Die polnische Regierung hat große Pläne zu den Feierleichkeiten anlässlich vom 70. Jahrestag des Ausbruches vom zweiten Weltkrieg am 1. September auf der Danziger Westerplatte und alles sieht danach aus, dass sowie der russische Premier Wladimir Putin als auch der amerikanische Präsident Barack Obama diesen Tag nutzen könnten ihre bereits zugesagten Polen- Besuche zu realisieren. Nach Informationen aus Regierungskreisen in Warschau laufen bereits Konsultationen über einen Besuch von Obama in Polen. Dieser hatte in der vergangenen Woche während des Nato Gipfels in Straßburg gegenüber dem polnische Aussenminister Radoslaw Sikorski sein Kommen bestätigt und dies auch am Sonntag dem polnischen Präsidenten Lech Kaczyński in Prag nochmals versichert. Auch Wladimir Putin hat seinen Besuch in Danzig zum 1. September bereits angekündigt. In Vorbereitung dessen wird Sikorski in den nächsten Tagen nach Moskau fliegen um mit seinem Amtskollegen die Formalitäten des Putin- Besuches zu besprechen.
Falls Obama nicht zum 1. September nach Danzig kommen will oder kann, wird er allerdings alternative zeitliche Möglichkeiten haben dann vielleicht nicht Danzig sondern Warschau zu besuchen. Am 6. Juni wird der US Präsident nämlich zu den Feiern zum 65. Jahrestag der Landung der Alliierten in Europa in der Normandie erwartet und wird kurz darauf nach Israel und in das Westjordanland reisen. Ein Abstecher nach Polen würde sich dabei anbieten. Eine weitere Möglichkeit gibt es dann auch im darauffolgenden Monat, wenn Barack Obama am 8. Juli zum G8-Gipfel nach Sardinien reisen wird. Vor oder nach diesem Gipfel wird er in Moskau einen Zwischenstop einlegen und im Kreml mit dem Präsidenten der Russischen Föderation Dmitri Anatoljewitsch Medwedew bei einer Tasse Tee über Abrüstungen sprechen. Schon die erste Europa Reise von US Präsident Barack Obama war für ihn und Amerika ein riesen- Erfolg. Politiker standen in Warteschlange und selbst die eigentlich sehr kühle britische Königin konnte ihre Faszination in Anbetracht ihres Gästepaares aus dem "White House" in Washington nicht verbergen. Jeder Staatschef bzw. Politiker buhlte mit Nachdruck um ein gemeinsames Foto mit Obama. Tausende von Menschen jubelten ihm auf jeder Etappe seiner Reise zu. Besonders stolz auf den Besuch des US Präsidenten waren die Tschechen, denn Obama hatte in Prag die weltweite Abschaffung von Atomwaffen zu seinem innigsten Wunsch erklärt und auch die Rolle Tschechiens und anderer ehemaliger Satelliten- Staaten der Sowjetunion bei der Abschaffung des Kommunismuses gewürdigt.
Offen ist bei den ganzen Plänen Warschaus allerdings ob Putin und Obama sich zu einem solch geschichtsträchtigen Anlass im Zusammenhang mit dem Beginn des zweiten Weltkrieges und dem Angriff aus Polen überhaupt die Hände in Danzig reichen wollen, denn Putin müsste befürchten dass der US Präsident ihn daran erinnern könnte, dass ja neben Deutschland auch Russland, nach dem Abschluss des Molotow-Ribbentrop-Paktes, Polen in der ersten Phase des Krieges angegriffen hatte. Explosionsartig könnte eine solche "Erinnerung" zu einer hitzigen Debatte zwischen den beiden grundverschiedenen Regierungschefs ausarten. Barack Obama ist bekanntlich kein Freund russischer Heldenlieder im Zusammenhang mit Katyn, dem Angriff auf Polen und den Millionen Kriegsgefangenen und Zivilisten die in sowjetischen Arbeitslagern und in Polen nach dem Kriege ihr Leben lassen mussten. Nicht vergessen hat man ebenso das Schicksal von mindestens 250 000 Frauen die bei Massenvergewaltigungen der Rotarmisten zu Tode kamen, deshalb wird in den USA Stalin in der Regel in einem Atemzug mit Hitler genannt. Putin hätte dann mit seinem Anliegen, der Verhinderung eines US Raketenschild in Polen und Tschechien, sicherlich sehr schlechte Karten, denn bis heute hat sich Russland zu kaum einem Verbrechen aus jener Zeit offiziell bekannt.
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1. September in Danzig
Geschrieben von: Igor Wolf () am 14-04-2009 08:56