Frankfurt (Oder) - Ein aus Spanien kommender polnischer Reisebus mit 49 meist jüngeren Insassen ist am Sonntag Morgen auf dem Berliner Ringe nahe Genshagen gegen einen Brückenpfeiler gerast. Nach Angaben der Brandenburger Polizei starben in Folge ds Unfalles nach dem neuesten Kenntnisstand mindestens 12 Passagiere, ausserdem habe man 16 schwerverletzte- und 15 leichtverletzte Opfer der Katastrophe zu beklagen - heisst es. Der genaue Unfallhergang ist noch unklar. Ein Fahrer des Buses sagte über Handy seinem Arbeitgeber, dass er von einem Mercedes Typ "A" abgedrängt und hierbei berührt worden sei wodurch er die Kontrolle über das Fahrzeug verloren habe. 250 Brandenburger- und Berliner Retter sind vor Ort. Der polnische Premier Donald Tusk und Gesundheitsministerin Ewa Kopacz befinden sich auf dem Wege zum Katastrophenort, ebenso eine Transportmaschine des Militärs aus dem Raume Stettin, welche Unverletzte und transportfähige Polen heimholen soll.
Video Buskatastrophe auf dem Berliner Ring
Es gibt unterschiedliche Zahlen über Verletzte, Tote und auch über die Zahl der Insassen in dem Unglücks- Bus. Nach Angaben der Eigentümer des Fahrzeuges aus der Nähe von Stettin, waren insgesamt 49 Personen, also 47 Touristen und zwei Fahrer auf der Rückfahrt von einem Ausflug nach Barcelona ins heimische Zlocieniec in Westpommern unterwegs. Es soll sich bei den Opfern hauptsächlich um Arbeiter einer Firma aus Zlocieniec handeln, also nicht um Jugendliche Polen wie es in deutschen Meldungen heisst.
Medien und Behörden sprechen von schlimmen, aber auch chaotischen Bilder am Unfallort. Das Konsulat in Polens Berliner Botschaft gab bekannt, dass der Unfall sich gegen 10.35 auf der Autobahn 10 zwischen Rangsdorf und Schönefeld ereignet habe. Der Bus war am vergangenen Samstag um 4.30 Uhr in der westpommerischen Ortschaft Zlocieniec losgefahren und hat über Deutschland und Frankreich Kurs auf die katalanische Metropole Barcelona genommen. Am heutigen Vormittag gegen 12 Uhr wurde die Reisegruppe in Polen zurückerwartet.
Das polnische Fernsehen hatte Telefonkontakt mit dem Besitzer des Unternehmen, er gab an mit einem der Fahrer seines Buses gesprochen zu haben. Dieser habe ihm geschildert, dass er keine Schuld an dem Unfall habe, da er durch einen PKW abgedrängt und berührt wurde, der ins Schleudern geraten war. Als der Anrufer vom Fernsehen den Unternehmer nach dem Alter und dem technischen Zustandes des Buses fragte, brach das Gespräch ab. Ein schlechter technischer Zustand von polnischen Reisebusen, Übermüdung der Fahrer und überhöhte Geschwindigkeit sind nicht selten Ursachen von Katastrophen.
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In einem Berliner Krankenhaus starb am Abend ein 13. Opfer des Busunglücks. Premier Donald Tusk, der sich zur Stunde in Berlin-Grünau befindet und von Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck geführt wird, wies darauf hin, dass möglicherweise noch weitere Menschen aus dem Bus sterben könnten, da von den 16 Schwerverletzten immer noch einige um ihr Leben kämpfen.
Für die meisten polnischen Medien scheint laut ihrer Berichterstattung die Unfallursache bereits geklärt zu sein. Demnach habe der Bus auf der regennassen Autobahn einem schleudernden Mercedes ausweichen müssen und sei dadurch selbst ins Schleudern gekommen und gegen einen Brückenpfeiler geprallt. Man beruft sich hierbei auf Angaben von brandenburgischen Polizisten. Die 37-jährige PKW- Fahrerin, die ebenso verunglückte, schwebt selbst noch in Lebensgefahr, sie konnte bisher nicht vernommen werden.
