Seit vielen Jahren steht Semion Mogilevich schon auf den Such- Listen des amerikanischen FBI und dem britischen Scotland Yard, auch in Israel und einigen anderen Ländern wird der Pate der russischen Mafia per internationalem Haftbefehl reklamiert, doch in Russland, wo der Multi- Milliardär sich schon seit Jahrzehnten frei bewegt, verweigerte man stets seine Auslieferung. Mogilevich wurde allerdings im Januar 2008, in einer spektakulären Aktion, an der über 50 bewaffnete Geheimdienstler teilnahmen, in der russischen Hauptstadt verhaftet. Die Moskauer Staatsanwaltschaft warf dem gebürtigen Ukrainer aber weder Betrug, Erpressung, Zuhälterei, Drogen- oder Waffenhandel vor, sondern lediglich Steuerhinterziehung, was ihm jetzt prompt auch die Freiheit einbrachte, denn niemand war seltsamerweise in der Lage den weltbekannten Mafiosi innerhalb von 18 Monaten vor Gericht zu stellen. Die Zahlung einer Kaution in unbekannter Höhe aus der Westentasche Mogilevichs war dann auch nur noch eine Formalität.
Vom kleinen Dieb zum Multimilliardär
Der in der ukrainischen Hauptstadt Kiew geborene Jude Semion Mogilevich wird auch als "Mann der sieben Gesichter" bezeichnet, er nutzt 7 verschiedene Namen, fünf Pässe und hat mindestens 3 Ehefrauen. Er gehört mit geschätzten 10 Milliarden Dollar Vermögen zu den reichsten Menschen der Welt. Zu seinem näheren Bekanntenkreis zählen nicht nur ehemalige KGB Grössen und einflussreiche Geschäftsleute Osteuropas, sondern auch weltbekannte Politiker wie z.B. Boris Jelzin. Die Forbes Liste der Supperreichen führte in zuletzt im Jahre 2007 auf Rang 32, als sei er ein normaler Mensch der ehrlich und mit seiner Hände Arbeit reich geworden wäre. Dabei hatte Mogilevich irgendwann einmal mit kleinen Diebstählen seinen Lebensunterhalt verdient und war erstmal zu großem Reichtum nach 1990 gekommen, als die Sowjetunion am Ende war und in Russland, Polen, Bulgarien, der Ukraine und auch der DDR ehemalige Geheimdienstler begannen große Teile des Volksvermögens zu ihrem Vorteil zu verwalten.
Betrug mit ausländischen Spenden und Krediten
Der Mafiosi aus Kiew nutzte damals die Gunst der Stunde und schaffte es in den 90er Jahren, nach einigen mittelschweren Coups, ein US- Unternehmen um 150 Millionen Dollar zu betrügen, wobei auch erstmals hier der Name Boris Jelzin mit Mogilevich in Verbindung gebracht wurde. Amerikanische Journalisten behaupteten nämlich, dass nach ihren Recherchen Menschen aus der direkten Umgebung Jelzins westliche Banken und Unternehmen um Kredite und Spenden für das russische Volk betrogen. Regelmäßig seien solche Gelder niemals in Russland angekommen, sondern in ein Netz von Firmen in der Karibik versickert sein, welche allesamt Mogilevich steuerte. Der Mafia Pate kannte offensichtlich bereits schon das Geschäft mit der Hilfe im großen Stile und dem Reibach den man hierbei machen konnte, denn schon in Sowjetzeiten soll er jüdische unzählige Ausreisewillige von Russland nach Israel verbracht haben.
Starke Verbindungen zur russischen- und ukrainischen Politik
Wenn Moskau sich entschliessen könnte Mogilevich in die USA auszuliefern, könnte er alleine dort zu ein Strafe von 390 Jahren Haft verurteilt werden, denn neben Groß- Betrügereien soll er auch andere Delikte begangenen und die Ermordung eines Journalisten geplant haben, der auf seinen Fersen war. Mogilevichs Verbindungen zur ukrainischen und russischen Wirtschaft und Politik sind so stark, dass kaum jemand lange nach einer Erklärung dafür suchen muss, warum der Mafiosi erst im Januar 2008 festgenommen wurde und nicht schon Jahre früher. Gleichbedeutend kann man heute nicht nachvollziehen warum der Mann jetzt wieder freigelassen wurde. Anfang Juli hatte ein Moskauer Gericht erklärt dass in der Anklageschrift gegen Mogilevich Fehler seien und bat die Staatsanwaltschaft bis zum 26. Juli nachzubessern. Diese blieb aber tatenlos, woraufhin der Haftbefehl gegen den Mafioso aufgehoben wurde. In der Begründung des Gerichtes hiess es, dass die zu erwartenden Strafe gegen Mogilevich in keinem Verhältnis mehr zu der bereits verbüßten U-Haft stehe.
Wladimir Putin setzt Konkurrenz ausser Betrieb
Die russische Tageszeitung "Wiedomosti" behauptet, dass die Verhaftung und Freilassung Mogilevichs im Zusammenhang mit dem Politikum um "Russlands Gas an die Ukraine" stehe. Während der nämlich im Gefängnis saß, konnten erstmals seit dem Fall der Sowjetunion der russische Energieriese "Gazprom", vertreten durch Premier Wladimir Putin, und seine ukrainische Amtskollegin Julia Timoschenko direkt und nicht mehr über Zwischenhändler verhandeln, hinter welchen auch Mogilevich stecken soll. Die russisch-ukrainische Gashandelsgesellschaft "RosUkrEnergo", an der ebenfalls Mogilevich und auch der ukrainische Präsident Viktor Juschtschenko verdient haben sollen, wurde durch Putin und Timoschenko aus dem Geschäft genommen.
