WARSCHAU - Der polnische Regierungschef Donald Tusk gab am Donnerstag in einer extra hierzu einberufenen Pressekonferenz bekannt, dass er nicht bei den kommenden Präsidentenwahlen als Kandidat antreten werde. Die Bedründung seines Verzichtes war genauso schlicht wie verständlich. "Er wolle lieber seine jetzige Position behalten und dadurch die Exekutive stärken". Tusks Rückzug überrascht zumindest in Polen niemanden, denn ohne ihn würde die Regierung möglichweise wieder in Steinzeiten zurückfallen und die Erfolge unter seiner Regie sind beachtlich. Das weiss er auch selbst und für das Volk wäre es ein Unding, dass ein so erfolgreicher Politiker wie der noch recht junge Danziger, im Präsidentenpalast versauern würde.
Die Entscheidung Tusks hat sogar den amtierenden Präsidenten Lech Kaczynski aus dem Winterschlag gerissen, denn der hatte zuletzt nicht mehr damit gerechnet, große Chancen auf eine zweite Amtszeit zu haben, so fuhr er am Vormittag permant lächelnd zum Wirtschaftsforum nach Davos. Der nationalkonservative Lech Kaczysnki hatte im Jahre 2005 mit 54- zu 46 Prozent der Stimmen die Präsidentenwahl gewonnen, nachdem er vorab seinen Rivalen Donald Tusk in eine imaginäre Wehrmachtsuniform gesteckt hatte.
Tusk und seine liberale Bürgerplattform (PO) sehen die Erfolge der Regierung in erster Linie im Kampf gegen die Krise und ihr Engagement im weiterhin anhaltenden wirtschaftlichen Aufschwung. Aber man hat viel mehr erreicht als nur das. In der Korruptionsbekämpfung kann man unzählige Erfolge vorweisen und anders als z.B. in Deutschland werden selbst verdächtige "schwarze Schafe" in höchsten politischen Ämtern, erbarmungslos vor die Tür gesetzt und angeklagt. Zuletzt hatte man nicht als einziges Land in der EU die Krise, sondern auch die Schweinegrippe kostenlos abgewehrt und hierdurch Milliarden gespart.
Noch ist unklar welchen Kandidaten die Bürgerplattform nun zur Präsidentenwahl antreten lässt. Der mit Abstand beste Mann für eine solche Aufgabe ist unumstritten der derzeitige Parlamentspräsident Bronisław Komorowski. Er ist souverain, sehr intelligent, ruhig und im In- und Auslande anerkannt und beliebt. Auch der umstrittene Władysław Bartoszewski wurde in diesem Zusammenhang bereits genannt, doch diesem fehlt es in weiten Bereichen an Ausgeglichenheit und beim Volke ist er auch nicht so beliebt, sondern wird eher wegen seiner Rolle um die polnische Geschichte akzeptiert.
© Polskaweb News
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