Warschau - Nach dem Flugzeugabsturz am 10. April am Rande eines gemischt genutzten Flughafens bei Smolensk, bei dem u.a. der polnische Präsident Lech Kaczynski getötet wurde, vermehren sich tagtäglich die Hinweise darauf, dass die Katastrophe kein Unfall, sondern eine durch Dritte absichtlich oder unabsichtlich herbeigeführte Tat gewesen sein könnte. Moskau und Warschau schweigen, was einzig ihre angeblich gute Zusammenarbeit ausmacht, so ist es alleine recherchierenden Journalisten zu verdanken, dass es überhaupt Informationen zu dem Mysterium gibt. Die konservative polnische Tageszeitung "Rzeczpospolita" lieferte am Dienstag ein weitere Indizien zu unserer Theorie. Unter der Headline: "Nebel in Smolensk übersehen" berichtet die Zeitung über Erkenntnisse welche sie über die polnische Militär-Staatsanwaltschaft erhalten haben will, wonach der letzte Flug der TU-154 nicht nur schlecht organisiert gewesen sei, sondern auch die Sicherheit des Fluges und der sich in der Maschine befindenen wichtigen Personen. Hinzu kommen Unregelmäßigkeiten beim polnischen und russischen Bodenpersonal, wozu z. B. auch die unterlassene Weitergabe von relevanten Wetterdaten an die Piloten der abgestürzten Tupolew gehörte.
Laut "Rzeczpospolita" haben Militär-Staatsanwälte Akten und Aufzeichnungen aus dem Zentrum für Hydrometeorologie der Armee (CHSZ) beschlagnahmt. Es handele sich hierbei um Informationen zum Wetter, welche diese Abteilung begleitend an Piloten von Militärflugzeugen weitergibt. Nach der Auswertung dieser Dokumente hat die Crew der Tupolew am 10. April um 7.27 Uhr "neueste" Wetterdaten über das Air Operations Center (COP) auf dem Warschauer Flughafen Okecie erhalten. "Gute Sicht" und "schönes Wetter" hiess es, von Nebel kein Wort. Die Staatsanwälte fanden heraus, dass diese Meldung zum Zeitpunkt ihrer Übermittlung bereits 2,5 Stunden alt war.
Die nächste Wettermeldung an die Tu-154 ist nicht weniger mysteriös. So soll nach "Rzeczpospolita" der diensthabende "COP Meteorologe in Warschau erst um 8.25 Uhr eine neue Meldung an die Crew der Tupolew übermittelt haben, in der es heisst, dass die zivile Wetterstation in Smolensk dunklen Himmel und sehr dichten Nebel mit Sichtweiten von bis zu 500 Metern spreche. Eine Bestätigung des Erhaltes dieser Meldung durch die Besatzung fanden die Staatsanwälte nicht unter den beschlagnahmten Dokumenten.
Offiziell sollte der Jet um 8.23 in Smolensk landen, also zwei Minuten vor der letzten Wettermeldung. Nicht einmal die genaue Absturzzeit hat die "effektive" polnisch-russische Untersuchungskommission bisher herausfinden können. So gilt weiter die Uhrzeit 8.41 Uhr (MEZ) als spätester Zeitpunkt der Katastrophe. Eine SMS eines polnischen Journalisten mit der Unglücksmeldung an seine Redaktion war hierfür die Grundlage. Minister in Moskau und Warschau hatten früher stets 8.56 Uhr als Absturzzeit angegeben.
"Polskaweb" veröffentlicht jede wichtige neue Erkenntnis zu der Katastrophe von Smolensk sofort. Wir halten hierbei auch die Medien in Russland und Polen im Auge. Auch wir haben ehrlich gesagt Lech Kaczynski und seine engsten Verbündeten nicht besonders gemocht, was allerdings mit der subjektiven Geschichtspolitik dieser Menschen zusammenhing. Hier geht es aber um mehr, nämlich dem ungeklärten Tod eines Präsidenten Polens und 95 weiteren Passagieren seines Flugzeuges, dessen Aufklärungsarbeit so unglaublich ignorant betrieben wird.
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Danke für Eure unabhängige Recherche
Geschrieben von: Heinz Steinle () am 08-05-2010 22:36