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Jaruzelski: Mysteriöse Bevölkerungsexplosion in Polen PDF Drucken

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Statistiken PolenWarschau - Es scheint nur noch eine Frage der Zeit und Millionen Geschichtsbücher in allen Ländern über die Ereignisse um den zweiten Weltkrieg könnten auf dem Müll landen, denn schon ist bekannt dass in vielen Bereichen Historiker geschwindelt, oder aus Propagandazwecken mit falschen Angaben gefüttert worden waren. Manipuliert wurde offenbar vor allen Dingen bei Opferzahlen und der ethnischen Herkunft von Tätern und Opfern. Behilflich sind in dieser Entwicklung, neben jüngst erst zugänglich gemachten Archiven, auch osteuropäische Politiker, Gerichte und Zeitzeugen, die nun bewusst oder unbewusst ehrlich, teils sensationelle Aussagen machen, Urteile fällen und hierdurch traditionelle Geschichtsfälscher geradezu in Panik versetzen. Eine derartige, unzweifelhaft spektakuläre, Aussage machte ausgerechnet vor wenigen Tagen der ehemalige polnische Staatspräsident Wojciech Jaruzelski in einem ausführlichen Interview mit der Moskauer Tageszeitung "Iswestija".

Eigentlich ging es in diesem Interview der populären russischen Zeitung "Iswestija" mit Jaruzelski um die Frage warum er im Jahre 1981 das Kriegsrecht eingeführt hatte, doch er wird auschweifen. "Es war ein Albtraum für mich, aber für eine bessere, polnische Variante, hatte man keine Zeit. Wenn ich damals ein sowjetischer General gewesen wäre und mit ansehen musste was in Polen passiert, hätte ich mich entschlossen zu intervenieren. Ich wusste was uns drohte, wenn wir das Kriegsrechts nicht ausgerufen hätten, denn ich kannte die Realitäten jener Zeit. Ich erinnere mich sehr gut an die Worte Leonid Breschnews, der konterrevolutionäre Stimmungen in Polen nicht zum Schicksal des Friedens in Europas ausarten lassen wollte" - sagte der General.

Jaruzelski: "Das Kriegsrecht war schlimm, aber weniger dramatisch als eine Katastrophe die auf der Schwelle stand. Der Ausnahmezustand hatte politische Ursachen. In der Kommunistischen Partei Polens gab es Dogmatiker (Jaruzelski: "Troglodyci"), die keine Reformen wollten, und sie waren bereit diese um jeden Preis zu verhindern. Sie hatten heimlich Kontakt mit der Führung der Sowjetunion und forderten eine militärische Intervention. Man darf hierbei nicht vergessen, dass auch Breschnew noch von vielen alten Dogmatikern umgeben war. Das Kriegsrecht hatte aber auch wirtschaftliche Hintergründe, denn zum 1. Januar 1982 bedrohte Polen die Einstellung der Gaslieferungen. Schon im Dezember 1981 fühlten wir eine Verschlechterung der Energieversorgung".

Der General schweifte an dieser Stelle des Interview dann aus und spricht über verschiedene Dinge wie z.B. Elemente eines US-Raketenabwehrsystems, die er wohl kaum als Garantie für mehr Sicherheit betrachte, und kommt wie aus heiterem Himmel zu der Erkenntnis, dass er zwar schon sehr viel wisse, aber in vielen Dingen sein Gehirn dennoch immer noch mit Rätseln früherer Zeiten konfrontiert werde, wozu zum Beispiel eine mysteriöse Bevölkerungsexplosion im Nachkriegspolen gehöre:

"Es fehlt mir bis heute das Verständnis wie in meinem Land nach dem Ende des Krieges 24 Millionen Polen gezählt wurden und schon bei der nächsten Volkszählung im Jahre 1970 waren es plötzlich 14 Millionen Polen mehr. Dann endete, wie vom Blitz getroffen, die Bevölkerungsexplosion und pendelte sich beim Stande von 38 Millionen auf eine Einwohnerzahl ein, die noch heute unverändert gilt. Offenbar war es ein starkes Aphrodisiakum was zur Geburt von x- Millionen neuer Polen führte, denn in den Lebensmittelgeschäften gab es nur Essig und Millionen starben ja auch nach dem Kriege" - gab der ehemalige polnische Präsident gegenüber den hiermit überraschten Journalisten der Tageszeitung "Iswestija" zu.

