Alle polnischen Zeitungen berichten zur Zeit in beunruhigender Form auf ihren Internetportalen von einem Bericht des russischen Verteidigungsministeriums der von offiziellen Historikern der Behörde auch im Internet veröffentlicht wurde. Hierin wird Polen für den Ausbruch des zweiten Weltkrieges verantwortlich gemacht. Der schriftführende Autor des Artikels, Oberst Sergej N. Kowalow vom "Institut Kriegshistorie" des Verteidigungsministerium schreibt: "-Wer unvoreingenommen die Geschichte des Zweiten Weltkrieg studiert hatte, muss wissen, dass dieser begann, weil Polen sich weigerte deutsche Forderungen zu erfüllen. Weniger bekannt ist hierbei allerdings was Adolf Hitler eigentlich von Warschau wollte. Die deutschen Wünsche waren denn auch relativ bescheiden: Anschluss der freien Stadt Danzig an das dritte Reich, die extraterritoriale Autobahn und den Bau einer Eisenbahnverbindung nach Ostpreussen, ebenfalls wesentlicher Bestandteil Deutschlands. Die Deutschen waren durch den Vertrag von Versailles geknebelt und isoliert worden, die Menschen wünschten sich aufrichtig eine historische Wiedervereinigung des Vaterlandes. Polen aber hatte Großmachtsambitionen, die letztlich zum Kriege führten".
"Polen wollte den Status einer Großmacht. Um dies zu gewährleisten wollte man auf keinen Fall Junior-Partner Deutschlands werden. Am 26. März 1939 lehnte Warschau die deutschen Forderungen, welche auch mit Gegenleistungen Hitlers verbunden waren, ohne weiteren Kommentar ab." - liest man auf der Webseite des russischen Verteidigungsministeriums. Die russischen Historiker bemerken, dass es ganz selbstverständlich war, dass die Deutschen einen Antrag auf eine Straße in ihre Ostgebiete stellten und durchsetzen wollten. Umso mehr, dass Deutschland sich schon damals in zwei Teile getrennt sah. Oberst Kowalow rechtfertigt in dem Artikel auch den sowjetischen Angriff auf Polen am 17. September 1939: "Josef Stalin hatte zu jenem Zeitpunkt keine andere Wahl als mit Hitler einen Pakt zu schliessen, denn er wollte vor allen Dingen vor einem Krieg mit Deutschland , zuerst die alte sowjetische Westgrenze wiederherstellen".
Die Forderungen Hitlers an Polen sind bekannt. Weniger bekannt ist allerdings tatsächlich dass der Diktator Warschau auch diverse Gegenleistungen damals angeboten hatte. Der Kriegsausbruch und die Rolle Polens an diesem tragischen Ereignis wird seit Jahrzehnten diskutiert. Bisher hatte sich aber Russland hierzu nie im Sinne historischer Fakten geäussert. In Polen sehen sich natürlich nicht alle Menschen ihre Vorfahren nur als Opfer des zweiten Weltkrieges und es gibt zur Zeit Diskussionen an denen auch Politiker und Historiker beteiligt sind, die sich gerade an einer Mit-Schuld Polens am Ausbruch des zweiten Weltkrieges und dessen Folgen orientieren. Im Mittelpunkt der Diskussionen steht als Person der damalige Aussenminister Jozef Beck der mit seinem berühmten Satz "Es gibt nur eine Sache im Leben von Menschen, Nationen und Staaten, die keinen Preis hat. Es ist die Ehre" von Historikern als Mitinitiator des Krieges bezeichnet wird. In der aktuellen Diskussion, über die "Polskaweb" in der kommenden Woche berichten wird, heisst es zum Beispiel, dass für die "Ehre der Polen" letztlich über 50 Millionen Menschen ihr Leben lassen mussten und das Land jahrzehntelang durch die Sowjets unterdrückt wurde, welche man eigentlich besser zusammen mit Hitler bekämpft hätte, dann wäre auch der Holocaust in Polen nicht möglich gewesen.
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Recht hat er!
Geschrieben von: German1933 () am 28-12-2009 17:50