Warschau - Mitten im belebten Zentrum der polnischen Hauptstadt Warschau sollte ein Sonderkommando der Polizei am Freitag einen langesuchten Schwerkriminellen festnehmen. Doch der türmte beim Anblick der Beamten und lief zickzack durch den laufenden Verkehr. Seine Verfolger holten ihn aber dennoch ein und legten ihm erleichtert Handschellen an. Bei dem gefassten handelt es sich alledings nicht nur um einen von den vielen gesuchten polnischen Kriminellen, sondern um einen der Statthalter der türkischen Mafia in Polen. Eine sehr sorgfältige Vorarbeit und die gelungene Operation die zu der Festnahme des 36-jährigen Marek B. führte, brachte auch eine gewaltige Beute in den Besitz der Polizei: 17 Schusswaffen, hierunter auch Maschinenpistolen, kistenweise Munition, mehr als fünf Kilogramm Kokain, zwei Kilogramm Heroin, zwei Kilogramm Marihuana, umgerechnet etwa eine Million Euro in bar, etliche Luxusautos sowie über einhundert gestohlene Gemälde bekannter polnischer Meister fanden die Beamten in Wohnungen und gemieteten Garagen des inzwischen sich in Haft befindenden Polen.
Erst vor einer Woche hatte die polnische Polizei einen anderen Schwerkriminellen nach jahrelanger Suche finden und festnehmen können. Er war Chef einer berüchtigter polnischen Mafiaorganisation, die neben organisiertem Autodiebstahl und Raubüberfällen auch verschiedene Menschen getötet haben soll. Beide Verhaftungen dürften eine schwere Niederlage für das in Polen zuletzt wieder arg wachsende organisierte Geschäft mit Drogen, Waffen, Erpressung, Diebstahl und Raub sein. Nach Aussagen der Warschauer Staatsanwaltschaft für Schwerkriminlalität soll es sich bei Marek B. um einen Mann handeln, der die Interessen türkischer kriminellen Gruppen in Polen vertrete. Genaueres hierzu wollte man noch nicht sagen. Die Polizei kündigte aber mögliche weitere Verhaftungen in der Sache an. Auf Marek B. warten nun so ungefähr 15 Jahre Haft.
Einen ganz anderen Fang als in Warschau machte, ebenso am Freitag, die Polizei der pommerischen Stadt Malbork (Marienburg). Zwei Männer im Alter von 28 und 33 Jahren, die in der vergangenen Nacht 12 Tonnen Schnecken aus einer Lagerhalle in Sztum gestohlen hatten, konnten mit dem größten Teil ihre Beute sowie etwa 20 000 Zloty Bargeld festgenommen werden. 2,5 Tonnen der verschleppten Weichtiere hatten sie bereits unters Volk gebracht, was dann auch die Herkunft des sichergestellten Geldbetrages erklärte. Die bauernschlauen Diebe hatten die Kisten mit den Schnecken in einer Scheune gelagert, eine alte Tür riss man irgendwo heraus, um sie als Ladentisch für den Verkauf der Ware zu nutzen. Mögliche Strafe für die Schneckendealer: Bis zu 10 Jahre Gefängnis.
Polizei Film
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