Tatsächlich ist selbst die bisher bekannte offizielle Enwicklung des polnischen Bevölkerungswachstums in der Nachkriegszeit sehr mysteriös, die sich mit der von Wojciech Jaruzelski "nur" um ca. 6 Millionen Menschen unterscheidet. Laut dem Ex- Präsidenten, der in Polen trotz seiner Kriegsrechtgeschichte, überwiegend als honoriger Mann gilt, waren im Jahre 1946 nur noch 24- von einst 37 Millionen Polen der späten 30er Jahre vorhanden. Demzufolge fehlten 13 Millonen Polen, wovon nach polnischen Angaben 5,9 Millionen im Kriege ums Leben gekommen sein sollen, hierunter knapp 2.9 Mio. Juden, das Schicksal der restlichen 7 Millionen Polen gilt noch heute als ungeklärt. Zahlen der polnischen Statistikbehörde (GUS) beziffern die Einwohner Polens im Jahre 1946 mit 23,6 Mio und 1970 mit 32,7 Millionen, 5, 8 Millionen weniger als 1990, als der Kommunismus vorbei war und fortan in Polen 38 Millionen Menschen lebten.

Seit dem Ende des Kommunismus liegt die Geburtenrate in Polen bei nur 1,3 Kindern pro Frau, das Bevölkerungswachstum liegt, auch fast 20 Jahre nach 1990, bei 0,00 ... Prozent. Laut Jaruzelski stagniert dieses Wachstum aber schon seit 1970. In welchem gigantischen Ausmaß musste also die Geburtenrate in Polen schon kurz nach dem Kriege eingesetzt haben um seine Aussage nachvollziehen zu können. Eine Bevölkerung von 23,6 Millionen Polen, produzierte nach offizieller (Gus) Statistik im Jahre 1946 etwa 312 000 Kinder. Hiervon starben während oder kurz nach der Geburt ca. 72.500. Aber nicht nur die Kindersterblichkeit war 1946 noch enorm hoch, sondern es war allgemein so. Zudem sollen ja mehrere Millionen Männer im besten Alter im Kriege gestorben sein. Bigamie war strengstens verboten, uneheliche Kinder wurden als "Bastarde" beschimpft und "in den Läden gab es nur Essig" wie General Jaruzelski gegenüber "Iswestija" zugab.

Die offiziellen polnischen Statistiken der GUS sind unter Vorbehalt zu betrachten, da hier der Einfluss sowjetischer Doktrinen kaum auszuschliessen sind. Doch einer der mächtigsten noch lebenden Zeitzeugen des zweiten Weltkrieges und der kommunistischen Zeit in Polen gibt hier genauere Auskunft. Jaruzelski hatte die Sowjets vor allen Dingen von ihrer schlechten Seite kennengelernt. Er weiss mehr von der Wahrheit um Kriegs- und Nachkriegszeit in Polen als alle Historiker zusammen bis heute zu Papier brachten. Er litt schon mit seinem Vater im sowjetischen Gulag und kämpfte dann in der roten Armee gegen die Deutschen. Er weiss was in Auschwitz und Majdanek geschah oder nicht geschah, er hat das Sterben der Deutschen Zivilbevölkerung in Danzig, Stettin und anderswo mit ansehen müssen und steht heute in Polen vor Gericht, weil er Angst um sein Volk vor dem ihn bestens bekannten Grausamkeiten der Sowjets hatte. Der elegante alte Herr argumentiert ruhig und besonnen vor den Medien und vor Gericht. Keiner sollte annehmen, dass er nicht genau weiss was er tut.

