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Prostituierte in ganz Polen atmen auf, aber nicht unbedingt weil eine Legalisierung ihres Berufszweiges wahrscheinlich alsbald ansteht, sondern weil die Polizei jetzt ganz massiv gegen Zuhälter, Puffmütter und andere Subjekte vorgeht, die von der Arbeit der Frauen finanziell profitieren. Erste Eindrücke der hierbei äusserst hart Einsatzkommandos des CBŚ (ähnlich dem US amerikanischen FBI) konnten jetzt auch sogar deutsche Freier im Grenzgebiet zu Brandenburg live erleben. Alleine im Raume Gorzow (Landsberg) und Slubice/Rzepin bei Frankfurt/Oder wurden in dieser Woche 26 Zuhälter festgenommen und bereits Haftrichtern vorgeführt. Auch Taxifahrer und Kellner diverser Clubs werden in Bälde unter dem Vorwurf der Beihilfe zur Prostitution und der organisierten Kriminalität vor Gerichten erscheinen müssen, denn auch diese hatten den Frauen übermäßig viel Geld aus der Tasche gezogen. Allen Festgenommenen drohen nun Freiheitsstrafen von bis zu 10 Jahren. Denjenigen welchen vorerst die Haft erspart blieb wurde der Pass abgenommen und sie befinden sich unter strengsten Auflagen auf freiem Fuß.
Eigentümer und Eigentümerinnen von Hostessenagenturen, Bodyguards, Taxifahrer und sogar Barkeeper holten Polizisten der Lubuser Abteilung des CBŚ in dieser Woche schon zu Dutzenden teilweise aus ihren Betten um sie zu Vernehmungen zu bringen. Die Festgenommenen werden beschuldigt mit illegalen Nightclubs, Hostessenagenturen und privaten Wohnungen in Rzepin, Slubice, Gorzow und Umgebung großes Geld verdient zu haben. Nach polnischem Recht ist die Erlangung von Vermögensvorteilen aus gewerblicher Unzucht nämlich strafbar. Einigen hiervon kam die Polizei auf die Spur weil sie die Dienste der Prostituierten in ihren Etablissements sogar ganz dreisst in den örtlichen Zeitungen angeboten hatten - sagte die Sprecherin der Polizei von Lubuskie Agata Sałatka. In den Hostessenagenturen beschäftigte man junge Frauen im Alter von 20-30 Jahren von der Gegend von Gorzow und aus der Ukraine. Unter diesen fand die Polizei bei ihrem jüngsten Einsatz aber auch zwei 17-jährige Mädchen. Die in diesen Etablissements beschäftigten Frauen mussten sofort nach dem Geschäft mit einem Freier 50% ihrer Einnahmen an die Eigentümer der Privatbordelle abliefern, die dann einen Teil dieses Geldes jeweils an "Türsteher", Taxifahrer usw. weiterleiteten.
Welche gigantischen Umsätze in diesem illegalen Geschäftszweig eingefahren werden zeigt das Resultat eines weiteren CBŚ Polizei- Einsatzes in dieser Woche in der Messestadt Poznan (Posen). Bei der Erstürmung einer privaten Wohnung welche Prostituierte beherbergte wurden 4 Zuhälter festgenommen, hierunter auch zwei Frauen die mit ihren Einnahmen aus diesem Privatbordell bereits für umgerechnet fast eine Million Euro Immobilien erworben hatten. Das Quartett sitzt nun inklusive "Puffmutter" Rita wegen Förderung von Unzucht und Geldwäsche im Zusammenhang mit den Liegenschaften in Untersuchungshaft. Auch ihnen ist eine langjährige Freiheitsstrafe sicher. Wie das CBŚ versicherte müssen Freier keine Angst vor der Polizei bei deren noch anstehenden Aktionen haben, es gehe immer nur um die Festsetzung von Zuhältern und Hintermännern. Die polnische Regierung arbeitet derzeit an einem Gesetzesentwurf zur Legalisierung der Prostitution, womit man dann den Kriminellen um dieses Gewerbe den Nährboden entziehen will.