Krakau - Die Europäische Union ist die größte Bedrohung für die polnische Unabhängigkeit - gaben 73 Prozent der Befragten Polen an, die sich an einer Umfrage des Meinungsforschungsinstitut "GfK Polonia", anlässlich des 91. Jahrestag der Wiedererlangung der Unabhängigkeit der Republik beteiligten. Viele Polen befürchten, dass die EU die Macht über die polnische Regierung übernimmt und damit ihrem Land die Subjektivität entzieht. Gleichwohl wird in diesem Zusammenhang Deutschland als weiterer Anlass zur Besorgnis durch die Teilnehmer der Umfrage genannt. 71 Prozent gaben an, dass es insbesondere Aktivitäten der deutschen Vertriebenen und Erika Steinbach seien vor denen man sich fürchten müsse: "Im Fernsehen spricht man oft über Klagen von Menschen, die früher einmal von Polen nach Deutschland gegangen waren und jetzt plötzlich erscheinen und ihre Immobillien und Ländereien wiederhaben wollen" - wird einer der Befragten zitiert.
Vertriebene keine Gefahr für Polens Unabhängigkeit
"Polen ist nun seit mehr als 5 Jahren Mitglied der Europäischen Union, nun fängt man an auch Nachteile zu sehen. Wir erkennen, dass jetzt in vielen Bereichen unseres Lebens EU-Beamte bestimmen wo es lang geht, deren Entscheidungen unverständlich sind" - sagte zum Ergebnis der GFK Polonia- Umfrage Dr. Jaroslaw Flis von der Krakauer Jagiellonen-Universität und fügte hinzu, dass es aber kein massives Phänomen sei zu behaupten, dass zum Beispiel Frau Steinbach ernsthaft die polnische Unabhängigkeit gefährden könne. Ähnlich äusserte sich dahingehend auch der Sozialpsychologe Norbert Maliszewski, der überhaupt keine Gefahr durch die deutschen Vertriebenen ausmachen konnte.
Polen trauen ihren eigenen Politikern nicht
Neben denjenigen welche EU und die Deutschen fürchten, bevorzugen meist Befragte jüngeren Alters den Kompromiss zur polnischen Unabhängigkeit in Anlehnung an EU- Normen und Sicherheit. Die Schwäche der heimischen Wirtschaft und die Verantwortungslosigkeit der polnischen Politiker werden hierbei als Hauptgründe genannt. Die Polen haben kein Vertrauen in ihre Politiker und fürchten sich immer vor neuen Wahlen, weil man nie weiss ob eine neue Regierung das Elend noch vergrössert oder gar Krieg bringt, oder Frieden und Wohlstand. Es stellte sich aber auch heraus, dass nur 38 Prozent der Befragten glauben, dass Russland die polnische Unabhängigkeit durch die Schaffung einer Energie-Abhängigkeit vom östlichen Nachbarn beeinträchtigen könnte.
Politisierte Medien bestimmen Umfrageergebnisse
Die Ergebnisse derartiger Umfragen in Polen sind in der Regel durch teils hetzerischen Berichterstattung politisierter Medien beeinflusst. Aber schlimmer noch ist dieser Zustand in Deutschland, wo viele Medien mit den sog. Volksparteien schon seit ihrer Gründung oder Neugründung nach dem Kriege zusammenarbeiten. Die Alliierten hatten schon damals bestimmt was geschrieben werden durfte. Noch heute haben sie teilweise ihre Finger im Spiel, was sich am deutlichsten bei Subjekten wie "Bild", "Welt", "FAZ" "Rheinische Post" und die "Zeit" unter Beweis stellen lässt. In Deutschland bestimmt z.B. die "Bild Zeitung" wer Kanzler wird und nicht der Wähler, der voll unter ihrem Einfluss steht. Die Medien sind es auch, die im Auftrage der Politik jegliches Emporkommen neuer, ehrlicherer Parteien in der Regel verhindern und alles niedermachen, was die Existenz der großen Volksparteien gefährden könnte.
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Polen schon wieder als US-Musterknabe?
Geschrieben von: Durchblicker () am 02-12-2009 15:09