Im Zusammenhang mit der seltsamen Bevölkerungsexplosion zwischen 1946 und 1970 in Polen sind verschiedene Dinge aufgefallen bzw. erwähnenswert, auch wenn sie hierbei keine Bedeutung haben müssen. Das Schicksal von Millionen Babies und Kleinkindern während des zweiten Weltkrieges und der Vertreibungszeit ist weitestgehends ungeklärt. Offiziell heisst es zwar, dass alle jüdischen Kinder die vermisst werden, vermutlich durch die Nazis ermordet worden seien, polnische Kinder nach Deutschland verschleppt, bzw. Opfer von SS und Wehrmacht wurden, sowie deutsche Kinder durch die Strapazen der Vertreibungen und an Krankheiten auf dem Wege zu den Grenzen starben. Bewiesen wurde dies aber im Sinne einer Nachvollziehbarkeit in ihrer Gesamtheit bis heute nicht, obwohl viele Fälle dieser Art durchaus bekannt zu sein scheinen, die aber nicht unbedingt auf das ungeklärte Schicksal von Millionen hinweisen.

Kontrovers erscheint dagegen ein normales polnisches Telefonbuch, wo man auf jeder beliebigen Seite noch dutzende, wenn auch polonisierte jüdische- und deutsche Nachnamen findet, obwohl diese Minderheiten im Lande offiziell nur noch aus Bruchteilen bestehen sollen. Aktuell ein deutsch-polnisches Geschichtsbuch auf Basis von Erkenntnissen aus dem kalten Kriege zu schreiben und hierin gar noch alte polnische oder sowjetische Statistiken einzubauen, käme einem Tritt in den Hintern von ehrlichen Historikern und Politikern gleich. Viel weiter mit historischen Wahrheiten erweist sich ausgerechnet Russland. Erst vor wenigen Tagen sagte selbst der russische Präsident, dass neben Hitler auch Stalin die Welt ins Unglück gestürzt habe. Nach Ansicht vieler Russen war der Diktator gar schlimmer als Hitler. Auch hat ein russisches Gericht kürzlich x- tausende Deutsche rehablitiert die zu Unrecht in sowjetischen Arbeitslagern dahinsiechten, oder gar hingerichtet wurden. Kein Trost für die Opfer und deren Angehörigen, aber zumindest ein wesentlich bedeutender Schritt und Beitrag zur europäischen Völkerverständigung, an der Polens "Elite" so wenig zu liegen scheint.

Die offiziellen polnischen Statistiken der GUS ab 1946 finden Sie in unseren Downloads

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@ pommern1 Polnische Bevölkerung

Kommentar von: Fröhlich () Publiziert am 08-09-2010 11:28

@ pommern1 Polnische Bevölkerung

Kommentar von: Fröhlich Publiziert am 08-09-2010 11:28

pommern1 Sie haben den Dreh noch nicht rausbekommen, oder wollen Sie hier was verdrehen ? 
 
Die nach Kriegsende erst einmal fehlenden "Polen" gingen natürlich aus ihren Löchern in Russland und anderswo erst zurück in die Heimat, als alle Kriegsnerichterstatter verschwunden waren.

 

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welche Zahl ist falsch?

Kommentar von: pommern1 () Publiziert am 07-09-2010 22:08

welche Zahl ist falsch?

Kommentar von: pommern1 Publiziert am 07-09-2010 22:08

analysieren wir es doch nuechtern: 
 
