Warschau - In Polen stehen Parlamentswahlen vor der Tür und in derartigen Zeiten spielen anders als sonst auch Wahrheiten eine Rolle. Eine solche Tatsache steuerte am Abend auch der Vorsitzende der postkommunistischen SLD Grzegorz Napieralski hinzu, der sich zu Recht Hoffnung auf zumindest einen Ministerposten in der kommenden polnischen Regierung verspricht und hierzu erst einmal den "Noch"- Premier und Kompatrioten Donald Tusk in die Pfanne haut: "Tusk ist ein fauler Mensch der grundsätzlich überhaupt kein Versprechen realisiert. Polen steht somit heute genauso noch da wie schon vor vier Jahren, wenn nicht noch schlechter".
Napieralski gab auch zu, dass der polnische Premier im Ausland nicht einmal ernst genommen werde und deshalb selbst im Präsidentschaftshalbjahr Angela Merkel und Nikolas Sarkozy Tusk vorbereitete Texte zukommen lassen müssen und auch ansonsten ohne ihn am Ruder stehen. Und in der Tat haben Donald Tusk und seine Regierung Polen in eine noch schlechtere Situation und Position geführt als es damals schon die Kacyznski- Brüder taten. Nur die Aussenpolitik dieser Regierung funktioniert besser als noch vor vier Jahren, da diese nun nur noch nach Vorgaben aus Berlin betrieben wird.
"Polskaweb" führt eine lange Liste von "Pleiten, Pech und Pannen" der Tusk Regierung, irgendwelche positiven Momente aufzuzählen lohnt sich wirklich nicht. Schwerwiegend aus unserer Sicht waren vor allen Dingen die etwas sehr dumm geratenen Verschwörungen von Smolensk, dem "polnischem Wirtschaftswunder" und die diverser angeblicher Milliardenschäden nach Hochwassern. Hinzu kommen dann noch die falschen Versprechen zu neuen Schnellstrassen und Autobahnen bis zur Euro 2012, einer sichtbaren Erhöhung von Mindestlöhnen und der Verringerung der Arbeitslosigkeit in strukturschwachen Regionen des Landes.
Alles falsch, alles Betrug, wie man es schon nicht anders unter den Kommunisten kannte. Es spielt aber keine Rolle wen man im Herbst die Führung des Landes übergibt, denn sie stecken eh, wie auch in allen anderen Staaten der EU, komplett unter einer Decke. Wer also überhaupt noch zu Wahlen geht, sollte dies möglichst nur dann noch tun, wenn er dafür genauso bezahlt wird wie diejenigen welche er wählen soll oder möchte.
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