", erklärte das WEF. Polen bildet das Schlusslicht der Liste und rettete damit Italien davor, die Laterne übernehmen zu müssen. Die drittgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone rutschte gegenüber dem Index von 2004 um zehn Plätze ab. Griechenland gehört ebenfalls zur Gruppe der letzten drei, für die das WEF eine ganze Reihe von Problemen nannte: eine ausufernde Bürokratie, eine geringe Verbreitung moderner Kommunikationstechnologien, wenig Wettbewerb auf den nationalen Märkten, Günstlingswirtschaft bei der Vergabe öffentlicher Aufträge und ein ungenügender Schutz des Eigentums. Gemessen an der Umsetzung der Lissabon-Strategie der EU erreichte Deutschland in dem am Mittwoch veröffentlichten WEF-Index den fünften Platz. Damit lag die Bundesrepublik direkt vor Großbritannien, vier Plätze vor Frankreich und einem weit abgeschlagenen Italien. Die besten Ergebnisse hätten Dänemark, Finnland und Schweden erreicht, teilte das WEF in Genf weiter mit. Der vierte Platz gehörte den Niederlanden. Top Artikel
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