1. der Sieger schriebt das Geschichtsbuch, und dort schreibt er rein, was ihm grad in den Sinn und Kram passt die 24 Mio passten als grad in den Kram und alle Regressionsmassnahmen gg. Deutschland konnten damit begruendet werden. 
2. haben wir heute aktuelle Zahlen und Belege der derzeitigen Entwicklung, ergo sind die aktuellen sicherer als die damaligen 
3. die gezaehlten Menschen der Grenzen von Polen 1946 waren evtl. die Grenzen von 1937? Es wurde ein ganz anderes Polen bevoelkerungstechnisch aufgenommen als das von 1990, aus Deutscher Sicht, die gibts ja auch heute noch, Polen plus polnisch verwaltete im Ursprung und nach Voelkerrecht Deutsche Gebiete. 
So wird am ehesten ein Schuh draus, denn welcher rechtsglaubige Mensch geht allen Ernstes 1946 davon aus, dass Deutsche Gebiete zu Polen gehoeren und die darin Lebenden Menschen entsprechend polnisch gezaehlt werden. 
4. letzte Moeglichkeit: 
es wurde innerhalb der Grenzen von 1990 gezaehlt aber die Zwangsumsiedlung der Polen aus Ostpolen nach Pommern Schlesien fand erst danach statt?, bzw. wurden die grad umgesiedelten als voruebergehend dort ansaessigen und damit nicht fste Groessen einfach ausgeklammert, sowie man Touristen ja auch nicht als Einwohnern des jeweiligen Urlaubsortes zaehlt? 
 
In Polen wird ja bis heute gelehrt (muss man sich mal ueberlegen!) dass das Land Richtung Westen "verschoben" worden waere. 
 
Was ist eigentlich mit Ostpolen? Wann kommt das wieder zu Polen? Wie mir bekannt ist, wollen die nach Schlesien und Pommern vertriebenen Ostpolen auch in ihre Heimat zurueck, und ihre polnische Erde wieder Polen nennen duerfen. 
 
Anm. der Redaktion: 
 
Ihren Beitrag in Ehren, aber machen Sie sich keine Mühe, denn Wojciech Jaruzelski ist ein hochintelligenter Mann, er zu jeder Zeit genau weiss, was er sagt.  
 
Wenn man genau aufpasst, stellt man auch fest, dass Täter und falsche Opfer auch recht häufig den Mantel der Verschwörungs- Theoretiker anziehen, um dann zwischen den Zeilen die Wahrheit zu schreiben. Glauben tut dies allerdings keiner, aber das wissen sie schon.

 

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Das Wunder der Nachkriegszeit

Kommentar von: Dr. Reuther () Publiziert am 03-11-2009 10:10

Das Wunder der Nachkriegszeit

Kommentar von: Dr. Reuther Publiziert am 03-11-2009 10:10

Verwunderlich ist vor allen Dingen hierbei die Tatsache, dass tatsächlich in der offiziellen Statistik von 1946 bis 1970 ein permanent starker und in etwa gleich bleibender Zuwachs aufgeführt wird, ohne hierbei die Leute zu berücksichtigen, die als tot oder vermisst galten und plötzlich aber nach dem Kriege wieder vor der eigenen Haustüre standen, da sie aus sowjetischer Gefangenschaft entlassen oder aus Italien, Frankreich, Großbritannien und Deutschland zurückkehrten.  
 
Gleichfalls vermisse ich auch in der Statistik den Bevölkerungsschwund von Juden und Deutschen nach den Auswanderungswellen bis in die 70er Jahre.  
 
Alleine im KZ Majdanek sollen während des Krieges über eine Million Polen gestorben sein, aber jetzt ist "nur" noch von 70 000 Juden die Rede. Warum ist das alles so mysteriös mit den Zahlen der polnischen Kriegsopfer ?

 

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Das stimmt sehr nachdenklich

Kommentar von: Frau Keller () Publiziert am 01-11-2009 20:06

Das stimmt sehr nachdenklich

Kommentar von: Frau Keller Publiziert am 01-11-2009 20:06

Ich bin 1971 mit meinen Eltern als Spätaussiedler aus  
Schlesien in die Bundesrepublik gekommen. Von einem Babyboom nach dem Kriege ist mir nichts bekannt.Die außergewöhnlich vielen Kinder hätte man doch schließlich irgendwo sehen müssen. In der Tat eine sehr mysteriöse Angelegenheit.

 

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