Das Geschäft mit den Waffen
Mogilevich verdiente sein erstes Geld mit illegalem Handel von Wodka in der Ukraine. In Moskau erhielt er den Auftrag für die Wartung der maroden Toiletten in den Bahnhöfen der Stadt, die an die Perestroika des auslaufenden Sowjetreich angepasst werden sollten. Schnell entschied sich der Ukrainer aber statt Toiletten zu säubern oder Geld zu wechseln lieber den ganzen großen Reibach im Stile der italienischen Mafia zu machen. Er begann damit sich in Osteuropa eine kriminelle Organisation aufzubauen und ging während des Jugoslawien Krieges erst einmal nach Italien, wo er sich dem illegalen Waffengeschäft widmete. Nebenbei richtete er die Zentrale seiner Mafia in der ungarischen Hauptstadt Budapest ein, wo man sich z.B. mit der Fälschung von goldenen Faberge-Eiern beschäftigte. Hier bekam er auch erstmals Berührung mit dem einträchtigen Energiegeschäft und begann selbst mit Ressourcen zu handeln. Er vermittelte russisches und turkmenisches Gas an der ukrainischen Grenze und bezog hierbei astronomische Provisionen, die er nach Ansicht von FBI- Experten regelmäßig mit Politikern und "Geschäftsleuten" aus Moskau und Kiew teilte.
Die Geheimnisse dunkler Gazprom Machenschaften
Als Mogilevich gegen Ende der 90er Jahre immer öfter negativ- Schlagzeilen in internationalen Medien hinterliess, entschied er sich schnell aus dem öffentlichen Leben zu verschwinden und lebte fortan unter dem Namen Sergej Sznajder in der Nähe von Moskau. Während "Sznajder" noch Protagonist von Pressekonferenzen in der russischen Hauptstadt war, konnten ihn die örtlichen Staatsanwaltschaften schon angeblich nicht mehr finden. Ein Gericht in New York hatte einen Auslieferungsantrag für Mogilevich nach Russland übermittelt. Russische Medien spekulieren, dass Mogilevich viel über die dunkle Interessen von Gazprom und ihrer poltischen Hintermänner wissen muss. Der Energieriese gilt u.a. als Finanzier des Kreml Clans von Dimitri Medwedwew, der bei den Präsidentenwahlen in 2008 die Furcht vor einem frei herumlaufenden und kompromitierenden Mogilevich nicht so ganz verbergen konnte, denn dieser Mann weiss einfach zu viel.

Stasi und KGB Agenten machen das Geschäft
Semion Mogilevich hat aber nicht nur in Russland und der Ukraine, sondern u.a. auch in Polen und Deutschland Spuren seiner kriminellen Verbindungen zu Wirtschaft und Politik hinterlassen. Seine Auslieferung in ein Drittland könnte ein politisches Erdbeben in einigen Staaten Europas auslösen. Er ist nicht nur der oberste Boss der weltweit verbreiteten russischen Mafia, sondern auch der einflussreichste Vertreter des Gas-Handels in Mittel-und Osteuropas. Auch Energieriese Gazprom wird in den osteuropäischen Medien nicht selten beschuldigt mit Mogilevich und der russischen Mafia in engster Verbindung zu stehen. Ehemalige KGB- und Stasi Offiziere der ehemaligen Sowjet- Enklaven in Mittel- u. Osteuropa sollen nicht nur fast den gesamten Energiehandel Europas heimlich beherrschen und hiervon profitieren, sondern auch die weltweite agierende russische Mafia kontrollieren. Hierbei sollen ihnen auch Politiker aller Couleur aus alten EU Ländern unter die Arme greifen.
Politische Energie- Mafia auch in Deutschland
Die moderne Mafia in Europa macht Politik und lebt hauptsächlich vom Energiegeschäft. In Deutschland ist dies am wenigsten zu übersehen. Hier werden die Verbraucherpreise hauptsächlich von aktiven oder ehemaligen SPD Politikern aus den Chefetagen nationaler- und multinationaler Energiekonzerne bestimmt. Man holt sich das große Geld durch gigantische Abfindungen zum Ende seines jeweiligen Arbeitsverhältnisses. In Polen zahlen Verbraucher nur etwa die Hälfte der Energiekosten im Vergleich zu ihren deutschen Nachbarn. Die Abnahmepreise der Konzerne bei Gazprom und Co. unterscheiden sich allerdings kaum. Hieran ist deutlich zu erkennen, wo der Rubel letztendlich hängen bleibt und warum die Nebenkosten für Wohnraum in Deutschland viele einfache Menschen in die Armut treiben. Sollten sich etwa Verbrechen doch auszahlen ?
Copyright © 2009 Polskaweb News
Diskutieren Sie diese Meldung in unserem Forum
Top Artikel
Neuere Artikel
Beliebte Artikel dieser Kategorie |
|
|