Kabul - Ein polnischer Soldat der schnellen Eingreiftruppe "Quick Reaction Force" wurde am Donnerstag Nachmittag während eines Gefechtes mit der afghanischen Taliban getötet, vier weitere Polen wurden verletzt. Der Kampf fand im Distrikt Andar in der Provinz Ghasni statt, wo eine gemischte Patrouille aus US Soldaten und afghanischer Polizei in einen Hinterhalt geraten waren und die im nahen Stützpunkt "Four Corners" stationierte polnische QRF Einheit um Unterstützung gebeten hatte. Der getötete 30-jährige ledige Krakauer war in seiner dritten Mission in Afghanistan, zuvor war er in Bosnien und Herzegowina und im Irak stationiert. Das polnische Afghanistan ISAF- Kontigent hat somit in nur wenigen Tagen 3 Soldaten verloren, 8 weitere wurden verletzt und befinden sich Krankenhäusern. Zwei der Männer starben im Kampf, einer im Krankenhaus im ostpolnischen Lublin, wo er schon seit dem Mai diesen Jahres, nach schweren Verletzungen, um sein Leben kämpfte. Die polnische Bevölkerung, Medien und Politiker stehen geschlossen hinter ihrer Armee bei ihrem schwierigem Engagement am Hindukusch.

An der Aktion beteiligten sich 30 polnische Soldaten in vier gepanzerten Fahrzeugen, die sie allerdings verlassen mussten, da der Kampf der Amerikaner mit den Taliban in einem bebauten Gebiet stattfand. Als die Polen an den Ort des Geschehens kamen, gerieten sie sofort in einen heftigen Schusswechsel, bei dem es dann leider Opfer gab. Viele Taliban konnten dann fliehen, wurden aber durch polnische- und amerikanische Einheiten verfolgt. Alle Verletzten wurden evakuiert und mit Hubschraubern zur Basis nach Ghazni geflogen. Zwei schwerer verletzte Polen (Schusswunden und Beinbrüche) befördete man in das US Lazarett nach Bagram.
Bei dem Gefecht sollen auch etliche Taliban, hierunter der Kopf des Terror-Netzwerkes in der Provinz Ghasni, getötet worden seien. Zur Stunde gibt es noch keine Informationen über das weitere Geschehen. Das polnische Todesopfer und die Verletzten stammen alle von der Sechsten Luftlandebrigade aus Krakau, die einen Großteil der 300-Mann starken "Schnellen Eingreiftruppe" Polens in Afghanistan stellt. In Polen erzeugten die bisher 13 getöteten Soldaten des Afghanistan Kontingentes keine große Wellen, denn der Bevölkerung ist klar, dass ein Krieg mit einem hinterhältigem Feind, nicht ohne eigene Verluste entschieden werden kann.
Der Sprecher des polnischen Operations-Kommandos, Oberst Dariusz Kacperczyk, gab bekannt, dass im Distrikt Andar US Einheiten schon seit Jahren versuchen der Lage Herr zu werden. Viele Amerikaner und afghanische Sicherheitskräfte seien hier schon ums Leben gekommen, dieses Mal habe es leider auch einen Polen getroffen, der mit seinen Kameraden Verbündeten zur Hilfe geeilt war.
Auch die deutschen Bundeswehr verfügt über eine schnelle Eingreiftruppe in Afghanistan, die angeblich aus ca. 200 Mann bestehen soll. Die deutsche QRF ist in Masar-i-Scharif stationiert und hat die gleichen Aufgaben wie ihre polnischen Verbündeten. Die speziell geschulten Soldaten sind darauf vorbereitet, dass man auch "auf Anforderung" kämpfen muss, wobei es Opfer geben kann. Deutschland hat mit der Bereitstellung dieser Spezialtruppe erstmals echte Solidarität gegenüber den Kameraden aus Großbritannien, Kanada, Holland, Polen und den USA gezeigt, die gegen die Terroristen an vorderster Front kämpfen.
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