Warschau - Wir wissen schon, dass ein eilender amerikanischer Flugzeugträger, z.B. Richtung Korea, sich in erster Linie für die zahlreichen mit der US- Politik verbrüderten Spekulanten an der Wallstreet bewegt. Wir wissen aber auch, dass Situationen wie zuletzt in Griechenland oder aktuell in Irland, Portugal und Ungarn nach dem Transfer von Geldern aus den Rentenkassen, ein Werk von ebensolchen Gaunern ist, die wiederum mit denselben New Yorker Spekulanten und ihren Gehilfen vom IWF gewisse Unsicherheiten fördern, um hieraus kurzfristig groß abzusahnen oder sogar langfristig gigantische Summen einzufahren. Unter all dem künstlich geschaffenen Trouble leiden in der Regel stets verschiedenste nationale Währungen, wie am Freitag Morgen nun auch mal wieder der polnische Zloty. Der Euro- Wechselkurs ging plötzlich gegen 10.30 steil nach oben und durchbrach die psychologische Grenze von 4 Zloty. Innerhalb einer halben Stunde verlor die polnische Währung so fast 1,5 % gegenüber der europäischen Gemeinschaftswährung und dem Schweizer Franken. Während Anleger durch die zunehmende Unsicherheit auf den Weltmärkten nervös werden und aus Risiken fliehen, kann dies der kleine Häuslebauer in Polen nicht und muss so mit seinem Fremdwährungskredit erneut um seine Existenz fürchten.
Wie immer, hatten Analysten eine solche Schwäche des Zloty zu dieser Zeit erwartet. Ihre Analysen waren allerdings bis heute kaum jemandem bekannt. Dass man nun von einer Stunde zur anderen nun wieder über 4 Zloty für den Euro und mehr als 3 Zloty für den Franken bezahlen soll, muss erst einmal verdaut werden. Die Schweizer Währung legte gar am Morgen um 2,2 Prozent (3,04 zl) gegenüber dem Zloty zu, der Dollar um mehr als 2,3 Prozent. (3,04 zl), das britische Pfund um 2,1 Prozent. Der Stand der großen Währungen zum Zloty um 12.22 Uhr beweist, dass die Talfahrt des Zloty unterdessen ungebremst weitergeht. CHF/PLN 12:22 3,0511 2,4967 % EUR/PLN 12:22 4,0467 1,6976 %
GBP/PLN 12:22 4,8027 2,3147 %
USD/PLN 12:22 3,0617 2,7899 %
Mit Warnungen wie zu einer möglichen Ausweitung des Konfliktes auf der koreanischen Halbinsel, für das Wochenende angekündigte militärische Übungen Südkoreas oder wachsender Inflationsgefahr in China, schaffen zur Zeit andere Brüder aus der ebenso Wallstreet- abhängigen Medienlandschaft amerikanischen Investoren eine Flucht zur "sicheren" US-Staatsanleihe schmackhaft zu machen. In Europa ist dies weniger ein Thema. Hier macht man sich wie gewünscht Sorgen um die Gesundheit der Eurozone. "Mittelmeer-Staaten vor der Insolvenz" verkünden die Medien und sprechen nach Irland und Griechenland nun auch Italien, Portugal und Spanien die Bonität ab. Raub und Umschichtung von Volksvermögen zugunsten einiger weniger ist zweifelsohne in diesen Tagen auf einem visuellen Höhepunkt angekommen.
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