Vor dem Rathaus in Złocieniec, woher fast alle Opfer der Katastrophe stammen, versammelten sich am Abend Dutzende von Menschen, die ängstlich auf Informationen über Opfer und Betroffene warteten. Sie werden am Montag um vier Uhr früh in zwei Bussen nach Potsdam fahren um die hier untergebrachten toten Angehörigen zu identifizieren, bzw. andere in Krankenhäusern zu besuchen.
Die Rückkehr der Leichtverletzten und Unverletzten nach Polen hat sich verzögert, da sie sich weigerten mit Donald Tusk in einer CASA Militärmaschine zurückzufliegen. Zuletzt waren zwei polnische Militärmaschinen aus ungeklärten Gründen abgestürzt, wobei jeweils alle Insassen starben. Grund genug, derartige Geräte vorerst nicht mehr zu besteigen.
Wir warten nun auf Ergebnisse der Polizei, welche sich mit den Fahrzeugen und ihren Fahrern sowie Zeugen zu beschäftigen hat. Die Staatsanwaltschaft in Stargard (Westpommern) hat, unabhängig von den ermittelnden deutschen Behörden, ein Ermittlungsverfahren zu den Ursachen der Buskatastrophe eingeleitet und bereits die Polizei in Potsdam um Amtshilfe gebeten.
Am Morgen nach der Katastrophe. Die mit der Polizei in Königs- Wusterhausen und der Staatsanwaltschaft in Potsdam zur Klärung der Unfallursache zusammenarbeitenden polnischen Kollegen haben noch keine Namensliste der Opfer dieser Tragödie bekommen, da man noch nicht alle Getöteten und Schwerverletzten identifiziert habe. Der zweite Busfahrer sagte nach seiner Vernehmung durch die Polizei in K. Wusterhausen einem polnischen Journalisten, dass der Mercedes der 37-jährigen mit sehr hoher Geschwindigkeit auf die A 10 gekommen und dann zweimal den Reisebus gerammt habe, der dann ins Schleudern geraten und gegen einen Brückenpfeiler gefahren sei. Seinen Namen wollte der Beifahrer dem Journalisten nicht nennen.
Wenn auch für die Medien der Unfallhergang bereits klar zu sein scheint und alles auf die schwerverletzte Mercedes- Fahrerin zeigt, haben die deutsche Polizei und Staatsanwaltschaft hierzu noch keine offizielle Stellungnahme abgegeben. Zu erfahren war nur, dass immer noch 4 Schwerverletzte in Lebensgefahr schweben, drei hiervon sollen sich im Koma befinden. Die Verletzten wurden am Sonntag in 10 verschiedene Krankenhäuser gebracht, eine Schwerverletzte sogar bis nach Leipzig - heisst es. Zwei Busse mit Angehörigen der Opfer sind zur Zeit in Potsdam zu Identifizierungen von bei dem Unfall getöteten Menschen. Danach will die Staatsanwaltschaft eine verbindliche Opferliste veröffentlichen.
Wie die Berliner Zeitung (BZ) ohne Quellenangabe berichtet, handelte es sich bei der Mercedes- Fahrerin um eine sich im Krankheitsurlaub befindende Polizistin vom Revier in Berlin Zehlendorf. Angeblich war sie auf dem Weg nach Polen zum Einkauf von Zigaretten. Bis zur Stunde konnten nur 7 der 13 Todesopfern vom Sonntag identifiziert werden, hierunter ein 13-jähriges Mädchen. Es stellte sich heraus inzwischen heraus, dass die Reisegruppe völlig unterversichert war. Die Summen decken nicht einmal die Beerdigungskosten für die Toten. Versicherer Signal Iduna Polen hat sich aber inzwischen freiweillig zu höheren Kostenbeteiligungen und auch Hilfen für Angehörige bereiterklärt.
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Geschrieben von: Marcin () am 26-09-2010 21:54